Machiavellis »Der Fürst« ist der berühmteste staatsphilosophische Traktat der Weltliteratur. Unter den Begriff des Machiavellismus fasst man noch heute die Haltung skrupelloser Machtpolitik. Schockiert und fasziniert hat durch die Jahrhunderte vor allem der schonungslos rationalistische Realismus, mit dem sich Machiavelli in seinen Analysen und Empfehlungen über bestehende Moralvorstellungen hinwegsetzt, sofern es dem höheren Ziel der Erhaltung des Staates dient. Sein Werk wurde mal als grundlegender Beitrag zur Fürstenerziehung, mal als Rechtfertigungstheorie tyrannischer Regentschaft, mal als Legitimierung der Staatsraison gedeutet.
Friedrich Von Oppeln-Bronikowski Bücher



Schlüssel und Schwert
Ein Papstleben aus dem Cinquecento
Es gibt Leute, die „die Juden“ nur mit einem Totenkopf assoziieren und glauben, unser Volk sei so schwach, dass es dem jüdischen Einfluss wehrlos ausgeliefert ist, wenn nicht ein Damm errichtet wird. Diese Befürchtung kommt oft aus stark national betonten Kreisen. Ist man sich des eigenen Volkstums so unsicher, dass man sich nur durch hermetische Abschottung vor „Vergiftung“ schützen kann? (Friedrich von Oppeln-Bronikowski, S. 43) Der Autor, Friedrich von Oppeln-Bronikowski (1873-1936), verfasste sein Werk Anfang 1920, das noch im selben Jahr in zwei Auflagen erschien. Er stammt aus einer preußischen Offiziersfamilie und begann eine militärische Laufbahn, die durch einen Reitunfall beendet wurde. Daraufhin studierte er in Berlin Philosophie, Romanistik und Archäologie und übersetzte bedeutende französische Autoren ins Deutsche, darunter Anatole France und Honoré de Balzac. Als freier Schriftsteller veröffentlichte er Novellen und Romane. Obwohl er zunächst Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei war, wurde er aufgrund seiner Schriften gegen den Antisemitismus ausgeschlossen. Seine humanistisch-konservative Schrift ist nun in einer ungekürzten Neuausgabe erhältlich.