In Japan nennen ihn konservative Kritiker und Schriftstellerkollegen „batakusai - nach Butter stinkender Wessi“, die anderen halten ihn für den Literaturnobelpreisträger der Zukunft. Haruki Murakami polarisiert mit seinen Geschichten und Romanen. Wie seine Helden entzieht er sich der anonymen Masse. Seine Romanfiguren werden in der japanischen Gesellschaft, in der angepasstes Verhalten von existentieller Bedeutung ist, als einsame Wölfe gebrandmarkt. Der 30-jährige Toru Okada in „Mister Aufziehvogel“ steigt aus einer Anwaltskanzlei aus und gerät bei der Suche nach seinem Kater mitten in Tokio in eine Traumwelt, in der ihn erotische Verlockungen, aber auch bösartige Intrigen erwarten. Der Brunnen, der Toru den Einstieg in die geheimnisvolle Unterwelt gewährt, ist Zugang zu Vergangenem und Verdrängtem.
Lourdes Porta Fuentes Bücher



Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt
- 503 Seiten
- 18 Lesestunden
Mit kühner Fantastik und Fabulierkunst verbindet Japans größter zeitgenössischer Romancier in seinem frühen und seit langem im Deutschen vergriffenen Roman zwei Welten, von denen die eine Hard-boiled Wonderland und die andere Das Ende der Welt heißt: "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" erzählt im Wechsel der Kapitel und der Zeiten von zwei parallelen und wundersamen Reisen. In einem futuristisch brutalen Tokyo der fernen Gegenwart, tobt ein Datenkrieg zwischen dem "System" der Kalkulatoren und einer Datenmafia, der "Fabrik" der Semioten. Ein genialer und greiser Professor hat durch ein sicheres Codierverfahren im Unterbewusstsein allen Datendiebstahl unmöglich gemacht. Der Held und Ich-Erzähler in "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" überlebt die Bearbeitung seines Gehirns, aber nach einem Überfall auf das unterirdische Geheimlabor des Professors ist der implantierte "Psychokern" wie eine Bombe im Hirn nicht mehr beherrschbar. "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" ist ein faszinierendes Leseabenteuer, rasant konstruiert zwischen den beiden Welten - einer realen an der Schwelle des Todes und einer anderen, zeitlos und zugleich seelenlos.
Tony Takitani
- 62 Seiten
- 3 Lesestunden
Tony Takitani verbrachte eine einsame Kindheit – die Mutter starb wenige Tage nach seiner Geburt, der Vater verlebt mehr Zeit mit der Jazz-Band und Frauen als mit seinem Sohn. Das selbstgenügsam und ereignislos dahinfließende Leben als technischer Zeichner verändert sich plötzlich, als Tony Takitani sich in eine jüngere Frau verliebt. Er wird sich bewusst, wie einsam sein Leben bisher gewesen ist, heiratet, fühlt sich vibrierend jung und zum ersten Mal in seinem Leben fürchtet er nun das Alleinsein. Die Obsession seiner Frau für teure Designer-Kleidung aber trübt allmählich das gemeinsame Glück. Als Tony Takitani seine Frau bittet, diesem Zwang zu widerstehen, ahnt er nicht, welch dramatische Folgen diese Entscheidung für ihn haben wird. ›Tony Takitani‹, der gleichnamige Film, ist die erste Verfilmung einer Erzählung des japanischen Autors, dessen Bücher auf der ganzen Welt Bestseller sind.