Christoph Ransmayrs epischer Roman über die Suche nach dem vermeintlich letzten Weißen Fleck der Weltkarte. Den Geschichten dieses Erzählers zu folgen, bedeutet beispielsweise am Gipfel des Everest die atlantische Brandung zu hören. ›Der fliegende Berg‹ ist die Geschichte zweier Brüder, die von der Südwestküste Irlands in den Transhimalaya, nach dem Land Kham und in die Gebirge Osttibets aufbrechen, um dort, wider besseres (durch Satelliten und Computernavigation gestütztes) Wissen, einen noch unbestiegenen namenlosen Berg zu suchen, vielleicht den letzten Weißen Fleck der Weltkarte. Auf ihrer Suche begegnen die Brüder nicht nur der archaischen, mit chinesischen Besatzern und den Zwängen der Gegenwart im Krieg liegenden Welt der Nomaden, sondern auf sehr unterschiedliche Weise auch dem Tod. Nur einer der beiden kehrt aus den Bergen ans Meer und in ein Leben zurück, in dem er das Rätsel der Liebe als sein und seines verlorenen Bruders tatsächliches, lange verborgenes, niemals ganz zu vermessendes und niemals zu eroberndes Ziel zu begreifen beginnt. Verwandelt von der Erfahrung, ja der Entdeckung der Wirklichkeit, macht sich der Überlebende am Ende ein zweites Mal auf den Weg.
Claudio Groff Bücher




Brief an den Vater
- 94 Seiten
- 4 Lesestunden
Franz Kafkas ›Brief an den Vater‹ wurde nie abgeschickt und fand erst nach seinem Tod Leser. Er ist ein zentraler Text in Kafkas Werk und bietet wie kein zweiter Einblick in das Fegefeuer seiner Biographie. Er ist vielleicht der beste Einstieg in die beunruhigende wie inspirierende Welt eines Schriftstellers, ohne den die Geschichte der Literatur des 20. Jahrhunderts anders verlaufen wäre. Textgrundlage ist die Kritische Ausgabe der Werke Franz Kafkas. Mit einem Nachwort von Roger Hermes.
In den Geschichten, die Günter Grass hier erzählt, kommen Männer und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten zu Wort. Sie sind Zeugen der Geschichte, die sie erleben und erleiden, und ihre Erlebnisse spiegeln die bedeutenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts wider. Diese reichen von technischen Errungenschaften und wissenschaftlichen Entdeckungen bis hin zu Kriegen, Verfolgung und Fanatismus. Der Autor verbindet erzählerische Phantasie mit historischer Genauigkeit und rückt den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Mit einhundert Geschichten entsteht ein epischer Bilderbogen des vergangenen Jahrhunderts, der sowohl ernste als auch komische, tragische und heitere Momente umfasst. Die Erzählungen sind ein einzigartiger Versuch, dem zerrissenen Jahrhundert gerecht zu werden und zeigen die Vielfalt menschlicher Erfahrungen. Sie beleuchten die Herausforderungen und Hoffnungen der Menschen, die oft im Schatten der großen historischen Ereignisse stehen. Grass' Werk ist mehr als ein Geschichtsbuch; es ist eine tiefgreifende Reflexion über das menschliche Leben und die Zeit, in der wir leben. Es lädt dazu ein, die Vergangenheit zu betrachten und die Geschichten derjenigen zu hören, die oft nicht im Mittelpunkt der Geschichtsschreibung stehen.
Ein weites Feld
- 780 Seiten
- 28 Lesestunden
Ein Panorama deutscher Geschichte von 1848 bis heute Berlin 1989, Wendezeit. An der durchlässig gewordenen Mauer entlang gehen zwei alte Männer, groß und hager der eine, klein und gedrungen der andere. Ein ungleiches, ein komisches Paar: der Bürobote Theo Wuttke, genant Fonty, und sein 'Tagundnachtschatten' Hoftaller, der ewige Spitzel. Beider Erinnerungen reichen über große Distanzen, beide leben Vorgängern nach, beiden ist Vergangenheit so nahe und gegenwärtig wie die sich überstürzenden Tagesereignisse. Aus der Gegenüberstellung ungewöhnlicher Lebensläufe und politischer Verläufe entsteht ein Panorama deutscher Geschichte zwischen der Märzrevolution von 1848 und unseren Tagen, eine jede Chronologie sprengende Folge farbiger Bilderbogengeschichten von einst und jetzt.