Von außen betrachtet ist Adina ein ganz normales kleines Mädchen. Niemand ahnt, dass sich Adinas Mutter seit dem Tod ihres Mannes in eine ganz eigene Welt eingesponnen hat, die sie fanatisch vor den feindlichen „Klopfern“ - den Menschen draußen - zu schützen versucht. Und auch Adina ist es streng verboten, mit der Klopferwelt in Kontakt zu treten. Doch dann begegnet sie zum ersten Mal den Kranichen, die in einem Reservat in der Nähe nisten - und noch kann Adina nicht ahnen, dass sich ihr damit die Tür zu einem neuen Leben öffnet.
Axel Brauns Bücher



Buntschatten und Fledermäuse "Als ich zwei Jahre alt war, verloren die Menschen um mich herum ihr Aussehen. Ihre Augen lösten sich in Luft auf. Nebel verschleierte ihre Gesichter. Die Stimmen verdunsteten. Meine Lippen ermüdeten. Kranke Wörter schleppten sich über meine Zunge. Die Silben verdorrten. Bald stammelte ich nur noch." Mit diesen Worten beginnt ein poetisches und anrührendes Buch, vielleicht eines der erstaunlichsten dieses Frühjahrs: "Buntschatten und Fledermäuse", die Erinnerungen des Hamburgers Axel Brauns an seine autistische Kindheit und Jugend. Ein solches Buch dürfte es eigentlich gar nicht geben, denn Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu kommunizieren sind die Merkmale eines Autisten. Als kleiner Junge kann Axel Brauns zwar hören und mit den Lippen Laute formen, aber er versteht nicht, was Menschen sprechen und handeln lässt und ihren Worten, Gesichtern und Gesten Bedeutung einhaucht: Gefühle. Wie aus einem "Dummbart" ein "Schlauberger" wurde, aus einem Sprachlosen ein Dichter, aus einem Gefühlstauben jemand, der mit Wortschöpfungen wie "näpfchengut" und "Wolkencreme" eine Welt voller Freude und Enttäuschungen und sinnlicher Erlebnisse beschreibt, davon handelt diese Geschichte.