Im Sommer 1950 begann Hannah Arendt, handschriftlich Aufzeichnungen in ein Buch einzutragen, das sie ihr »Denktagebuch« nannte. In der Tat haben die 28 vollständig erhaltenen Hefte kaum etwas mit einem herkömmlichen Tagebuch gemein. Sie enthalten vielmehr Denkexperimente und Denkresultate und dienten dem lebenslangen Ziel der Autorin, die Wirklichkeit des Jahrhunderts der Kriege, Revolutionen und totalitärer Systeme denkend zu bewältigen. Ganz direkt erfahren die Leser hier Arendts Methode, die philosophische und politische Tradition des Abendlandes von Platon bis Heidegger zu befragen.
Ursula Ludz Bücher



Das Urteilen
- 256 Seiten
- 9 Lesestunden
»Das Urteilen« war von Hannah Arendt als dritter Teil ihres Werkes »Vom Leben des Geistes« geplant und wurde aus dem Nachlass der Philosophin rekonstruiert. Unter Berufung auf Immanuel Kant weist Arendt dem Urteilen im Leben des Geistes einen spezifischen Platz zu. Mit seiner Hilfe orientiert sich der Mensch in der Welt, schafft er Sinn. Ein breites Spektrum an Fragen wird deshalb sichtbar: Leben, Tod und Liebe, Probleme der Freiheit und der Würde des Menschen.
Briefe, 1925 bis 1975
- 435 Seiten
- 16 Lesestunden
Seit den frühen achtziger Jahren ist bekannt, dass es zwischen Martin Heidegger und Hannah Arendt – über die Lehrer-Schüler- und spätere professionelle Verbindung hinaus – eine Liebes- und Freundschaftsbeziehung gegeben hat. Die Dokumente, die das Verhältnis belegen und in den Nachlässen Arendt und Heidegger im Deutschen Literaturarchiv Marbach lagern, waren bislang nicht zugänglich. In diesem Band werden sie erstmals veröffentlicht. Dieser Publikation mit ihrem großen Fundus an Materialien kommt erhebliche biographische und werkgeschichtliche Bedeutung zu. Die Ausgabe enthält zusätzlich zu den aus den Handschriften übertragenen Texten einen Anmerkungsteil mit kommentierenden Hinweisen, ein erläuterndes Nachwort sowie Register. It has been known since the early eighties that Martin Heidegger and Hannah Arendt had a love affair which went well beyond their teacher-student relationship and later professional connection. The documents that prove this relationship were stored in Arendt´s and Heidegger´s respective bequests in the Deutsches Literaturarchiv Marbach, and were not previously accessible. They are published for the first time in this volume. This publication with its large fund of materials has considerable biographical, philosophical, and historical significance. In addition to the texts transcribed from the manuscripts, the edition contains a commentary, a detailed afterword, and indices.