Wir sind es gewohnt, unterschiedliche Phänomene dadurch zu erklären, dass wir ihre Ursachen suchen – nach Möglichkeit von einem objektiven Beobachterstandpunkt aus. Vertraut ist uns diese Vorgehensweise aus den Naturwissenschaften, aber sie wird auch auf die Kulturwelt übertragen. Der kausale Ansatz gilt dabei als universelle Kategorie – doch oftmals ist er nicht ausreichend. In diesem Buch treten Autorinnen und Autoren aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften in einen gemeinsamen Dialog. Denn um zu einem umfassenden Verständnis von Natur und Kultur zu gelangen, braucht es mehr als die Ergründung der Ursachen, es braucht auch das Verstehen. Nur wer sowohl den Beobachter- als auch den Teilnehmerstandpunkt einnimmt, kommt zu einem besseren Verständnis der Welt.
Katrin Grüber Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Menschen mit Behinderungen leben nach wie vor in einer Umwelt, die nicht ausreichend auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Im wissenschaftlichen Diskurs wird ihre Perspektive häufig ausgeblendet, an der ethischen Urteilsbindung in der Gesellschaft werden sie zu wenig beteiligt. Wie aber kann eine Ethik aussehen, die Differenz anerkennt und gleichzeitig die Verletzlichkeit des Menschen berücksichtigt? Diese Frage wird anhand unterschiedlicher Themen diskutiert: der Definition von Behinderung, der Idee der Fürsorgeethik, der Pränataldiagnostik, der Sterbehilfe, der Frage nach einem „Recht auf Verschiedenheit“ und weiterer Aspekte. Mit Beiträgen unter anderem von Johann S. Ach, Adrienne Asch, Klaus Dörner, Eva Feder Kittay, Jürgen Link, Elisabeth List, Dietmar Mieth und Gerhard Wolff sowie der von Bundespräsident Johannes Rau gehaltenen Eröffnungsrede der Tagung „Differenz anerkennen - Ethik und Behinderung, ein Perspektivenwechsel“, die von den Herausgebern dieses Bandes vorbereitet wurde.