Jahrzehntelang lebte Monika Sznajderman im Schatten des Schweigens. Ihr Vater hatte über seine Odyssee durch die Konzentrations- und Vernichtungslager, seine Flucht und die Rückkehr nach Warschau nie sprechen wollen. Bis die Fotos aus Übersee kamen: Absender waren Verwandte, von deren Existenz sie nichts gewusst hatte. Sie beginnt zu recherchieren. Wenige Dokumente im Stadtarchiv von Radom und der Bericht des einzigen Überlebenden, des Großonkels Eliasz Sznajderman, im Holocaust Museum in Washington – mehr Spuren hat die große Familie in Polen nicht hinterlassen. Im Gegensatz zu ihnen, »gewöhnlichen Menschen ohne Geschichte«, sind die polnischen Vorfahren der Mutter Angehörige der Oberschicht, national und antisemitisch eingestellte Gutsbesitzer und Unternehmer, die nach den Regeln und Gesetzen ihrer Klasse leben. Monika Sznajderman ist in ihren Recherchen weit fortgeschritten, als sie entdecken muss, dass etwa zur selben Zeit, als ein bekannter Künstler ihre elegante polnische Großmutter auf einem Gemälde verewigte, zweihundertfünfzig Kilometer weiter östlich ihre jüdische Großmutter von Ukrainern erschlagen wurde. Die Geschichte, die Monika Sznajderman aus Interviews, Briefen, Fotos und veröffentlichten Quellen rekonstruiert, spricht mit seltener Eindringlichkeit von der Tragik des jahrhundertelangen polnisch-jüdischen Zusammenlebens, die nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Gesellschaft bis heute nicht loslässt.
Monika Sznajderman Bücher
Als Kulturanthropologin beschäftigt sie sich mit der zeitgenössischen Kultur, insbesondere mit der populären audiovisuellen Kultur und den Formen moderner religiöser Vorstellungskraft. Ihre Arbeit taucht tief in die Mythen und Metaphern ein, die unser Weltverständnis prägen, von alten Seuchen bis hin zu zeitgenössischen digitalen Ausdrucksformen. Sie untersucht, wie diese Narrative unsere kollektive Vorstellungskraft und unser gesellschaftliches Verhalten beeinflussen. Durch ihre Werke bietet sie tiefe Einblicke in die menschliche Psyche und kulturelle Phänomene.





Last & lost
- 336 Seiten
- 12 Lesestunden
Europa verändert sein Gesicht. Orte und Landschaften werden verlassen, sie verfallen oder verschwinden ganz. Zwischen Atlantik und Kaspischem Meer, zwischen Adria und Barentssee stößt man auf Ruinen der modernen Zivilisation: auf Industriebrachen, einstürzende Bahnhöfe, Kasernen und Sanatorien, auf tote Schienenstränge oder unentzifferbare Grabinschriften. Vor allem in Mittel- und Osteuropa sind die Narben einer von Krieg, Vertreibung und megalomanischer Naturbeherrschung gekennzeichneten Epoche noch sichtbar. Autorinnen und Autoren aus fünfzehn europäischen Ländern haben ihre sie besonders inspirierenden Orte besucht und erkundet - fragile Stadtviertel, zerfallene Dörfer, abbröckelnde Küstenstriche, deren Aura gefangennimmt, die ein Geheimnis bergen, das ergründet werden will. Liegt ihr Zauber darin, daß sie die letzten ihrer Art sind? Unterirdische Beziehungen, überraschende kulturelle Verwandtschaften zwischen weit voneinander entfernten Regionen werden sichtbar - Zeugen einer gemeinsamen Geschichte, deren undeutlich werdende Spuren kurz vor dem Verschwinden nachgezeichnet werden. Ergänzt um photographische Arbeiten von Künstlern, die sich unabhängig von den Autoren auf den Weg gemacht haben, um einen letzten Blick auf Vergessenes und Verlorenes zwischen Belgrad und Istanbul, Lissabon und Königsberg zu werfen, vermittelt dieser Band eine Ahnung von dem so fragilen wie bezaubernden Reichtum unseres Kontinents.
Rodinný příběh, jak naznačuje podtitul, se v této knize Moniky Sznajderman zaměřuje na osudy jejích blízkých, přičemž zkoumá dvě rodiny – židovskou a polskou. Vyprávění se dělí na dvě paralelní linie, které se nesetkávají, přičemž obě rodiny sdílejí stejný prostor, ale mají málo společného. Židovská Radom, domov Grunbergů, Blatů, Flamenbaumů, Sznajdermanů a Hubermanů, představuje svět „obyčejných lidí bez dějin“. Naopak židovská Varšava, do které se stěhuje dědeček Izaak, symbolizuje odchod od tradičního prostředí a přijetí nového života jako Ignacy. Polská část rodiny, zahrnující šlechtu a podnikatele, je poznamenána velkostatkářským životem a patriotismem, často spojeným s antisemitismem. Dějiny rodiny se prolínají s dramatickými událostmi 20. století, kdy totalitní režimy zanechaly v Polsku krvavé stopy, přičemž Židé byli jednou z nejvíce postižených skupin. Většina autorčiných židovských příbuzných zahynula, zatímco polská rodina přežila. Kniha se stává výpovědí o paměti, o dvou vzpomínkách, které se nikdy nesetkávají, a o osudech, které paralelně procházejí historií. Sznajdermanová zachycuje tragické, ale i radostné momenty polské historie 20. století prostřednictvím osobních příběhů.
Pendant des années, Monika Sznajderman a connu le poids du silence. Son père n’avait jamais voulu parler de sa famille, de son odyssée à travers les camps, de sa fuite et de son retour à Varsovie. Jusqu’à ce que des photos lui parviennent d’Australie, envoyées par des parents dont elle ne connaissait même pas l’existence. « Faux poivre est un livre extraordinaire qui montre l’enchevêtrement des histoires ayant fait la Pologne. L’auteure reconstitue le destin de ses aïeux juifs, trouvant des traces de leur existence dans les journaux, les archives d’infimes indices éparpillés entre le ghetto de Varsovie, Radom et jusqu’à l’Amérique et l’Australie. Elle présente avec le même soin les parents et ancêtres de sa mère, issus d’une pittoresque famille de la noblesse polono-saxonne. Leur histoire se déroule à Varsovie, à Moscou, en Volhynie, sur les domaines et les grandes villes que bouleversaient les Années folles. Monika Sznajderman évoque ces deux mondes avec une égale dévotion, nous faisant prendre conscience à la fois de la fugacité de l’existence et de la complexité des identités polonaises, ainsi que de la valeur et du sens de la mémoire. » (Barbara Engelking)
Pusty las
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
Żyjąc, zajmujemy miejsce tych, którzy byli przed nami, taka jest oczywista kolej rzeczy. Jak jednak żyć w miejscu, w którym garstka ludzi zajmuje miejsce po ośmiuset, jak wypełnić taką przestronną pustkę? Szczególnie gdy tych ośmiuset nie odeszło tak, jak nakazuje czas, lecz zmiotła ich historia? Pusty las to opowieść autorki o życiu w Wołowcu, beskidzkiej wsi, z której kolejno znikali szukający szczęścia za oceanem biedacy, wizjonerscy nafciarze, Żydzi, Cyganie, Łemkowie. To także jej hołd dla tego miejsca na ziemi, jego historii, przyrody i jego mieszkańców.