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Befremden, Anerkennung und Selbsterkundung

Interviews zur Mitbeteiligung und Faszination im Nationalsozialismus

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  • 398 Seiten
  • 14 Lesestunden

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Diese Forschungsarbeit entstand als Dissertation an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und vereint wichtige innere, gesellschaftspolitische und fachliche Themen. Aufgrund einer schweren hirnorganischen Schädigung meines Vaters, die aus seiner russischen Kriegsgefangenschaft resultierte, wurde ich früh mit Krieg, Vertreibung und der Sprachlosigkeit über die Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert. Dies motivierte mich, Nachforschungen über die Rolle meines Vaters als Wehrmachtsangehöriger in der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik anzustellen. Zudem begab ich mich auf biografische Spurensuche in Osteuropa. Aufgewachsen im Nachkriegsdeutschland erlebte ich, wie zögerlich die Gesellschaft der Bundesrepublik sich den Verbrechen des Nationalsozialismus stellte. Besonders beeindruckte mich 2002 eine Dialoggruppe in Berlin, die von Nachkommen von Beteiligten und Opfern des Nationalsozialismus gestaltet wurde. In diesem offenen Klima konnten die Teilnehmenden ihre Geschichten teilen. Meine familiären Erfahrungen mit Hinfälligkeit führten mich in die Soziale Arbeit, wo ich Empathie und Hilfsbereitschaft auch für gewalttätige Menschen entwickelte. In meiner Tätigkeit als freiberuflicher Berater war diese Haltung entscheidend für die Allparteilichkeit in Konflikten. Im Interviewprojekt „Geschichte und Erinnerung“ wurde ich in meiner biografischen Betroffenheit und politischen Überzeugung herausgefordert, als ich mit Menschen sprach

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Befremden, Anerkennung und Selbsterkundung, Jürgen Sehrig

Sprache
Erscheinungsdatum
2013
Einband
(Paperback)
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Titel
Befremden, Anerkennung und Selbsterkundung
Untertitel
Interviews zur Mitbeteiligung und Faszination im Nationalsozialismus
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Jürgen Sehrig
Erscheinungsdatum
2013
Einband
Paperback
Seitenzahl
398
ISBN10
3866284772
ISBN13
9783866284777
Reihe
Beschreibung
Diese Forschungsarbeit entstand als Dissertation an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und vereint wichtige innere, gesellschaftspolitische und fachliche Themen. Aufgrund einer schweren hirnorganischen Schädigung meines Vaters, die aus seiner russischen Kriegsgefangenschaft resultierte, wurde ich früh mit Krieg, Vertreibung und der Sprachlosigkeit über die Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert. Dies motivierte mich, Nachforschungen über die Rolle meines Vaters als Wehrmachtsangehöriger in der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik anzustellen. Zudem begab ich mich auf biografische Spurensuche in Osteuropa. Aufgewachsen im Nachkriegsdeutschland erlebte ich, wie zögerlich die Gesellschaft der Bundesrepublik sich den Verbrechen des Nationalsozialismus stellte. Besonders beeindruckte mich 2002 eine Dialoggruppe in Berlin, die von Nachkommen von Beteiligten und Opfern des Nationalsozialismus gestaltet wurde. In diesem offenen Klima konnten die Teilnehmenden ihre Geschichten teilen. Meine familiären Erfahrungen mit Hinfälligkeit führten mich in die Soziale Arbeit, wo ich Empathie und Hilfsbereitschaft auch für gewalttätige Menschen entwickelte. In meiner Tätigkeit als freiberuflicher Berater war diese Haltung entscheidend für die Allparteilichkeit in Konflikten. Im Interviewprojekt „Geschichte und Erinnerung“ wurde ich in meiner biografischen Betroffenheit und politischen Überzeugung herausgefordert, als ich mit Menschen sprach