Diese Erzählungen von Gabriel García Márquez, zwischen 1947 und 1972 entstanden, sind thematisch und stilistisch miteinander verwoben. Immer wieder tauchen Figuren seines Kosmos auf, führen hin zu seinem großen Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". Jugendlich schwermütig oder phantastisch zeigen sie Gabriel García Márquez auch als Meister der kleinen Form.
J.S. Bernstein Bücher



56 Jahre lang wartet der Oberst auf einen Brief, in dem die Regierung ihm seine Veteranenpension bestätigt. Doch der Brief kommt nicht. In einer Sprache, »so klar, so knapp und knochendürr wie die Gestalt seines Helden«, erzählt Gabriel García Márquez die Geschichte des Oberst, der mit seiner Frau in tiefer Armut lebt und dessen einziger Besitz ein Kampfhahn ist. Doch nicht einmal der Hunger bringt den Oberst dazu, den Hahn zu verkaufen.