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Willi Baer

    Willkommen in interessanten Zeiten!
    MIR
    • MIR

      • 176 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Die „Bewegung der revolutionären Linken“ (Movimiento de Izquierda Revolucionaria, MIR) wurde 1965 von Luciano Cruz Aguayo und Miguel Enriquez gegründet, bestehend aus ehemaligen Mitgliedern der Sozialistischen Partei Chiles. Die MIR verstand sich als militante Kampforganisation und führte bis zur Wahl Salvador Allendes 1971 vor allem im Raum Concepción bewaffnete Aktionen durch. Ihre Wurzeln lagen an Universitäten und bei landlosen Bauern, während ihr Einfluss unter Industrie- und Minenarbeitern gering war. Nach Allendes Wahlsieg trat die MIR nicht dem Bündnis der Unidad Popular bei, stellte jedoch die Leibwache des Präsidenten und versuchte, durch militanten außerparlamentarischen Kampf die gesellschaftliche Entwicklung in Richtung Sozialismus voranzutreiben. Nach dem Putsch Pinochets am 11. September 1973 versuchte die MIR, aus dem Untergrund heraus Widerstand zu leisten, doch die Organisation wurde schnell zerschlagen, Tausende Mitglieder wurden verhaftet und ermordet. Miguel Enriquez wurde am 5. Oktober 1974 von DINA-Agenten und Soldaten erschossen. Überlebende schlossen sich teilweise der Guerilla „Frente Patriotico Manuel Rodriguez“ an. Der Band reflektiert die Geschichte und politische Bedeutung der MIR, während Carmen Casitillos Film Rue Santa Fe ein Porträt von Miguel Enriquez zeichnet.

      MIR
    • Dort, wo soziale Konflikte nicht gelöst werden können, sind sie, laut Žižek, „falsche“ Konflikte, Konflikte, deren Koordinaten bestimmt sind von einer ideologischen Mystifikation. Diese Mystifikation kann der bürgerliche Eigentumsbegriff sein und der „freie Markt“. Das Problem der Armut liese sich so nicht lösen. Hier müssen wir für einen kommunistischen Kampf mobilisieren. Das Ändern der Koordinaten kann bedeuten, sich auf eine andere soziale Ordnung zu beziehen. Kommunismus als Bewegung sollte gegen diese Sackgassen intervenieren, in die das bürgerliche System die Menschen strukturell hineinprügelt. Seine erste Geste sollte sein, das Problem zu redefinieren und die Art zurückzuweisen, wie das Problem im öffentlichen Raum dargestellt wird. Als Beispiel nennt Žižek den Konflikt zwischen Israel und Palästina, von dem heute gesagt wird, er sei ein Kampf zwischen den westlichen säkularen Demokratien und dem muslimischen Fundamentalismus. Wenn das Problem in diesen Kategorien gestellt und begriffen wird, kann es nicht gelöst werden; wir sind dann in einer Sackgasse. Die kommunistische Herangehensweise wäre die, diese Begriffe zurückzuweisen und einen aktuellen dritten Weg zu definieren. Žižek richtet sich gegen das Diktat der herrschenden Leitkultur, die eben auch nur zu einer Politik für die Herrschenden führen kann.

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