Der französische Philosoph Jacques Derrida (geb. 1930) entwickelt eine Philosophie der Differenz, die den Logozentrismus überwinden möchte. Heinz Kimmerle beschreibt in dieser Einführung die Dekonstruktion und ihre Strategien, die sich wandeln, während sie ihren philosophischen Kern bewahrt und den Bruch mit der Tradition vollzieht.
Erfahrungen von Sterben und Tod sind in nahezu alle menschlichen Lebenszusammenhänge eingewoben. Auch die psychoanalytische Erfahrung ist davon betroffen. Der vorliegende Band will zeigen, welch grundlegende, bislang nicht hinreichend gewürdigte Bedeutung dem Todesthema und den ihm zugehörigen Erfahrungen von Endlichkeit, Zeitlichkeit, Sterblichkeit und Vergänglichkeit für die Psychoanalyse therapeutisch und theoretisch zukommen. (zit. vom Umschlag).
Philosophische Süd-Ost-Dialoge aus westlicher Sicht
132 Seiten
5 Lesestunden
Im Rahmen der interkulturellen Philosophie ist bisher den Dialogen zwischen Philosophien aus dem Süden (z. B. Afrika südlich der Sahara) und dem Osten (z. B. Indien, China, Japan) wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden. Zwei Autoren, die sich ausführlich mit afrikanischer und chinesischer Philosophie beschäftigt haben, suchen im vorliegenden Essay aus westlicher Perspektive das afrikanische und chinesische philosophische Denken miteinander zu vergleichen und dazwischen einen Dialog anzuregen. Damit betreten sie Neuland im Arbeitszusammenhang der interkulturellen Philosophie. Der Kernpunkt des Vergleichs und des Ansatzes zu Dialogen ist die Bedeutung des Begriffs Qi in der chinesischen und des Wortstammes -ntu und des Ubuntu-Denkens in der afrikanischen Philosophie. Aber auch die inhaltliche Konfrontation des Gemeinschaftssinnes, der Auffassungen über den Zusammenhang von Ethik und Ästhetik sowie der Rolle des Glaubens an Geister und des Umgangs mit dem Tod spielt eine wichtige Rolle. Das Ziel ist freilich, den Weg zu bereiten für direkte Kontakte und Dialoge zwischen afrikanischen und chinesischen Philosophen. Die Aktualität dieses Unternehmens ergibt sich aus der stark zugenommenen wirtschaftlichen Aktivität Chinas in Afrika. Heinz Kimmerle ist emeritierter Professor für Philosophie an der Erasmus Universität Rotterdam. Hans van Rappard ist emeritierter Professor für Psychologie an der Freien Universität Amsterdam.
Goethes "Wahlverwandtschaften" – eine philosophische Lektüre
83 Seiten
3 Lesestunden
Diese Studie analysiert Goethes „Wahlverwandtschaften“ aus einer philosophiegeschichtlichen Perspektive. Die Aufklärung hatte dem mündigen Menschen ein erfülltes Leben in einer vernunfterhellten Wirklichkeit in Aussicht gestellt. Dieses Versprechen erweist sich als Illusion. Die Deutungen in Goethes Roman untergraben einander. In ihnen zerbricht das Zutrauen in die Begreifbarkeit der Welt und des Menschen. Alle Deutungen sind Irreführungen, das gilt schon für den Titel, eine in sich widersprüchliche Gleichnisrede, und auch der Erzähler ist keine unanfechtbare Instanz. Vorgeführt wird die Ohnmacht des deutenden Bewusstseins, das sich selbst das Schicksal bereitet, das es abzuwehren bemüht ist. Der antike Konflikt zwischen Philosophie und Tragödie, der monotheistisch überdeckt war, bricht wieder auf, und die philosophischen Antworten auf die alte (sokratische) Frage, wie man leben soll, erweisen sich als ungenügend, weil sie nur anthropomorphe Projektionen in die Natur eintragen.