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Tübinger Schriften zur Ur- und frühgeschichtlichen Archäologie - 9: Ur- und frühgeschichtlicher Grabraub

Archäologische Interpretation und kulturanthropologische Erklärung

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  • 363 Seiten
  • 13 Lesestunden

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In der Antike wurden zahlreiche Gräber geöffnet, um Objekte zu entnehmen, was in der Archäologie als „Grabraub“ bezeichnet wird – ein Begriff, der eine kriminelle Interpretation impliziert. Bisher lag der Fokus der Forschung hauptsächlich auf der Rekonstruktion von Grabinhalten, während die Manipulationen an Gräbern als Ausdruck der betreffenden Gesellschaft vernachlässigt wurden. Diese Studie widmet sich diesem Aspekt und untersucht die Formen und Hintergründe ur- und frühgeschichtlicher Grabmanipulationen. Die Methode basiert auf der Konstruktion von Indizienbeweisen durch systematischen Kulturvergleich. Zum ersten Mal wird die bestehende Forschung detailliert analysiert, eine neue Terminologie sowie Ansprachekriterien entwickelt und ethnographisch sowie historisch fundierte Erklärungsmodelle erarbeitet. Es zeigt sich, dass Begriffe wie das „Tabu der Graböffnung“ die Forschung behindern. Statt „unberührbarer“ Gräber sind im Kulturvergleich Übergänge und Fragmentierungen zu erkennen, in deren Kontext verschiedene Grabmanipulationen stattfinden. Die in drei Fallstudien getesteten Begriffe und Modelle bieten Werkzeuge, um archäologische Befunde zu deuten und deren Analyse zu steuern. Diese Untersuchung trägt zur Systematisierung und Verbesserung der theoretischen und methodischen Bedingungen kulturgeschichtlicher Interpretationen archäologischer Quellen bei.

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Tübinger Schriften zur Ur- und frühgeschichtlichen Archäologie - 9: Ur- und frühgeschichtlicher Grabraub, Christoph Kümmel

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Erscheinungsdatum
2009
Einband
(Paperback),
Buchzustand
Beschädigt
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Titel
Tübinger Schriften zur Ur- und frühgeschichtlichen Archäologie - 9: Ur- und frühgeschichtlicher Grabraub
Untertitel
Archäologische Interpretation und kulturanthropologische Erklärung
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2009
Einband
Paperback
Seitenzahl
363
ISBN10
3830922051
ISBN13
9783830922056
Reihe
Beschreibung
In der Antike wurden zahlreiche Gräber geöffnet, um Objekte zu entnehmen, was in der Archäologie als „Grabraub“ bezeichnet wird – ein Begriff, der eine kriminelle Interpretation impliziert. Bisher lag der Fokus der Forschung hauptsächlich auf der Rekonstruktion von Grabinhalten, während die Manipulationen an Gräbern als Ausdruck der betreffenden Gesellschaft vernachlässigt wurden. Diese Studie widmet sich diesem Aspekt und untersucht die Formen und Hintergründe ur- und frühgeschichtlicher Grabmanipulationen. Die Methode basiert auf der Konstruktion von Indizienbeweisen durch systematischen Kulturvergleich. Zum ersten Mal wird die bestehende Forschung detailliert analysiert, eine neue Terminologie sowie Ansprachekriterien entwickelt und ethnographisch sowie historisch fundierte Erklärungsmodelle erarbeitet. Es zeigt sich, dass Begriffe wie das „Tabu der Graböffnung“ die Forschung behindern. Statt „unberührbarer“ Gräber sind im Kulturvergleich Übergänge und Fragmentierungen zu erkennen, in deren Kontext verschiedene Grabmanipulationen stattfinden. Die in drei Fallstudien getesteten Begriffe und Modelle bieten Werkzeuge, um archäologische Befunde zu deuten und deren Analyse zu steuern. Diese Untersuchung trägt zur Systematisierung und Verbesserung der theoretischen und methodischen Bedingungen kulturgeschichtlicher Interpretationen archäologischer Quellen bei.