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Initiative Sozialistisches Forum: Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten

Über Israel und die linksdeutsche Ideologie

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Hundert Jahre nach Theodor Herzl und dem Basler Zionistenkongress ist Israel zur Projektionsfläche der deutschen Ideologie geworden. Sowohl Philosemiten als auch Antizionisten behaupten, dieser Staat sei etwas Besonderes. Das Besondere an Israel ist jedoch nur die Kehrseite des einzigartigen Ereignisses der Massenvernichtung, aus der niemand die Konsequenzen ziehen will. Diese kollektive Verdrängung wird in den Projektionen ausagiert, auch von links. Der Antisemitismus, den bürgerliche Gesellschaften erzeugen, zeigt sich geopolitisch. Israel ist als bürgerliche Gesellschaft der Juden im Nahen Osten in einer Zwangslage, die eine unfreiwillige Reprise der Rolle des Schutzjuden aus dem Mittelalter darstellt, jedoch nicht unbewaffnet. Von der BRD als Wiedergutmachung und von den USA subventioniert, ist Israel als einzige bürgerliche Demokratie im sogenannten Trikont vom Westen privilegiert, gleichzeitig jedoch von den strategischen Interessen der amerikanischen Weltmarktpolizei abhängig. Israels „Privilegierung“ ist die Kehrseite seiner existenziellen Bedrohung. Die Projektionen der deutschen Ideologie auf Israel haben nichts mit seiner politischen und ökonomischen Realität oder den tatsächlichen Bedingungen im Nahen Osten zu tun, ebenso wenig wie der Antisemitismus mit dem Objekt seiner Liquidationssehnsüchte. Diese Projektion vereint die Deutschen aller Fraktionen zur Volksgemeinschaft im Wartestand.

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Initiative Sozialistisches Forum: Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten, Initiative Sozialistisches Forum, Redaktion Bahamas, Andrea Woeldike, Andreas Kühne

Sprache
Erscheinungsdatum
2002
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(Paperback),
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Titel
Initiative Sozialistisches Forum: Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten
Untertitel
Über Israel und die linksdeutsche Ideologie
Sprache
Deutsch
Verlag
Ça Ira
Erscheinungsdatum
2002
Einband
Paperback
Seitenzahl
195
ISBN10
3924627088
ISBN13
9783924627089
Reihe
Beschreibung
Hundert Jahre nach Theodor Herzl und dem Basler Zionistenkongress ist Israel zur Projektionsfläche der deutschen Ideologie geworden. Sowohl Philosemiten als auch Antizionisten behaupten, dieser Staat sei etwas Besonderes. Das Besondere an Israel ist jedoch nur die Kehrseite des einzigartigen Ereignisses der Massenvernichtung, aus der niemand die Konsequenzen ziehen will. Diese kollektive Verdrängung wird in den Projektionen ausagiert, auch von links. Der Antisemitismus, den bürgerliche Gesellschaften erzeugen, zeigt sich geopolitisch. Israel ist als bürgerliche Gesellschaft der Juden im Nahen Osten in einer Zwangslage, die eine unfreiwillige Reprise der Rolle des Schutzjuden aus dem Mittelalter darstellt, jedoch nicht unbewaffnet. Von der BRD als Wiedergutmachung und von den USA subventioniert, ist Israel als einzige bürgerliche Demokratie im sogenannten Trikont vom Westen privilegiert, gleichzeitig jedoch von den strategischen Interessen der amerikanischen Weltmarktpolizei abhängig. Israels „Privilegierung“ ist die Kehrseite seiner existenziellen Bedrohung. Die Projektionen der deutschen Ideologie auf Israel haben nichts mit seiner politischen und ökonomischen Realität oder den tatsächlichen Bedingungen im Nahen Osten zu tun, ebenso wenig wie der Antisemitismus mit dem Objekt seiner Liquidationssehnsüchte. Diese Projektion vereint die Deutschen aller Fraktionen zur Volksgemeinschaft im Wartestand.