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Umbruch im Jahr 1000

Lournand bei Cluny - ein Dorf in Frankreich zwischen Spätantike und Feudalherrschaft

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Im 10. Jahrhundert n.Chr. herrscht in Frankreich das Mittelalter, doch ein kleines Dorf in Burgund, Lournand, scheint noch in der Antike zu leben. Professor Guy Bois untersucht in seiner Monographie die Lebens- und Wirtschaftsformen der Dorfbewohner und kommt zu dem Schluss, dass das Mittelalter nicht vor dem Jahr 1000 begann. Bis weit ins 10. Jahrhundert existieren in Lournand antike Gesellschaftsstrukturen, vor allem in Form von Sklavenhaltung durch adlige Großgrundbesitzer. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch die zukünftige Wirtschaftsform: die kleinbäuerliche Familie, die in der Dorfgemeinschaft arbeitet. Mit dem Zerfall politischer Strukturen und dem Aufkommen der Geldwirtschaft gerät diese Schicht in wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit. Oft schenken sie ihr Land den Mönchen von Cluny, können es jedoch als Pächter bewirtschaften. Diese gravierenden Umwälzungen bezeichnet Bois als "feudale Revolution". Für ihn beginnt das Mittelalter erst mit diesem Umbruch, also etwa 500 Jahre später als in gängigen Geschichtsbüchern. Diese provokante These macht die Lektüre lohnenswert, auch wenn der Spagat zwischen Mikroanalyse und universeller Theorie nicht immer überzeugt. Fazit: Eine anspruchsvolle Lektüre für Geschichtsinteressierte und Fachleute, die bereit sind, ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen.

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Umbruch im Jahr 1000, Guy Bois

Sprache
Erscheinungsdatum
1993
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(Hardcover)
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Titel
Umbruch im Jahr 1000
Untertitel
Lournand bei Cluny - ein Dorf in Frankreich zwischen Spätantike und Feudalherrschaft
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Guy Bois
Erscheinungsdatum
1993
Einband
Hardcover
Seitenzahl
224
ISBN10
360891367X
ISBN13
9783608913675
Reihe
Beschreibung
Im 10. Jahrhundert n.Chr. herrscht in Frankreich das Mittelalter, doch ein kleines Dorf in Burgund, Lournand, scheint noch in der Antike zu leben. Professor Guy Bois untersucht in seiner Monographie die Lebens- und Wirtschaftsformen der Dorfbewohner und kommt zu dem Schluss, dass das Mittelalter nicht vor dem Jahr 1000 begann. Bis weit ins 10. Jahrhundert existieren in Lournand antike Gesellschaftsstrukturen, vor allem in Form von Sklavenhaltung durch adlige Großgrundbesitzer. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch die zukünftige Wirtschaftsform: die kleinbäuerliche Familie, die in der Dorfgemeinschaft arbeitet. Mit dem Zerfall politischer Strukturen und dem Aufkommen der Geldwirtschaft gerät diese Schicht in wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit. Oft schenken sie ihr Land den Mönchen von Cluny, können es jedoch als Pächter bewirtschaften. Diese gravierenden Umwälzungen bezeichnet Bois als "feudale Revolution". Für ihn beginnt das Mittelalter erst mit diesem Umbruch, also etwa 500 Jahre später als in gängigen Geschichtsbüchern. Diese provokante These macht die Lektüre lohnenswert, auch wenn der Spagat zwischen Mikroanalyse und universeller Theorie nicht immer überzeugt. Fazit: Eine anspruchsvolle Lektüre für Geschichtsinteressierte und Fachleute, die bereit sind, ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen.