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50. Todestag der Mutter aller Krimigeschichten

Kleine Quizfrage: Wer wurde 1890 in Torquay geboren, erschuf wahre Detektiv-Legenden und gehört zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt? Richtig: Agatha Christie! Anlässlich des 50. Todestages gedenken wir der Meisterin der Spannung und wollen euch ihr Werk etwas näherbringen.

Agatha Christie – Die Krimi-Königin

Wenn man Cozy-Krimis mag und sich gerne abends gemütlich im eigenen Lesesessel verkriecht, dann ist der Name Agatha Christie nicht nur Programm, sondern auch Pflicht. Mit über 2 Milliarden verkauften Büchern zählt die britische Schriftstellerin zu den erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte. 66 Krimis schüttelte die im Ersten Weltkrieg als Krankenschwester arbeitende Christie aus der Feder, und schon ihr erster Roman, Das fehlende Glied in der Kette, wurde bis heute 100 Millionen Mal verkauft. Doch ihre beliebtesten Titel sind ohne Zweifel Mord im Orientexpress, Der blaue Express, Der Tod auf dem Nil und Fata Morgana.

Bei so vielen Romanen braucht es auch Kriminalisten, die einen packen und nicht mehr loslassen. Am berühmtesten wurde Hercule Poirot, ein makellos angezogener und mitunter penibler belgischer Detektiv, der dank Christies Liebe zum Detail eine der bekanntesten literarischen Figuren aller Zeiten wurde. Aber auch ihre zweite Heldin, die trotz Ruhestand ziemlich flotte Miss Marple, wurde weltberühmt.

Agatha Christie schrieb aber keineswegs nur Krimi-Romane und Detektivgeschichten. Auch Kurzgeschichten und 23 Bühnenwerke (darunter Die Mausefalle, welches das am längsten ununterbrochen aufgeführte Theaterstück weltweit ist) gehören zu ihrem Repertoire, ebenso wie sechs romantische Geschichten, die sie unter dem Pseudonym Mary Westmacott schrieb. Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie im Alter von 85 Jahren in Winterbrook House an einem Schlaganfall. Ihre Autobiografie wurde erst später veröffentlicht, doch geschrieben hat Christie dieses letzte Buch in den Jahren 1950–1965.

Schauen wir uns also ihr Lebenswerk genauer an

Interessantes aus dem Leben von Agatha Christie

  • 1928 reiste sie spontan mit dem Orient-Express nach Bagdad. Die Reise inspirierte sie dazu, den Mord im Orientexpress zu schreiben, ihr wohl berühmtestes Buch.
  • Der Schnauzer-Sherlock Hercule Poirot kommt in insgesamt 33 der 66 Krimis vor. „Knapp“ dahinter: Miss Marple mit 12 Auftritten als Chef-Detektivin.
  • 1926 galt sie nach einem Streit mit ihrem Ehemann zehn Tage lang als vermisst. Bei der Suchaktion beteiligte sich auch Arthur Conan Doyle, der Erfinder von Sherlock Holmes. Was genau in diesen zehn Tagen vorgefallen ist, wurde bis heute nicht geklärt, da sich Christie nach eigenen Angaben „nicht mehr daran erinnern würde“.
  • Ihr meistverkaufter Roman ist Und dann gabs keines mehr.
  • Bis heute gilt Christie als die Mutter der Plottwists, da sie die zu ihrer Zeit bekannten Limitierungsregeln brach und die Täter somit von den Lesern fast nie vorher ermittelt werden konnten.

Interessante Bookbot-Statistiken:

  • Letztes Jahr wurden auf Bookbot 14.913 Bücher von Agatha Christie verkauft, davon 3.129 nach Deutschland und 754 nach Österreich. Damit war sie die 14. erfolgreichste Autorin des ganzen Jahres.
  • Auf ihrer Autorenseite auf unserer Website konnten wir 5.961 Aufrufe registrieren. Nur Stephen King hatte letztes Jahr mehr.
  • Christies wertvollstes Buch bei uns? Der Titel The Murder of Roger Ackroyd aus dem Jahr 1931 wurde für 180 Euro verkauft.

Verfilmungen

Christies Bücher wurden nicht nur oft, sondern auch überaus erfolgreich verfilmt. 1978 zum Beispiel, als Tod auf dem Nil herauskam. Der zweifache Oscarpreisträger Peter Ustinov übernahm die Rolle des Meisterdetektivs Poirot, eine Figur, die ihm herausragend lag. Noch fünf weitere Male schlüpfte er in diese Rolle und brachte so einer ganzen Generation Agatha Christies Hauptfigur näher. Der 1957 erschienene Zeugin der Anklage ist der Film, der kritisch am meisten begeisterte, auch wegen der herausragenden schauspielerischen Leistung von Marlene Dietrich. Der Film zum Buch Vier Frauen und ein Mord (1964) wurde hingegen zum beliebtesten Miss-Marple-Streifen, da auch hier die Besetzung stimmte – keiner konnte die altjunge Detektivin besser darstellen als Margaret Rutherford. Abseits von Hollywood und dem Kino gibt es auch noch mehrere europäische Fernsehfilme und eine eigene Miss-Marple-Fernsehserie.