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Orna Kenan

    Die Jahre der Vernichtung
    Das Dritte Reich und die Juden
    • Das Dritte Reich und die Juden

      • 284 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Saul Friedländer, ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis, beleuchtet die sich verschärfende Verfolgung der Juden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Er zeigt auf, wie ideologische Ziele und politische Entscheidungen sich gegenseitig verstärkten und dennoch Raum für radikalere Entwicklungen ließen. Friedländer behandelt die Perspektive der Opfer parallel zur Täteranalyse, um ein Gefühl der Entfremdung zu erzeugen, das der Tendenz entgegenwirkt, die Vergangenheit zu domestizieren und ihre Wirkung zu mindern. Diese Entfremdung spiegelt wider, wie die Opfer des Regimes in den dreißiger Jahren eine absurde und bedrohliche Realität erlebten, eine groteske Welt hinter der Fassade einer noch bedrückenderen Normalität. Friedländer setzt neue Maßstäbe; sein Werk bleibt unvergesslich, emotional aufwühlend und intellektuell herausfordernd. George L. Mosse bezeichnet es als das beste Buch zu diesem Thema. Friedländer, 1932 in Prag geboren, überlebte das Dritte Reich unter falschem Namen in einem katholischen Internat in Frankreich. Nach seiner Auswanderung nach Israel 1948 ist er heute Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv und der University of California, Los Angeles, und zählt zu den großen Kennern der NS-Zeit und der Judenverfolgung.

      Das Dritte Reich und die Juden
      4,2
    • Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 erhält die Geschichte des Holocaust eine neue Dimension, die über deutsche Politik und Entscheidungen hinausgeht. Sie umfasst die Reaktionen der Welt und die Haltungen der Opfer. Die Totalität des Holocaust zeigt sich in der Konvergenz dieser Elemente. In besetztem Europa hing die Umsetzung deutscher Maßnahmen von der Gefügigkeit lokaler Institutionen, der Unterstützung durch Ordnungskräfte und der Passivität der Bevölkerung ab. Auch die Bereitschaft der Opfer, den Weisungen zu folgen, spielte eine entscheidende Rolle, oft in der Hoffnung, die Situation zu mildern oder Zeit zu gewinnen. Eine umfassende Geschichte des Holocaust muss all diese Aspekte integrieren. „Die Jahre der Vernichtung“ erzählt meisterhaft die Geschichte der Ermordung der europäischen Juden vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende des Dritten Reiches. Doch wissenschaftliche Objektivität allein reicht nicht aus, um das Geschehen zu erfassen. Friedländer nutzt ein überwältigendes Spektrum an Stimmen – Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Erinnerungen –, um der Gefahr einer „domestizierten“ Erinnerung entgegenzuwirken. Diese besondere Qualität seiner Geschichtsschreibung verleiht dem Werk einen einzigartigen Rang und hebt es aus der Literatur hervor. Mit diesem umfassenden Werk über die Ermordung der europäischen Juden liegt Friedländers bedeutende Darstellung nun vollständig vor.

      Die Jahre der Vernichtung
      4,2