»Offenbarung« ist eine Schlüsselkategorie des christlichen Glaubens. Doch wie kann der unendliche Gott im Endlichen wirklich Gegenwart werden? Wie ist solche Gegenwart denkbar, ohne Gott auf ein endliches menschliches Personsein zu depotenzieren oder die Freiheit des Menschen außer Kraft zu setzen? Der Band erörtert aktuelle konfliktive theologische Diskurslinien in der Spannung zwischen einem stärker subjektzentrierten und einem eher theozentrischen Ansatz.
Bernhard Nitsche Bücher




Kann ein Universum, das Leben und Geist erzeugt, rein naturalistisch erklärt werden? Im Überschneidungsbereich von Philosophie, Theologie und Psychologie werden neue Konzepte entwickelt, in denen die Einheit von Geist und Materie gedacht werden kann. Einerseits geht es darum, den cartesianischen Dualismus zu überwinden. Andererseits kommen von theologischer Seite Geisttheologien ins Spiel, die die Dynamik des göttlichen Geistes als kreativen Weltbezug zu verstehen versuchen. All integrative Konzepte denken die Natur als geistoffen und somit angelegt auf Personalität. Die Begriffe "Protopersonalität" und "Transpersonalität" bezeichnen die anfanghafte und wachsende Offenheit welthafter Prozesse für geistige Phänomene.
Dimensionen des Menschseins - Wege der Transzendenz?
- 409 Seiten
- 15 Lesestunden
Im Kontext der Krise des Theismus stellt Bernhard Nitsche in diesem Band seine Theorie einer dreifachen Strukturie-rung menschlicher Transzendenzbezüge vor Theologen und Philosophen unterschiedlicher Fachdisziplinen zur Debatte. Angesichts einer fluiden, fragilen und fragmentarischen Identitätskonstruktion der modernen, selbstermächtigten Subjekte verlieren klassische Containerbegriffe (Theismus versus Deismus, Pantheismus) allein und für sich ge-nommen ihre analytische Kraft. Es bedarf einer veränderten Typologie der spirituellen Strukturmuster, religiösen Formenkreise und der Bezugnahmen auf religiöse Transzendenz. Kann die anthropologische Unterscheidung von Selbstbezug, Sozialbezug und Weltbezug bzw. die Unterscheidung von kosmischen, sozial-relationalen und be-wusstseinsbestimmten Zugängen auch für eine Komparative Theologie fruchtbar sein?