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Jürgen Dendorfer

    Die Staufer und Byzanz
    Tenere et habere
    Zisterzienser und Zisterzienserinnen am Oberrhein (12. bis 14. Jahrhundert)
    Herrschen und (Nicht-)Entscheiden
    • Herrschen und (Nicht-)Entscheiden

      Politisches Handeln im Reich und Ostmitteleuropa des 12. Jahrhunderts

      Anders als in der modernen Gesellschaft, in der politisches Handeln stark durch Entscheidungen geprägt ist, bestimmte im Mittelalter eine strenge Rangordnung den Entscheidungsrahmen. Der Rang definierte die soziale Identität des Einzelnen. Entscheidungen des Herrschers konnten konfliktträchtig sein, insbesondere wenn sie an den Rang gebundene Ansprüche bedrohten und als Ehrverletzung wahrgenommen wurden. Diese potenziell destabilisierenden Folgen führten oft dazu, dass Herrschaftsausübung darin bestand, Entscheidungen zu vermeiden und in der Schwebe zu halten. Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Historikern aus Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn, die 2023 in Brno/Brünn verschiedene Aspekte des herrscherlichen Entscheidens untersuchen. Die Beiträge beleuchten, wie im Mittelalter politische Handlungen nicht nur durch Entscheidungen, sondern auch durch die komplexen sozialen Strukturen und Rangordnungen geprägt waren. Die Diskussionen bieten einen tiefen Einblick in die Dynamiken der Macht und die Herausforderungen, die mit dem Treffen von Entscheidungen verbunden waren.

      Herrschen und (Nicht-)Entscheiden
    • Das elsässische Kloster Lützel hatte durch die Gründung von Tochterklöstern eine enorme Ausstrahlung auf den ganzen südlichen Oberrhein. Da Zisterzen ordenstypische Prägungen aufwiesen und zugleich in Konkurrenz mit anderen geistlichen Gemeinschaften standen, bildet das Filiationsnetz einen sinnvollen Raum des Vergleiches. Der Band nimmt in guter landesgeschichtlicher Tradition acht Männer- und fünf Frauenklöster des Zisterzienserordens in den Blick, um die Konturen der einzelnen Klöster im Vergleich mit anderen herauszuarbeiten. Die Beiträge des ersten Teils geben einen strukturierten Überblick über die Zisterzienserklöster am Oberrhein mit Seitenblicken auf die Nachbarregionen in Norden, Süden und Osten. Der zweite Teil nähert sich den zisterziensischen Realitäten in der Region über die Erörterung übergreifender Fragestellungen.

      Zisterzienser und Zisterzienserinnen am Oberrhein (12. bis 14. Jahrhundert)
    • Tenere et habere

      Leihen als soziale Praxis im frühen und hohen Mittelalter

      Seit mehr als zehn Jahren diskutiert die deutschsprachige Forschung über das „Lehnswesen“. Zahlreiche Beiträge haben mittlerweile gezeigt, dass es weder im frühen noch im hohen Mittelalter jenes allumfassende Ordnungsmodell war, das politische, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse strukturierte. In dieser Forschungslandschaft, die verständlicherweise von einer Dekonstruktion der bisherigen Annahmen geprägt war, versucht der Band einen neuen Akzent zu setzen. Er erprobt, indem er von „Leihe“ und „Leiheformen“ spricht, ein begriffliches und analytisches Instrumentarium, das engführende feudo-vasallitische Deutungen zu vermeiden helfen soll. Die Autorinnen und Autoren des Bandes, der aus der Arbeit mehrjähriger Treffen in Freiburg und Tübingen hervorgegangen ist, untersuchen dazu ein breites Panorama von Quellen von der Karolingerzeit bis ins 13. Jahrhundert.

      Tenere et habere