Humandifferenzierung
Disziplinäre Perspektiven und empirische Sondierungen
Das Konzept der Humandifferenzierung untersucht, wie Menschen sich untereinander und von nicht-menschlichen Entitäten unterscheiden. Die kulturelle Differenzierung erfolgt in verschiedenen Sinnschichten: perzeptiv durch kognitive Schemata, sprachlich über Lexeme und grammatische Strukturen, diskursiv durch Erzählungen und Thematisierungen, praktisch durch situierte Tätigkeiten und habitualisiertes Verhalten, sozialstrukturell durch soziale Gebilde und materielle Infrastrukturen. Der Band vereint theoretische Überlegungen und empirische Analysen aus verschiedenen Disziplinen wie Soziologie, Sozialpsychologie, Ethnologie und Medienkulturwissenschaft. Die Beiträge untersuchen Ordnungsprozesse von kognitiven Unterscheidungen über Sprachaggregatzustände bis hin zur bürokratischen Rekategorisierung von Flüchtlingen und der Geschichte gesellschaftlicher Differenzierung. Sie analysieren Grenzverwischungen in Translationsprozessen, der Ambiguität von Lifestyle-Magazinen, Translanguaging, sowie in der Kombination von Leistung und Behinderung in der Bühnengeschichte. Zudem werden die Außengrenzen des Humanen betrachtet, einschließlich humanoider Maschinen in der Robotik, digitaler Assistenzsysteme und der Humandifferenzierung durch Algorithmen der Videoüberwachung.
