Aenne Biermann (1898-1933) zählt zu den festen Grössen der Fotografie der 1920er und 1930er-Jahre. Im Gegensatz zu Fotografenkolleginnen wie Florence Henri, Germaine Krull oder Lucia Moholy erfuhr sie weder eine künstlerische Ausbildung noch verkehrte sie in den Avantgardekreisen der Grossstadtzentren - und obwohl sie nur wenige Jahre fotografierte, entwickelte Biermann einen eigenen, signifikant modernen Bildstil, der sie innerhalb kürzester Zeit als Vertreterin der zeitgenössischen Avantgardefotografie etablierte. Sie richtete ihre Kamera auf Pflanzen, Dinge, Menschen und Alltagssituationen. Mittels klarer Strukturen, präziser Kompositionen mit Licht und Kontrast sowie enger Bildausschnitte entlockte sie den Motiven ihres persönlichen Umfelds eine besondere Poesie und vermittelte, wie sie 1930 schrieb, eine «Vertrautheit mit den Dingen».Die Monografie präsentiert das Werk Aenne Biermanns als ein Beispiel für Moderneströmungen jenseits der Zentren der Avantgarde und thematisiert die Verflechtungen von Laienkunst und Avantgardefotografie in den 1920er-Jahren wie auch das Selbstverständnis bürgerlicher Frauen in Bezug auf künstlerische Produktion und individuelle Entwicklungen.
Simone Förster Bücher


Inside - outside
- 111 Seiten
- 4 Lesestunden
Raumdarstellungen sind seit der Erfindung der Fotografie ein zentrales Thema des Mediums. Die Übersetzung realer Räumlichkeit in die Fläche des Bildraumes stellt eine besondere Herausforderung dar. Künstler setzen sich weiterhin mit den Paradigmen Raum und Fotografie auseinander, wobei das zweidimensionale Medium genutzt wird, um die Qualitäten und Grenzen des Räumlichen zu erkunden. Innenräume können als Spiegel analytisch-konstruktiver Kategorien dienen, während ihre Manipulation durch den Künstler die Möglichkeiten des Fotografischen offenbart. Zudem fungiert der Innenraum als Metapher für emotionale Empfindungen oder narrative Erinnerungen. Spuren im Raum verweisen auf Geschehenes und die Identität des Raumes, wodurch er zu einem definierten Ort wird. Künstler entdecken, erhalten, erfinden oder konstruieren Räume und machen die Grenzen zwischen Raum und Ort sichtbar. Die Ausstellung thematisiert die Schnittstelle von Innen und Außen, beginnend mit „Villa Malaparte“ von Günther Förg und der Architektur des Museums Küppersmühle. Sie präsentiert Werkgruppen von 16 zeitgenössischen Künstlern und Fotografen aus dem deutschsprachigen Raum, die seit den 1990er Jahren fotografisch arbeiten. Ihre Werke umreißen das Spannungsfeld zwischen Dokumentation, konzeptionellem Ansatz, Manipulation und Inszenierung und zeigen Entwicklungen von den 1990er Jahren bis zur Gegenwart.