Als schamlos und verwerflich galt Wildes berühmter einziger Roman bei seinem Erscheinen 1891. Der junge, unverdorbene und staunenswert schöne Dorian Gray wird durch den geistreichen Zyniker Lord Wotton zu einem Leben voller ausschweifender Sinnengenüsse verführt. Um seine Jugend zu bewahren, lässt der Jüngling statt seiner ein Porträt von sich altern. Doch der tödliche Pakt mit teuflischen Mächten stürzt ihn ins Verderben.
Lew Tolstoj wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana geboren und starb am 20. November 1910 in Astapowo an einer Lungenentzündung. Er entstammte einem russischen Adelsgeschlecht und wurde mit neun Jahren Vollwaise. Seine Tante übernahm die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 mit dem Studium orientalischer Sprachen, wechselte jedoch zur juristischen Fakultät und brach 1847 ab, um die Lage der 350 geerbten Leibeigenen in Jasnaja Poljana zu verbessern. Ab 1851 diente er in der zaristischen Armee und erlebte den Kaukasuskrieg sowie den Krimkrieg, dessen Berichte ihn 1855 als Schriftsteller bekannt machten. Er reiste 1857 und 1860/61 durch Westeuropa, wo er Künstler und Pädagogen traf. Nach seiner Rückkehr förderte er reformpädagogische Bestrebungen und gründete Dorfschulen nach Rousseaus Vorbild. Ab 1855 lebte er abwechselnd in Jasnaja Poljana, Moskau und Sankt Petersburg. 1862 heiratete er die 18-jährige Sofja Andrejewna Behrs, mit der er 13 Kinder hatte. In den folgenden Jahren schrieb er die monumentalen Romane, die seinen literarischen Weltruhm begründeten. Gisela Drohla, geboren 1924, war eine bedeutende Übersetzerin russischer Literatur und verstarb 1983.
Zusammen mit Hanns Heinz Ewers und Karl Hans Strobl bildete Gustav Meyrink während der Weimarer Republik das berühmte "Dreigestirn" der unheimlichen Fantastik in Deutschland. Während Strobls Werk weitgehend vergessen ist und Ewers' Kotau vor dem Nationalsozialismus seine Wiederentdeckung erschwert, erfreuen sich Meyrinks Geschichten und Romane anhaltender Beliebtheit. In einem Schlüsselroman des Expressionismus träumt ein anonymer Erzähler von wunderlichen Ereignissen. Athanasius Pernath, ein Gemmenschneider im jüdischen Ghetto von Prag, wird in Intrigen verwickelt und von Halluzinationen heimgesucht. Durch ein Komplott des Trödlers Aaron Wasserturm gerät er unter Mordverdacht, wird ins Gefängnis geworfen und gibt alle Hoffnung auf, bis er unerwartet entlassen wird und das Ghetto abgerissen sieht. Vergeblich sucht er seine Freunde, bis er schließlich abstürzt und erwacht, ohne geschlafen zu haben. Doch waren all seine Erlebnisse wirklich nur ein Traum? Pernaths Spurensuche liefert Indizien für das Gegenteil. Die Vorarbeiten begannen 1907, der Roman erschien 1913/14 in Fortsetzungen und 1915 in Buchform. Obwohl der Titel auf die jüdische Legende anspielt, ist der Golem für Meyrink ein Symbol des Prager Judengettos. Der Roman zeigt auch eine Neigung zum Okkultismus, die in späteren Werken stärker wird. Der Golem bleibt Meyrinks bekanntester Roman und erlebte zahlreiche Neuausgaben.
Příběh je vyprávěn americkým cestovatelelm Joerlinkem, který se v srpnu roku 1839 na Kerguelenových ostrovech nalodí na loď Halbrane kapitána Lena Guye. Cestou na Falklandy zjistí, že kapitán Guy je přesvědčen o tom, že Poeův román je založen na pravdivých skutečnostech a že loď je na výpravě do Antarktidy, aby zachránila zbytek posádky goelety Jana, na které se Pym plavil, a jejíž kapitán William Guy je bratrem kapitána Lena Guye. Joerlink se nakonec k záchrané výpravě přidá.