Jugendgerichtsbarometer 2021/2022
Eine bundesweite (Wiederholungs-)Befragung von Jugendrichter:innen und Jugendstaatsanwält:innen
- 136 Seiten
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Die vorliegende Untersuchung baut auf dem 2014 veröffentlichten Jugendgerichtsbarometer auf, das erstmals zentrale Aspekte des Arbeitsbereichs Jugendgerichtsbarkeit bundesweit erfasste. Im Kontext des bevorstehenden hundertjährigen Jubiläums des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) im Jahr 2023 wird die Umsetzung seiner Bestimmungen in der Praxis weiterhin intensiv diskutiert. Besonders im Fokus stehen die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Justiz sowie die Qualifikation von Jugendrichter:innen und Jugendstaatsanwält:innen. Diese Themen sind auch in der EU-Richtlinie 2016/800 verankert, die 2019 in nationales Recht umgesetzt wurde und relevante Normen des JGG betraf. Zudem wurden durch das Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder 2021 neue Qualifikationsanforderungen für Jugendrichter:innen und Jugendstaatsanwält:innen eingeführt. Die Relevanz dieser Themen bleibt ungebrochen, und es stellt sich die Frage, welche Veränderungen seit der ersten Befragung 2013/2014 beobachtet werden können. In der Justiz sind verstärkte Fortbildungsangebote im Bereich der Jugendgerichtsbarkeit zu verzeichnen, während die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe weiterhin ein zentrales Thema ist. Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz von 2021 zielt darauf ab, die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Justiz zu stärken. Die aktuelle Befragung umfasst neue Aspekte wie notwendige Verteidigung und audiovisuelle Aufzeichnungen, während einige
