Ausgeliefert und verdrängt Heimkindheiten zwischen 1949 und 1975 und die Auswirkungen auf die Lebensführung Betroffener
Eine begleitende Studie zur Bayerischen Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder
- 460 Seiten
- 17 Lesestunden
Erst mit jahrzehntelanger Verspätung wurden die Belange ehemaliger Heimkinder von Politik und Öffentlichkeit wahrgenommen, was zur Einrichtung von Anlauf- und Beratungsstellen in Bayern führte. Diese Studie zeigt, dass die Arbeit dieser Stellen einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung und Aufarbeitung des Schicksals ehemaliger Heimkinder leistete. Dies geschah vor dem Hintergrund eines bislang unbekannten Ausmaßes an Vernachlässigung, Misshandlung und sexualisierter Gewalt in Kinderheimen zwischen 1949 und 1975. Systematische biografische Rekonstruktionen bieten umfassende Einblicke in die gesundheitlichen, sozialen und beruflichen Auswirkungen dieser frühen Schädigungen auf das gesamte Leben der betroffenen Frauen und Männer, während auch deren Überlebensressourcen sichtbar werden. Die Studie fungiert zudem als Mahnung an die gegenwärtige stationäre Kinder- und Jugendhilfe, indem sie die zerstörerischen Wirkungen von Gewalt, Vernachlässigung und Machtmissbrauch auf die betroffenen jungen Menschen eindringlich beschreibt. Die Untersuchung umfasst verschiedene Aspekte, darunter den Forschungskontext, die Arbeit der Beratungsstelle aus Sicht der Berater*innen, familiäre Hintergründe, das Leben im Heim und die kulturelle Aufarbeitung der Erfahrungen.
