Hugo von Hofmannsthal war ein österreichischer Schriftsteller, der als Dramatiker, Dichter und Essayist Berühmtheit erlangte. Seine Werke beschäftigen sich häufig mit komplexen psychologischen Themen und Fragen der Identität. Hofmannsthals unverwechselbarer Stil, der sich durch Musikalität und lyrische Schönheit auszeichnet, hinterließ unauslöschliche Spuren in der deutschsprachigen Literatur. Seine Fähigkeit, in die Tiefen der menschlichen Psyche einzudringen, und seine Meisterschaft in der Form machen ihn zu einer bedeutenden Figur der Literaturgeschichte.
Eine Auswahl der wichtigsten Erzählungen Hofmannsthals. Neben dem „Märchen der 672. Nacht“, der „Reitergeschichte“ und dem „Erlebnis des Marschalls von Bassompierre“ finden sich unter anderem die „Soldatengeschichte“, die „Augenblicke in Griechenland“ oder „Die Frau ohne Schatten“, die Hofmannsthal auch als Opernlibretto verarbeitete.
Der große österreichische Dramatiker. Schöpfer des »Jedermanns«. Gebunden in Naturpapier mit Leinenstruktur & Goldprägung
Hugo von Hofmannsthal gilt als der Autor des fin de siècle im deutschsprachigen Raum. Sein vielfältiges Schaffen kann in diesem Band entdeckt werden. Die teils symbolistisch und ästhetizistisch geprägte Lyrik hat ihren ganz eigenen Reiz, während die Dramen des Spätwerks seinen Ruhm bis heute begründen. Auch die essayistischen Schriften über die Bedeutung und Grenzen der Sprache und der Kunst dürfen nicht fehlen. So steht eine Auswahl seiner Lyrik neben seinem »Jedermann«, dem »Rosenkavalier« und dem »Bergwerk zu Falun« sowie dem berühmten »Brief« an Lord Chandos und weiterer kurzer Prosa.
Die bis dato unveröffentlichte Korrespondenz umfasst insgesamt über 200 Briefe, ausgetauscht zwischen dem deutschen Komponisten Richard Strauss, dem österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und Alfred Roller, Bühnenbildner unter Gustav Mahler und eine der zentralen Figuren des österreichischen Opern- und Theaterschaffens des frühen 20. Jahrhunderts. Neben dem viel gelesenen und zitierten Briefwechsel zwischen Strauss und Hofmannsthal ermöglichen die Briefe von und an Roller einen neuen Blickwinkel auf die österreichische Musikgeschichte, auf die Entstehungsgeschichte wegweisender Produktionen wie dem Rosenkavalier oder Jedermann sowie die Gründungszeit der Salzburger Festspiele.
Das berühmteste frühe Drama Hugo von Hofmannsthals ist ein modernes Traumspiel, eine Auseinandersetzung mit Erlebtem und Versäumtem, dem Leben und dem Tod.
Der junge Hofmannsthal wurde schlagartig berühmt durch seine Gedichte, die er zuerst unter dem Pseudonym Loris veröffentlichte. Der lyrische Ton prägt das Frühwerk Hofmannsthals, auch in den Bühnenwerken, die in dieser Zeit entstanden. Dieser Band beinhaltet sämtliche Gedichte Hofmannsthals sowie die Prologe und Trauerreden, die im Kontext des Theaters entstanden sind, und vor allem die berühmten Lyrischen Dramen. Aus dem Inhalt: Gedichte. Gestalten. Prologe und Trauerreden Idylle. Gestern. Der Tod des Tizian. Der Tor und der Tod Die Frau im Fenster. Die Hochzeit der Sobeide. Das Kleine Welttheater. Der weiße Fächer. Der Kaiser und die Hexe Der Abenteurer und die Sängerin
Hofmannsthals erzählerisches Werk umfasst nur neun veröffentlichte Erzählungen, obwohl er viele Pläne hatte. Die vorliegenden drei Geschichten sind charakteristisch für die Verbindung von Tradition und Moderne in seinem Gesamtwerk. Diese Edition basiert auf der kritischen Ausgabe seiner Werke.
Die Sammlung "Reden und Aufsätze II (1914 - 1924)" umfasst bedeutende Reden über Beethoven und Grillparzer sowie Essays zu Shakespeare, Ferdinand Raimund und einem Deutschen Lesebuch von Max Reinhardt. Zudem enthält sie einen Appell an die oberen Stände und behandelt Themen zu Preußen und Österreich.
"Jedermann Das Große Welttheater" vereint Hugo von Hofmannsthals bekanntestes Werk "Jedermann" mit weiteren bedeutenden Dramen wie "Das Salzburger Große Welttheater" und "Der Turm". Der Band enthält zudem Prologe und Fragmente, die die Erfolge des Autors bei den Salzburger Festspielen unterstreichen.
Die Haushälterin war eine alte Frau, deren verstorbene Tochter die Amme des Kaufmannssohnes gewesen war. Sie war still, und die Kühle des Alters strahlte von ihrem weißen Gesicht und ihren Händen aus. Der Kaufmannssohn hatte sie gern, da sie ihn an seine Mutter und seine geliebte Kindheit erinnerte. Mit seiner Erlaubnis hatte sie eine entfernte, fünfzehnjährige Verwandte ins Haus genommen, die sehr verschlossen und hart zu sich selbst war. Eines Tages warf sie sich in einem Anfall von Zorn aus einem Fenster in den Hof und fiel in aufgeschüttete Gartenerde, wobei sie sich nur das Schlüsselbein brach. Nach dem Vorfall schickte der Kaufmannssohn seinen Arzt zu ihr, kam jedoch am Abend selbst, um nach ihrem Befinden zu sehen. Als er sie zum ersten Mal lange ansah, war er von der seltsamen Anmut ihres Gesichts überrascht, obwohl ihre dünnen Lippen etwas Unschönes und Unheimliches ausstrahlten. Plötzlich öffnete sie die Augen, sah ihn eisig und böse an, wandte sich dann mit zusammengebissenen Lippen gegen die Wand, um den Schmerz zu überwinden. In diesem Moment verfärbte sich ihr blasses Gesicht ins Grünlichweiße, sie wurde ohnmächtig und fiel in ihre frühere Lage zurück.