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Aron Dornauer

    Proso, Sorghum, Tiger Nut
    Das Archiv des assyrischen Statthalters Mannu-kī-Aššūr von Gūzāna, Tall Ḥalaf
    Assyrische Nutzlandschaft in Obermesopotamien
    • 2018

      Proso, Sorghum, Tiger Nut

      Some Minor Crops in the Cuneiform Sources

      • 165 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Der Fruchtbare Halbmond war die Heimat der ersten domestizierten Feldfrüchte, die für die frühe Landwirtschaft entscheidend waren, darunter Einkorn, Emmer, Gerste und verschiedene Hülsenfrüchte. Untersuchungen zeigen, dass der Anbau von Gerste vorherrschte, was die Annahme nahelegt, dass Ackerbau in Mesopotamien möglicherweise aus einer Gerstemonokultur bestand. Dennoch deutet die Vielzahl keilschriftlicher Begriffe für Getreide und Hülsenfrüchte auf eine gewisse Biodiversität hin. Einige Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte sumerische und akkadische Begriffe mit Hirsesorten oder Hülsenfrüchten identifiziert werden könnten. Die Studie untersucht spezifische sumero-akkadische Begriffe, die als Hirse- oder Sorghumsorten gedeutet werden, und stellt die Frage, ob Hirsesorten im späten dritten Jahrtausend v. Chr. in Babylonien angebaut wurden. Dabei wird auch der bronzezeitliche Handel am Golf betrachtet, der den Austausch von Hirsen aus Afrika und Asien umfasste. Es wird festgestellt, dass trotz der Hitzetoleranz von Hirsesorten diese nicht die Hauptfrüchte in regenarmen Babylonien ersetzten. Der zweite Teil der Untersuchung beschäftigt sich mit der Identifizierung der akkadischen Feldfrucht ⁽še/ú⁾qayyātu und deren Verwendung in der Bier- und Lebensmittelproduktion, sowie mit anderen fermentierten Zwischenprodukten.

      Proso, Sorghum, Tiger Nut
    • 2016

      Seit etwa 1450 v. u. Z. hat uns die assyrische Verwaltung Tontafeln hinterlassen, die uns Einblicke in die feldwirtschaftliche Nutzung der obermesopotamischen Steppe gewähren. Vor dem Hintergrund paläoklimatologischer Studien zeigt sich, dass weniger technische und sozioökonomische Defizite als Aridität der mittelassyrischen Siedlungs- und Agrarpolitik enge Grenzen setzten. Erst ein humideres Klima um 800 v. u. Z. gestattete die dichtere Besiedlung ganz Obermesopotamiens. Die dabei angestoßenen soziopolitischen Dynamiken lösten sukzessive die Bindung extramuraler Nutzlandschaften von der Krone und verwandelten ganz Obermesopotamien in die Pfründe und das Versorgungsland assyrischer Offizieller. Seit 744 v. u. Z. versorgten die imperialen Eroberungen die assyrische Militärelite mit Silber. Diese investierte das Silber in Nutzlandschaft, die seit 746 v. u. Z. frei handelbar war. Das führte zu produktiverer – in Anlehnung an Max Weber zu agrarkapitalistischer – Nutzung der extramuralen Nutzlandschaft.

      Assyrische Nutzlandschaft in Obermesopotamien
    • 2014

      Im Jahr 1912 entdeckte Max Freiherr von Oppenheim auf der Zitadelle von Guzana die Überreste des Archivs des Statthalters Mannu-ki-Aššur. Eine erste Bearbeitung der Texte erschien 1940, doch die Neubearbeitung von Aron A. Dornauer berücksichtigt das gewachsene Wissen und stellt die Texte in den soziohistorischen Kontext einer Zeit, in der Assyrien Obermesopotamien in sein Provinzialsystem integrierte. Die administrativen Urkunden und Briefe dokumentieren Abgaben von Getreide, Vieh und Personal für zivilen sowie militärischen Dienst. Es werden Infanteristen, Streitwagen- und Hilfstruppen rekrutiert und mit Waffen, Rüstzeug und Proviant ausgestattet. Zudem werden Gold und Gesandte aus dem Westen durch Guzana geleitet, während Personen des Rechtsbruchs beschuldigt und Rituale organisiert werden. Die Texte zeigen die Kommunikation innerhalb der Provinz sowie mit königlichen Büros in Kal? u und Offiziellen benachbarter Provinzen. Briefformat, Schriftgebrauch und Duktus unterscheiden sich von späteren Texten aus Ninive und Assur. Eine Besonderheit der Einleitung des Briefformulars belegt, dass sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts auch Magnaten königliche Prärogative angeeignet haben.

      Das Archiv des assyrischen Statthalters Mannu-kī-Aššūr von Gūzāna, Tall Ḥalaf