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Mona Yahia

    1. Jänner 1954
    Vier Tage
    Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom
    • Vier Tage

      Eine nahöstliche Tetralogie

      • 586 Seiten
      • 21 Lesestunden

      Vier Tage, vier Generationen, vier Welten – und doch ein gemeinsames Schicksal. Noch ahnen die beiden Schwestern Rebekka und Serafine nicht, wie sehr sich ihre glückliche Kindheit in Mossul wandeln und sie – wie so viele andere arabisch-stämmige Jüdinnen und Juden – in eine Zukunft ohne Heimat katapultieren wird. Es sind die Frauen in der Familie, die ihr Leben in die Hand nehmen, wird Nemir als Erwachsener im Rückblick auf die Familiengeschichte sagen. Und nach Verbindungen und Antworten suchen: warum ihn seine Mutter Rebekka zurückgelassen hat, als sie 1936 in die noch junge Stadt Tel Aviv auswanderte; warum seine Tochter Leila unbedingt die »erste Uniform in der Familie« tragen wollte und erleben musste, wie 1973 an Jom Kippur die ägyptische Armee Israel in den Krieg stürzte; warum seine Tante und, nach Rebekkas Fortgang, Stiefmutter Serafine ihn und ihre Familie ebenfalls verließ und in Istanbul zu Ende führte, was vor so langer Zeit in Mossul mit Wali Khalil Bey begann. Und er wird sich fragen, was die Geschichte seiner Familie ausmacht, die – wie die fast aller jüdischen Familien der arabischen Welt – die Narben des Exils mit Entwurzelung, Anpassung und Neuorientierung unauslöschlich in sich trägt.

      Vier Tage2025
    • In einem modernen Erzählstil schildert eine Jüdin ihre Jugend im Bagdad der 60er Jahre und die Erinnerungen an eine fast vergessene jüdisch-arabische Welt. Sie beschreibt das Wolfszahn-Amulett ihrer syrischen Kindermädchen, die Streiche und Freundschaften in der jüdischen Schule, das jährliche Wettschwimmen im Tigris, die Gesänge der Beduinenfrauen im Soukh und den Duft von Orangenschalen im Winter. Linas Alltag ist geprägt von einer Fülle an Gerüchen, Geschichten und Klängen. Doch mit dem Älterwerden erkennt sie die Anzeichen des Wandels: arabische Männer beschimpfen Frauen, die auf der Straße singen, und leere Schulbänke zeugen von Freunden, die über Nacht ins Ausland verschwinden. Als Flugblätter mit revolutionären Botschaften vom Himmel fallen, wird Lina bewusst, dass das einst weltoffene Bagdad vor der Geheimpolizei fürchten muss. Diese sprachmächtige Erzählung beschwört eine vergessene Welt voller Lebensfreude und Phantasie und triumphiert literarisch über die Melancholie der Erinnerung. Der Roman ist ein Werk voller Einsicht und Witz, brillant und poetisch, und lässt keinen Zweifel an der Sehnsucht der Autorin nach ihrer Heimat.

      Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom2000
      4,5