In seinem fesselnden Buch, das international für Furore gesorgt hat, wirft Quinn Slobodian einen neuen Blick auf die Geschichte von Freihandel und neoliberaler Globalisierung. Im Mittelpunkt steht dabei eine Gruppe von Ökonomen um Friedrich von Hayek und Wilhelm Röpke, die aus einer Außenseiterposition heraus die Deutungshoheit eroberten. Getrieben von der Angst, nationale Massendemokratien könnten durch Zölle oder Kapitalverkehrskontrollen das reibungslose Funktionieren der Weltwirtschaft stören, bestand ihre Vision darin, den Markt auf der globalen Ebene zu verrechtlichen und so zu schützen.
Quinn Slobodian Bücher





Kapitalismus ohne Demokratie
Wie Marktradikale die Welt in Mikronationen, Privatstädte und Steueroasen zerlegen wollen
- 427 Seiten
- 15 Lesestunden
Freiheit und Demokratie, so der Investor Peter Thiel 2009, seien nicht länger kompatibel. Wer die Freiheit liebe, müsse daher versuchen, der Politik in all ihren Formen zu entkommen. Zuflucht suchen könnten Libertäre im Cyberspace, im Weltraum und auf dem offenen Meer. Das mag verblasen klingen, steht aber in einer jahrzehntealten Tradition marktradikaler Ideen: Denker wie Milton Friedman begeisterten sich für das noch unter britischer Oberhoheit stehende Hongkong; Margaret Thatcher träumte von einem Singapur an der Themse. In seinem Buch Globalisten hatte sich Quinn Slobodian mit Versuchen befasst, ökonomische Fragen der demokratischen Willensbildung zu entziehen, etwa durch ihre Übertragung an internationale Organisationen. In Kapitalismus ohne Demokratie geht es nun um eine andere Lösung für das von Thiel beklagte Problem: die Zerschlagung der Welt in Steueroasen, Privatstädte oder Mikronationen. Quinn Slobodian nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die Welt der neoliberalen Utopien. Sie führt nach Dubai und Liechtenstein, ins vom Bürgerkrieg zerrüttete Somalia und zu Elon Musks texanischem Weltraumbahnhof. Und sie weitet den Blick auf eine mögliche Zukunft, die uns Sorgen machen sollte.
This study offers a comprehensive examination of neoliberalism's advocates in Eastern Europe and the Global South, addressing the origins of free market ideology. While recent scholarship on the Mont Pelerin Society has enhanced our understanding of the interplay between ideas, interests, and institutions, it often reflects a Eurocentric perspective. The narrative typically portrays neoliberalism as a diffusion of ideas from the Global North to the periphery, with notable exceptions like Chile under Augusto Pinochet. However, the existing literature predominantly features a limited cast of influential figures, such as Milton Friedman and Friedrich Hayek. This work seeks to rectify that by highlighting a diverse array of voices from the Global South and Eastern Europe involved in the transnational neoliberal movement. It includes figures like B.R. Shenoy from India, recognized for his role in the Mont Pelerin Society, and Manuel Ayau, founder of Marroquin University in Latin America. Additionally, it explores how Chinese intellectuals adapted Hayek and Mises to their contexts. By examining neoliberalism from outside the industrial core, the study reveals the appeal of radical capitalism to various populations and how their innovative policy ideas were localized.