Von Bozen nach Berlin: Ein junger Mann auf der Suche nach einer unversehrten Sprache und der Schönheit der Wörter. Paolo Prescher ist besessen von Wörtern. Wörter haben für ihn Geruch, Farbe oder Klang. Paolo hasst dreckige Wörter, sie rauben ihm die Luft. Dreckig sind Wörter, die nicht sagen, was sie sagen sollen. Seine Mutter macht ihm die Wörter dreckig, auch seinem Vater, der Aphasiker ist. Paolo leidet unter der Heuchelei der Mutter und der Boshaftigkeit der Schwester. Er hasst seine Geburtsstadt Bozen mit ihrer behaupteten Zweisprachigkeit und ihren Oberflächlichkeiten. Auf der Suche nach einer unversehrten anderen Sprache flüchtet er nach Berlin und trifft dort auf Mira. Sie schafft es, seine Worte zu reinigen. Bis seine Obsession ihn wieder einholt. Die herausragende Entdeckung der italienischen Literaturszene.
Maddalena Fingerle Bücher



Kreativität im Schnittpunkt der Observanzen
- 241 Seiten
- 9 Lesestunden
Italienische Literatur entsteht um 1600 in einem Schnittpunkt von poetologischen und religiösen Normierungsbestrebungen und unter wachsamer Beobachtung sowohl seitens einer kritisch diskutierenden literarischen Gemeinschaft als auch der gegenreformatorischen Zensur und Inquisition. Kirchliche Autoritäten kontrollieren die Literatur von außen, während die Literaten in einem Dialog des Aushandelns von Normen und der wachsamen Beratung und Kritik untereinander begriffen sind. Der Titel dieses Bandes benennt dies mit dem Begriff der ‚Observanz‘ in seiner Doppelbedeutung von ‚Beobachtung’ und ‚Regelbeachtung‘. Diese Situation nur als äußere Beschränkung künstlerischen Schaffens zu fassen, wäre freilich reduktiv. Anhand von Texten unterschiedlicher medialer und gattungspoetischer Formate vom Epos bis zur Oper wird gezeigt, wie zwischen 1550 und 1650 dichterische Kreativität unter den besonderen Bedingungen dieser doppelten Observanz zu Lösungen, Evasionen oder Immunisierungen gelangt; wie Autoren auf die textuelle und mediale Gestalt ihrer Werke und auf die Gestaltung oder auch Verhüllung ihrer Autorschaft achtgeben und wie andererseits die Aufmerksamkeit der Rezipierenden auf Problemlagen fokussiert oder aber zerstreut werden kann.
Mit deinen Augen
Roman - Aufbrausend und aberwitzig erzählt die italienische Autorin von den Folgen einer Trennung.
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
Gaia wurde von ihrer großen Liebe verlassen, was sie dazu bringt, ihre Lebensentwürfe und Identität zu hinterfragen. Dank Veronica fühlte sie sich von ihrer wohlhabenden Familie in München, die ihre italienische Herkunft zelebriert, befreit. Doch nach der Trennung ist Gaia gefangen in ihrer Unsicherheit und weiß nicht mehr, wer sie ist. Um sich von der verlorenen Beziehung abzulenken, beschließt sie, wie ihre Exfreundin zu werden. Sie rasiert sich die Haare, kauft eine Perücke, verkauft Erbstücke und greift zu billigem Modeschmuck. Als sie erfährt, dass Veronica einen Mann heiratet, versucht Gaia, auch den Männern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Verwandlung führt sie in einen inneren Konflikt: Wer wird sie sein, wenn sie sich verändert hat? Maddalena Fingerle zeigt in ihrem Werk das facettenreiche Porträt einer jungen Frau, die impulsiv, wütend und obsessiv agiert, dabei jedoch immer einen ironischen Unterton beibehält. Ihr einzigartiges literarisches Talent macht die Geschichte zu einer eindrucksvollen Entdeckung.