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Gerald Heidegger

    Ein Fiebertraum über La Spezia
    'Österreicher bist du erst in Jesolo'
    • Tarvis, Triest, Jesolo. Wenn die Österreicher über die Grenze in den Süden fahren, werden sie mehr als bloß sentimental. Bewusst als Österreicher fühlen sie sich einfach erst im Ausland. Was man daheim mit dem viel zitierten Grant belegt hat, verteidigt man im Ausland mit Stolz. So erklären die Österreicher gern, warum sie spezieller sind als andere. Raffinierter. Warum sie Witz haben. Und nicht so bierernst sind wie die Deutschen, die im Ausland immer nur die Fehler gegenüber dem funktionierenden Daheim suchen. Das Daheim der Österreicher ist nicht das Funktionieren. Es ist das Ideal. Und so schwillt spätestens auf dem Vaporetto in der Lagune von Venedig der Kamm vor Stolz: War das nicht alles früher Österreich? Waren «wir» nicht einmal groß? Reichte das Land nicht bis zur Adria? Österreicher bist du erst in Jesolo sucht nicht nach einer Sentimentalität oder nach der österreichischen Größe in der Vergangenheit. Gefahndet wird nach dem Mindset, welches das Land seit seiner Verkleinerung 1918 und einer behaupteten «Stunde Null» 1945 geprägt hat. Zu erkennen ist dieses Mindset erst mit dem Grenzübertritt. Und dem Blick hinüber nach Hause.

      'Österreicher bist du erst in Jesolo'
    • Ein Fiebertraum über La Spezia

      Wagner, Freud und das Vorspiel zur Psychoanalyse

      • 186 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Das «Rheingold»-Motiv träumt Richard Wagner nach eigenem Bekunden 1853 ausgerechnet in einer Fiebernacht im Golf von La Spezia in Es-Dur. Niemand spricht schon zu Mitte des 19. Jahrhunderts so viel vom Traum und von der Bedeutung der Traumgestalt wie Wagner und inszeniert sein gesamtes Schaffen als großen literarischen Text. Gerade außerhalb von Deutschland, in Frankreich und vor allem auf italienischem Boden, entfacht der Erfinder des Gesamtkunstwerks große Sehnsüchte: Die Kunst soll der Ersatz bei der Findung neuer Nationen werden. Gabriele D’Annunzio entzündet seinen neuen Menschen mit dem toten Wagner in den Armen. Andernorts drängen die Wagnerianer als neue Aufsteiger in das Zentrum der Gesellschaft und etablieren einen ästhetischen Wahn. Das neue Buch von Gerald Heidegger zeigt, wie sehr Wagner schon an den unerwartetsten Stellen das Moment der Psychoanalyse Sigmund Freuds vorwegnimmt. Und verweist darauf, dass den sich als unmusikalisch stilisierenden Freud die Oper als Traumgebilde irritiert.

      Ein Fiebertraum über La Spezia