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Almuth Klein

    Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum - 14: Köpfe, Masken, Charaktere
    Funktion und Nutzung der Krypta im Mittelalter
    • Funktion und Nutzung der Krypta im Mittelalter

      Heiligsprechung und Heiligenverehrung am Beispiel Italien

      • 274 Seiten
      • 10 Lesestunden

      An den Beispielbauten wird deutlich, dass die Hauptaufgabe einer Krypta in der Aufnahme des Heiligengrabs besteht. Unabhängig vom Typus des Heiligen oder seiner Sepultur – sei es eine Bestattung am Martyriumsort, ein durch Translation geschaffenes Grab eines spätantiken Märtyrers oder die Beisetzung eines zeitgenössischen Klerikers – ist die Auffindung der Grabstätte oft mit Kirchenneubauten und Kultbegründungen verbunden. Diese Entdeckung rechtfertigt nicht nur die Vergrößerung der Kirche, sondern bedingt sie. Die Hallenkrypta und die Ringkrypta setzen das Heiligengrab voraus, gehen jedoch darüber hinaus. Durch Fenster und Sichtschächte wird in der Oberkirche angezeigt, dass sich unter dem Hochaltar das Heiligste der Kirche befindet, was Authentizität schafft und die Bedeutung der Stadt betont. Häufig sind die verehrten Personen nicht kanonisiert, und die Bestattung in der Krypta legitimiert den Kult. Der Besitz einer vollständigen Körperreliquie wird zur „Kapitalanlage“ der Kirche, die durch Stiftungen und Schenkungen ihre Einkünfte sichert. Krypten erweitern zudem die Grundfläche der Oberkirche und nivellieren unebenes Gelände. Ihre Bauform passt sich den individuellen, ortsgebundenen Anforderungen an, die sowohl aus der topographischen Situation als auch aus dem Anspruch des Bauherrn resultieren. Die Krypta wertet die Kirche durch ihre anspruchsvolle Architektur auf.

      Funktion und Nutzung der Krypta im Mittelalter
    • Begleitend zur Sonderausstellung "Charakterköpfe. Die Bildnisbüste in der Epoche der Aufklärung"; (6.6.-6.10.2013) behandelt eine internationale Fachtagung das plastische Porträt am Ende des 18. Jahrhunderts, ein Zeitalter grosser geistiger und politischer Spannungen und Umbrüche. Vorgestellt und diskutiert werden unter anderem Fragen zur Funktion von Porträtbüsten im privaten und öffentlichen Raum, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts leidenschaftlich geführte Debatte zur Physiognomik und Charakteristik sowie die florierende Wachsplastik. Einzelstudien beleuchten die Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Stile, die sich in den Bildnissen von Regenten, Bürgern, Künstlern und Gelehrten zwischen Ideal und Individualität bewegen wie in kaum einer anderen Epoche. Bislang war das plastische Porträt als repräsentatives Medium ausschliesslich dem fürstlichen Stand vorbehalten, in den Jahren nach 1780 gelangt es auch in bürgerlichen Kreisen zu grosser Popularität. Die Tagung richtet den Blick ausserdem auf die neuen Materialien und Techniken, die diese Verbreitung bis hin zur Anlage umfangreicher Bildnisgalerien förderten.

      Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum - 14: Köpfe, Masken, Charaktere