Um die ökologisch bedenklichen Cadmium-Korrosionsschutzüberzüge bei höchstfesten Stählen zu ersetzen, wurde ein versprödungssicherer galvanischer ZnNi-Abscheidungsprozess entwickelt. Bisherige Verfahren führten zur Wasserstoffversprödung des Stahls. Durch Prozessoptimierung eines kommerziellen Verfahrens sollte dies verhindert werden. In-situ-Wasserstoffpermeationsmessungen quantifizierten die Wasserstoffabsorption des Stahls 300M, wodurch die Abscheideparameter zur Minimierung der Wasserstoffbelastung modifiziert werden konnten. Eine vollständige Wasserstoffbilanzierung ermöglichte erstmals die Ermittlung des Anteils des gebildeten Wasserstoffs, der vom Stahl absorbiert wird, und dessen Einfluss auf das Versprödungsverhalten. Entscheidend war, die Parameter des ZnNi-Beschichtungsverfahrens so einzustellen, dass eine geeignete Überzugsmorphologie entsteht, die das Ausgasen des aufgenommenen Wasserstoffs durch Wärmebehandlung erleichtert. Wasserstoffeffusionsmessungen bestimmten den kritischen Wasserstoffkonzentationsbereich im Stahl 300M. Zudem wurde festgestellt, dass ZnNi-, Ni- und Zn-Überzüge erhebliche Mengen an diffusiblem Wasserstoff speichern können, der zeitverzögert in den Werkstoff diffundiert und Wasserstoffversprödung auslösen kann. Bei Glanz-Cadmiumüberzügen zeigte sich ein abweichendes Verhalten, was auf einen gesonderten Schadensmechanismus hinweist. Das entwickelte ZnNi-Abscheidungsverfahren für höchstfesten St
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