Sie schläft nicht. Nicht im Arm, nicht im Kinderwagen, nicht in der Wiege. Also trägt die junge Mutter Luisa Nacht für Nacht ihr waches Kind durchs schlafstille Haus und erzählt: von ihrer serbischen Mutter, ihrem türkischen Vater und ihren deutschen Adoptiveltern. Von Liebe, die gefunden wurde und wieder verlorenging. Von der Zeit, als sie erfuhr, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Und davon, weshalb sie Suna genannt wird und ihre türkische Familie es für ein Wunder hält, dass es sie gibt.
Pia Ziefle Bücher
Diese Autorin taucht tief in Fragen von Identität und Herkunft ein und erforscht, wie Familiengeschichte scheinbar individuelle Lebensentscheidungen beeinflusst. Ihr Schreibstil ist treffend und regt die Leser an, über komplexe Beziehungen und Erbschaften nachzudenken. Durch ihre Arbeit enthüllt sie, wie untrennbar unser Leben mit den Geschichten derer verbunden ist, die vor uns kamen.


„Ein leises Buch zu den ganz großen Themen in familiären Beziehungen.“ WDR2 Drei Menschen, geboren in den siebziger Jahren und aufgewachsen in den Achtzigern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Wege sich doch immer wieder kreuzen: Ira, deren Mutter sie im Kinderwagen als Schutzschild mit auf Anti-Atom-Demos nahm und deren Vater auf Distanz gehen musste aus Gründen, die sie lange nicht verstehen konnte. Fido, der 1976 als 4-Jähriger mit seinem Großvater aus Jugoslawien floh, und Lew, dessen Eltern im selben Jahr Ostberlin Richtung Westen verließen – ohne ihn. Ein Roman über Entscheidungen und ihre Folgen, über Wendepunkte, Begegnungen und Trennungen, die ein Leben aus der Bahn werfen können oder ein Ankommen erst möglich machen.