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Bookbot

Richard von Schaukal

    27. Mai 1874 – 10. Oktober 1942
    Eros. Thanatos 1/1997
    Leben Und Meinungen Des Herrn Andreas Von Balthesser, Eines Dandy Und Dilettanten
    Kindheit und Jugend
    Vom unsichtbaren Königreich
    Gedanken
    Dionys-Bácsi. Drei Novellen
    • Vom unsichtbaren Königreich

      • 194 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Nach dem Niegewordenen und Unvergänglichen sehnt sich das immer wieder Werdende, niemals sich Vollendende, nach dem in sich Bestehenden, Beständigen das nur in Zuständen zu sich Strebende, nach dem Enthaltenden, als Halt Gestaltenden, das nur als Gehalt sich Verhaltende, nach dem Alleinheitlichen das Vielfältige, nach dem unabhängigen Ganzen das Teilhaft-Unselbständige, nach der Ewigkeit das allüberall Zeitliche. Aus der Weile und der Dauer, die Schein sind, weil sie Widerschein, aufblitzendes und erlöschendes Gleichnis des unverweilt Seienden bedeuten, sehnt sich die Welt nach ihrer Erlösung nicht im Nichtmehrsein, sondern im Urwesen, nicht nach Untergang, sondern nach Aufgehen, Eingehen, nicht nach Stillstand, sondern nach der Ruhe im Mittelpunkt Unaufhörlichkeit.

      Vom unsichtbaren Königreich
    • Kindheit und Jugend

      • 278 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Du schreibst mir, liebste Mama, daß unser altes Haus in der Ferdinandsgasse niedergerissen werde. Laß es geschehen; umso dauernder wird es uns bleiben. Denn wenn es nicht mehr ist, wird es uns erst gehören. Wir durften es nie wirklich unser nennen. Sein Eigentümer, der es besser verwerten möchte, verliert es, und wir gewinnen dabei. Das alte Haus war einst ein jüdisches Bethaus, was mir immer sonderbar erschien. Niemand konnte die Sage belegen. Gegenüber stand die viel ältere Kirche zur heiligen Magdalena. Beide Gebäude waren schmal und tief, was eine gewisse Verwandtschaft andeutet. Doch die Beziehung zwischen den Nachbarn war nicht an Besuche oder Ähnliches geknüpft, sondern lag im beständigen Gegenüber. Die Gasse war eng, und der Kirche war nicht auszuweichen. Jedes Mal, wenn man an eines der fünf kleinen Fenster trat, hatte man es mit der alten Kirche zu tun. Sie hatte nur zwei Fenster, rechts und links von der Eingangspforte, zu der man auf breiten, steilen Stufen hinaufstieg. Daneben gab es einen geheimnisvollen Hof, zu dem eine vertiefte Türe in einer niedrigen Mauer führte.

      Kindheit und Jugend
    • Vom Geschmack

      • 104 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Die Aufsätze, die ich hier zu einem Buche vereinigt habe, sind in den letzten 3 Jahren entstanden. Ihr gemeinsamer Ursprung ist die bald zu einer bitteren Erkenntnis verdichtete melancholische Stimmung, die »Grossmutter. Ein Buch von Tod und Leben. Gespräche mit einer Verstorbenen« (Stuttgart, 1906) gereift hatte. Sie schliessen an die Reihe von lehrhaften Versuchen an, die ich 1905 für »Kunst und Dekoration« geschrieben und 1906 in der vielgenannten Broschüre »Die Mietwohnung. Eine Kulturfrage« (Darmstadt 1906) gesammelt und so zu einem vorläufigen Abschluss gebracht habe. Inzwischen waren mir in einer vorzüglich epischen Epoche meines Schaffens »Giorgione oder Gespräche über die Kunst« und »Literatur. Drei Gespräche« (München, 1906) einer-, »Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Balthesser« anderseits geraten, die ich gern als Flügelaltarbilder des Triptychons bezeichne, dessen Mittelstück »Grossmutter« vorstellt. Vielleicht darf ich »Kapellmeister Kreisler« seine Rückwand nennen.

      Vom Geschmack
    • In seiner biografischen Studie ordnet der österreichische Schriftsteller Richard Schaukal den bis heute populären Karikaturisten und Dichter Wilhelm Busch in die lange Traditionslinie deutscher humoristischer Literatur ein. Zugleich verteidigt er Busch, der Zeit seines Lebens darunter litt, nicht als Maler anerkannt zu werden, gegen die Kritik, ohne höheren künstlerischen Anspruch nur volkstümlich gewesen zu sein. – Nachdruck der 1904 erschienenen Originalausgabe.

      Wilhelm Busch
    • Vom Dandytum und von G. Brummell

      • 117 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Über das Dandytum ist das noch immer gültige Kultbuch zu einem faszinierenden Thema. Es ist aber auch ein klassisch gewordener Essay: raffinierte biografische Darstellung und Gesellschaftsanalyse in einem, enthält es zugleich eine eigene Dandy- Philosophie. Der erstmals vollständig auf Deutsch erscheinende Text ist voll von Beobachtungen und Aperçus, die ewig Gültigkeit haben. Die vorliegende Ausgabe des zwischen 1845 und 1879 durch mehrmalige Überarbeitung entstanden Essays enthält nicht nur die Biographie George »Beau« Brummells, der mehr als jeder andere die Vorstellung davon geprägt hat, was ein Dandy ist und der Lord Byron zu der Bemerkung veranlaßte, lieber Brummell gewesen zu sein als Napoleon. Sie enthält auch den noch nie ins Deutsche übertragenen Essay über den Marquis de Lauzun, einen »Dandy bevor es Dandys gab«, dessen tragisch-groteske Liebesgeschichte mit einer Dame aus dem französischen Hochadel nach Barbeys Worten »einen Roman von Stendhal aufwiegt«. Obwohl Barbey d´Aurevilly behauptete, selbst kein Dandy zu sein, wurde er als solcher wahrgenommen. Unzählige Klatschartikel und Karikaturen haben seine extravaganten Krawatten, Mäntel, Hüte und Manschetten festgehalten. Seine aristokratische Erscheinung war in Paris ebenso legendär wie seine Schlagfertigkeit und die oft vernichtende Schärfe seines Urteils. Der Anhang des Bandes versammelt Zeugnisse von Schriftstellern, die Barbey d´Aurevilly begegnet sind und ihn als Dandy beschrieben haben.

      Vom Dandytum und von G. Brummell