Peter von Mundenheim selbst meidet es, über sich zu sprechen, aber sein Verleger sieht sein Werk als Darstellung eines melancholischen Flusses mit zu weiten Himmeln und zu entfernten Gewässern, in denen Menschen untergehen. Seine Romane befassen sich oft mit Themen des Überlebens vor prekären historischen Kulissen, in denen Charaktere mit Desorientierung und dem Wunsch zu entkommen ringen. Trotz ihrer drastischen Natur sind seine Schriften fesselnd und ziehen die Leser mit einem Gefühl der Dringlichkeit in ihren Bann. Seine neueren Werke tauchen in die gegenwärtige Realität ein und bieten eine eindringliche Auseinandersetzung mit schwarzem Humor.
Unbekannte Wesen, die wie Menschen aussehen, leben unter uns und beobachten die Menschen. Nur Auserwählte können sie sehen und beginnen, ihre Beobachtungen zu teilen. Fragen über die Identität der „Besucher“ und die Konsequenzen ihres Wissens stellen sich, während die Panik wächst.
Ayla ist fort. Schnell stellt sich heraus: Entführung. Binnen kurzem suchen Polizei und verschiedene Dienste des Kontinents nach ihr. Die Polizei verdächtigt Quirin und die Gruppe, sie hätten etwas mit ihrem Verschwinden zu tun. Quirin versteht, dass er ohne Ayla nicht mehr leben kann. Die Besucher mischen sich ein, unwiderstehlich. Und alle Dinge geraten in's Rutschen. Die Mauern der Welt werden durchlässig, Wesen und Gewalten strömen herein, aus dem Draußen. Zum Schluss müssen Quirin, Ayla, Regina, Diana und Jeremy, und die anderen Freunde, sich einer neuen Welt stellen, und einem neuen Leben.
Ayla schreibt auf, was während der Zeit ihres Verschwindens passiert ist. Diana quartiert sich ein in Quirins Häuschen, kümmert sich um Ayla. Jeremy ist immer noch verschwunden, jetzt ist auch Yannick unerreichbar, er scheint eine Spur von Jeremy zu haben. Quirin, Ayla und Diana fahren hoch zum Fons Affluens. Regina hat die Geheimdienstleute zu einer Konferenz einbestellt, sie bereden die Vorgänge um das Verschwinden Aylas. Quirin hat eine Theorie. Yannick stolpert über Jeremy. Quirin entscheidet, Ayla soll als seine Haushälterin bei ihm bleiben. In der Nacht sitzen Yannick und Jeremy an Quirins Küchentisch und erzählen, was sie erlebt haben. Sie reden von Burroblast und dem Azazel. Regina bringt Quirin und Ayla in die Gedenkstätte unter der Kathedrale. In tiefer Nacht sieht Ayla die Juden dort unten. Sie hört das unaufhörliche Gespräch, das heraufkommt aus dem Grund der Zeiten. Tage später führt Quirin Ayla in die Kathedrale selbst. Danach schlendern sie durch die nächtliche Stadt, und sie erzählen sich gegenseitig Dinge, die sie noch niemandem erzählt haben. Ayla versorgt Quirins Häuschen, sie beginnt, im Garten einen Teich anzulegen. Dabei redet sie mit den Besuchern. Ein Gewitter zieht sich zusammen.
Briefe für die Deutsche Post, von Anonymus. Herausgegeben und mit einem Vorwort sowie einem Glossar postalischer Begriffe versehen von Peter von Mundenheim
506 Seiten
18 Lesestunden
2015 war ein denkwürdiges Jahr für die Deutsche Post, erst wurden der Konzern und damit das Land durch den Poststreik erschüttert, den schwersten und anhaltendsten Arbeitskampf, den die Post jemals durchzustehen hatte, nachher kam die Flüchtlingskrise über Deutschland, verbunden mit einer massenhaften Immigration aus muslimischen Ländern, die Deutsche Post, den Streik gerade überstanden, positionierte sich eindeutig für die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge. Anonymus, der Verfasser unseres Textes, erlebte diese Ereignisse hautnah mit, er war zu dieser Zeit Teamleiter an einem westdeutschen Zustellstützpunkt, verantwortlich für das Ergehen von knapp zwanzig Briefträgern, und er hatte eine genaue Meinung zu beiden Vorgängen, dem Streik und der Flüchtlingskrise. Was er damals aufschrieb, zeitgleich, bildet den Inhalt dieser Briefe.
Versuch über die Juden, Israel, den Nahostkonflikt und die Deutschen
355 Seiten
13 Lesestunden
Wenn es um den Überlebenskampf Israels geht, kann, wer von außen zuschaut, immer nur Trümmer herbeitragen. Trümmer von Überzeugungen, von Einstellungen, von Erkenntnissen. Es ergeht einem wie jedem, der versucht, sich zu Unausweichlichkeiten zu äußern: man weiß nicht, wo anfangen, man möchte alles auf einmal sagen, am Besten in einem einzigen Wort. Der Grund ist klar: die Gegner Israels sind die personifizierte Lüge, also haben sie es immer leicht. Wird dem Lügner eine Lüge widerlegt, erfindet er eben eine neue. Es kommt ihm gar nicht darauf an. Wer Israel verteidigen will, ist gezwungen, bei der Wahrheit zu bleiben, und das bedeutet, er muss zuerst einmal versuchen, die Wahrheit auszumitteln. Was bedeutet die Existenz Israels in der Welt? Was die Existenz der Juden? Kann es überhaupt eine Lösung für den Nahostkonflikt geben? Was sagt das Verhältnis der Deutschen zu Israel und den Juden aus über uns Deutsche selbst? Dies alles gilt es zu befragen, während der Lügner lachend von einer Lüge zur nächsten jagt. Keine kleine Aufgabe, aber eine unausweichliche. Gehen wir's an.
Ayla will eigentlich nur ein ganz gewöhnliches Leben. Nicht einfach für eine junge Frau, die schon einmal mit dem Kopf voran aus dem dritten Stock gesprungen ist. Aber es sind Freunde da draußen. Leider auch Wesen, die nur sie und diese Freunde sehen. Ayla meldet sich bei den Freunden, obwohl sie übereingekommen waren, nicht mehr zu reden. Schnell geben die anderen zu, die Besucher sind noch da. Diana erstaunt alle. Quirin fährt zu Ayla. Rätselhafte Dinge geschehen dort, er berichtet den Freunden, aber eine Erklärung hat er nicht. Ayla traut sich nicht mehr aus dem Haus. Jeremy macht sich davon, Diana gibt den Freunden die Schuld. Ayla geht endlich doch hinaus, in tiefer Nacht. Sie tut Dinge, die sind unwiderruflich. Quirin sagt, so geht das nicht weiter. Er holt Ayla zu sich, nach Weldbrüggen. Die Besucher versammeln sich vor seinem Haus. Quirin bringt Ayla hoch zum Fons Affluens. Regina lauscht ihrer Geschichte, sagt nichts dazu. Ayla tritt erneut in Kontakt mit den Besuchern, Quirin und Regina werden Zeugen. Und endlich verschwindet Ayla. Quirin sucht die Umgebung nach ihr ab, Tag und Nacht. Der Weldbrüggener Geheimdienst beteiligt sich an der Suche, auf Reginas Anweisung. Regina bleibt unbeirrt, die taucht wieder auf, sagt sie. Woher willst du das wissen, fragt Quirin.