Zwei Liebende bleiben in einer Galerie der Eremitage und weigern sich, sich während der Belagerung Leningrads in Sicherheit zu bringen. In der Kälte und vom Hunger gequält, rezitieren sie Gedichte und Geschichten, um die Zeit zu vertreiben, und stellen die Gemälde nach, die aus dem Museum evakuiert werden. Während ihre Stimmen und Körper zu versagen und zu zerfallen beginnen, wird ihr Gespräch von Abschnitten aus einem Tagebuch unterbrochen – einem echten Dokument einer Person, die während der Blockade starb. Dies ist der Mittelpunkt von „Lebende Bilder“, Polina Barskovas genreübergreifender Sammlung von Fiktion, die sich mit der Geschichte und den Folgen der Belagerung Leningrads auseinandersetzt. Durch die Verwendung von Archivmaterial und dessen Reflexion in der Fiktion schafft Barskova eindringliche, furchtlose Porträts der vom Blockadegeschehen betroffenen Menschen. Ein Werk von atemberaubender Einfallsreichtum und reichhaltiger poetischer Sprache, das ein faszinierendes Mosaik einer Stadt und einer Kultur in der Krise präsentiert.
Polina Barskova Bücher
Polina Barskova schafft Poesie, die sich mit dem komplexen Zusammenspiel von Sprache, Geschichte und persönlicher Erinnerung auseinandersetzt. Ihre Verse erforschen oft das scheinbar Alltägliche und fördern tiefere Resonanzen menschlicher Erfahrung zutage. Durch einen eindringlichen Stil und sorgfältige Sprachverwendung schafft sie Werke, die sowohl intim als auch universell sind. Barskova lädt die Leser ein, darüber nachzudenken, wie sich die Vergangenheit ständig durch unser gegenwärtiges Leben webt und wie die Kunst Wege zur Wiederentdeckung bietet.


Air Raid
- 160 Seiten
- 6 Lesestunden
Poetry. Translated by Valzhyna Mort. The Siege of Leningrad began in 1941 and lasted 872 days, resulting in the most destructive blockade in history. Already shaken by Stalin's purges of the '30s, Leningrad withstood the siege at a great human cost. AIR RAID takes us through the archives of memory and literature in this city of death. Polina Barskova's polyphonic poems stretch the boundaries of poetic form--this is what we're left with after poetry's failure to save nations and people: post-death, post-Holocaust, post-Siege, post-revolution; post-marriage and post-literature. How does language react to such a catastrophe? How does a poet find language for what cannot be told? This new translation of a leading contemporary Russian poet confronts English excavating its muteness, stutter, and curse.