Anhand der Geschichte der Protagonistin Denise, einer Verkäuferin, die aus der Provinz nach Paris kommt und im Paradies der Damen eine Anstellung findet, wird das Wachstum und die Struktur dieses Kaufhauses und gleichzeitig der Niedergang des kleingewerblichen Einzelhandels eines kompletten Pariser Stadtviertels beschrieben. Die im Roman auftauchenden Figuren sind aktiv oder passiv mit dem expandierenden Kaufhaus verbunden - als Mitarbeiter, Käufer oder anliegender Einzelhändler. Besonderes Augenmerk findet neben der Verkäuferin Denise der Inhaber des Kaufhauses, Octave Mouret, und dessen Leben in der feinen Pariser Gesellschaft sowie seine Geschäftspraktiken. Vorbild für diese Romanfigur waren der Unternehmer Auguste Hériot, der das Pariser Kaufhaus Grands Magasins du Louvre begründete, sowie Aristide Boucicaut, der Gründer des Le Bon Marché.
Mario Lunetta Bücher






Zeno Cosini
- 470 Seiten
- 17 Lesestunden
»Im Unterschied zu anderen Krankheiten ist das Leben immer tödlich«, sinniert Zeno Cosini. Allen Widrigkeiten sucht er mit Verstand und Witz zu trotzen. Seine guten Vorsätze aber lösen sich immer wieder in Luft auf. Seit Ewigkeiten will er das Rauchen aufgeben. Seine Frau heiratete er nur, weil ihre beiden Schwestern ihm in derselben Nacht einen Korb gegeben haben. Und das Beste daran: Er wird glücklich mit ihr! Vielleicht auch dank seiner Geliebten Eine grandiose Parodie auf die Psychoanalyse, noch bevor sie überhaupt populär wurde. Ein Jahrhundertwerk.
Svevos furioses Romandebüt nimmt den modernen Kleinbürger ins Visier: Alfonso Nitti ist ein Bankbeamter, der sich mit ambitionierten Lektüren und Liebeleien für das Einerlei des Büroalltags entschädigt.
Madame Bovary
- 409 Seiten
- 15 Lesestunden
Über eine Ehebrecherin und Selbstmörderin »Das Erscheinen von ›Madame Bovary‹ war eine Umwälzung für die gesamte Literatur. Die neue Kunst hatte ihre Grammatik gefunden.« Emile Zola Die reiche Bauerntochter Emma Rouault – schön, jung und von romantischer Sinnlichkeit – heiratet den biederen Landarzt Charles Bovary und geht mit ihm in ein armseliges Nest. Vor der Monotonie des Alltags und der dumpfen Betriebsamkeit ihres Mannes flieht sie in die Scheinwelt der Bücher und Tagträume, die bald zum Lebensersatz wird. Die erste reale Berührung mit der vermeintlich schöneren Welt bei einem festlichen Diner löst denn auch eine Nervenkrise aus. Damit beginnt eine Entwicklung, die Emma in amouröse Abenteuer und zum Ehebruch treibt und vom nur geträumten zum wirklichen Doppelleben führt: Unlösbar in Schuld und Schulden verstrickt, vergiftet sie sich. Mit ›Madame Bovary‹ schuf Flaubert den modernen realistischen Roman, der bei seinem Erscheinen 1856 den Staatsanwalt auf den Plan rief und noch heute durch seine Radikalität herausfordert.
„Italo Svevo ist ein Gigant der Welitliteratur“ (Die Zeit) Emilio ist ein moderner Mann - nüchtern, lebensklug, souverän. Mit seinen fünfunddreißig Jahren macht ihm niemand mehr etwas vor. So glaubt er wenigstens. Da begegnet er der verruchten Schönheit Angiolina. Überzeugt, längst auch in Liebesdingen vor Illusionen gefeit zu sein, beginnt er ein Verhältnis mit ihr. Das freilich ändert alles.
Eine kurze Geschäftsreise ist die Gelegenheit, auf die der alte Herr Aghios lange gewartet hat. Endlich von seiner Frau getrennt, kann er sich kleinen, harmlosen Versprechungen von Freiheit hingeben. Doch diese Freiheit besteht mehr aus Empfindungen und Gedanken als aus konkreten Taten: Der senile Protagonist dieses kleinen Meisterwerks, das unvollendet blieb, ist sowohl fasziniert als auch distanziert von dem, was er zu erfassen versucht. Hier kehren in exemplarischer, aber erneuerter Form die Themen zurück, die Svevo am Herzen lagen: das Bedürfnis zu leben und die Unfähigkeit, sich ohne schmerzhafte Spaltungen mit der Realität auseinanderzusetzen; die Idee von Eros als Transgression gegen das gesunde bürgerliche Verhalten; der Einfluss psychoanalytischer Theorien.
Grandi tascabili economici: La coscienza di Zeno
- 352 Seiten
- 13 Lesestunden

