Dieser Autor ist eine angesehene rumänische literarische Stimme, dessen Werke Poesie, Romane und Essays umfassen. Sein Schreiben taucht häufig in die Tiefen der menschlichen Erfahrung ein und erforscht komplexe Beziehungen und kulturelle Identitäten mit scharfem Intellekt. Durch einzigartige stilistische Gewandtheit und scharfen Einblick bietet er den Lesern fesselnde und zum Nachdenken anregende Erzählungen. Seine Arbeit zeugt von der Kraft der Sprache und ihrer Fähigkeit, die Essenz des modernen Lebens einzufangen.
In 33 Kapiteln verwebt Cărtărescu Historisches, Phantastisches und Philosophisches zu einem Gesamtwerk, das bis in die Gegenwart reicht. Der Roman schildert den Selbstmord des äthiopischen Kaisers 1868, während die britische Kolonialarmee Magdala zerstört, und zeigt ihn als Bojarendiener aus der Walachei.
Genial, verrückt, groß: Ein monumentales Stück Weltliteratur Ein junger Mann erntet Hohn und Spott in seinem Literaturkreis, als er dort seinen Text vorträgt. Aus ihm wird nicht wie erhofft ein gefeierter Schriftsteller, sondern ein Lehrer in der Vorstadt von Bukarest. Als dieser namenlose Erzähler jedoch ein Haus in Form eines Schiffes kauft, gerät er in den Bannkreis des Solenoids, einer Art riesiger Magnetspule, deren Gravitationskraft alles in die Höhe hebt, was in ihr Umfeld gerät – Menschen, Gegenstände, ja die Wirklichkeit selbst. Genial, verrückt, groß: Mit seinem monumentalen Roman hat Mircea Cărtărescu erneut Weltliteratur geschaffen.
Als die Schreibstube des Erzählers dem städtebaulichen Größenwahn des Diktators zum Opfer fällt, kehrt Mircea in die Wohnung der Eltern zurück. Dort wird die Vergangenheit wieder lebendig – und Bukarest zur Literatur: wenn er den Urgroßvater Vasile herbeihalluziniert, dem im nächtlichen Schwitzbad der Himmel zur Hölle wird, oder davon erzählt, wie sich Urgroßmutter Maria allmorgendlich in einen Schmetterling verwandelt. In diesem irrwitzigen Roman fügen sich Phantastik und Physik, Tradition und Moderne, Sinnlichkeit und Abstraktion zu einem literarischen Meisterwerk – Weltliteratur!
Rumänien um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Von einer Wohnung in einem Bukarester Plattenbau aus beobachtet der 15-jährige Mircea, wie das ehemalige Paris des Ostens architektonisch verschandelt wird. Angeregt durch die Geschichten seiner Mutter, will er die Erinnerung an die alte Stadt bewahren. »Ein Proust aus dem Plattenbau, aber einer auf Speed.« Der Spiegel
Mircea Cartarescu umkreist in allen seinen Büchern eine so rätselhafte wie unverzichtbare Erfahrung: die „namenlose Ergriffenheit“. Eine Ergriffenheit, wie Frauen sie auslösen, aber auch das Leid einer unerwiderten oder verlorenen Liebe; eine Ergriffenheit vom Leben überhaupt, das hin und wieder von den „verrückten Blitzen des großen und wahren Glücks durchzuckt wird“. Da ist Irina, Literaturstudentin aus Brasov, die dem jungen Dichter Nabokov und D. H. Lawrence nahebrachte und sich von der Securitate anwerben ließ. Oder die Hermannstädter Rumänin in Paris, die mit einem Algerier zusammenlebt und ihn zu einer Nacht zu dritt verführen will. Mircea selbst ist ein hochsensitives, schönheitstrunkenes Subjekt, das mal als blasser, traumverlorener, offenbar recht unscheinbarer junger Mann im Bukarest der siebziger Jahre die Szene betritt, mal als langhaariger Jüngling in Lederjacke auf den Spuren Ferlinghettis und Kerouacs durch San Francisco läuft. Wir lieben die Frauen, so der größte Sprachkünstler der rumänischen Literatur, weil sie außergewöhnliche Leserinnen sind. Und wir lieben Cartarescu, weil er dem schönsten, zartesten und heftigsten Gefühl so einfach wie eindrückliche Geschichten gewidmet hat.
„Es war das Jahr des Herrn 1989. Die Menschen hörten von Kriegen und von Aufständen, doch sie ängstigten sich nicht, denn das alles musste sich ereignen.“ So beginnt der Roman „Die Flügel“ des Autors Cartarescu aus Rumänien, das Finale der „Orbitor“-Trilogie. Hintergrund bildet die Wandlung der Gesellschaft während der Revolution in Bukarest. Auf den Straßen spielen sich tumultartige Szenen ab, in der Wohnung des Ich-Erzählers läuft tagein, tagaus der Fernseher, und er taucht ein in die Geschichten seiner Vorfahren. So entsteht ein Kaleidoskop von Bewusstseinssplittern – und eines der großartigsten, exzessivsten Werke der Weltliteratur.
Nostalgia, das geniale Prosadebüt von Mircea Cartarescu, erzählt von Kindheit und Jugend im Bukarest der sechziger und siebziger Jahre. Im Licht der Erinnerung, die aus den Empfindungen aller Sinne aufersteht, gewinnen die Schauplätze eine überwältigende Präsenz. Da ist das zerklüftete, morastige Gelände hinter dem Wohnblock am Stefan-cel-Mare Boulevard, wo der geheimnisvolle Knabe Mendebilus eine ganze Kinderbande mit somnambuler Akrobatik und tiefsinnigen Geschichten in Bann schlägt. Oder der glitschige unterirdische Tunnel, durch den Gina und Andrei ins Naturhistorische Museum geraten, wo sie ihre erste Liebesnacht erleben. Schließlich der bizarre, melancholische Turm am Stadtrand und seine riesenhaften Bewohner. Zu Recht hat der Spiegel Mircea Cartarescu einen „Proust des Plattenbaus“ genannt. Die unerhörte Intensität, mit der er die Dinge und Geschöpfe der äußeren Welt schildert, gibt ihnen die magische, mystische Aura zurück. Meisterhaft versteht er es, die aus dem Traum, dem Wahnsinn und der poetischen Ekstase geborenen Bilder auf die Bühne unserer vermeintlich festgefügten Wirklichkeit zu schieben.
Nach „Solenoid“ das neue Buch des rumänischen Bestsellerautors: „Cărtărescu hat die Phantasie eines großen Kindes und die Sprachfertigkeit eines alten Meisters.“ Malte Herwig, Der Spiegel Mircea Cărtărescu schreibt über die Kindheit und das Heranwachsen. Und er enthüllt dabei die großen Themen des Lebens: Einsamkeit, Trennung, Liebe. Als seine Mutter einkaufen geht, ist der fünfjährige Junge überzeugt, sie kehrt nicht mehr zurück. Zuerst erkundet er die Wohnung, dann die nahe Kautschukfabrik, schließlich träumt er sich in das Kaufhaus Concordia. Um seine kleine Schwester von einer Krankheit zu heilen, unternimmt Marcel eine nächtliche Reise zum „Fuchsbau“, vor dem sie sich am meisten fürchtet. Jahr für Jahr muss Ivan die Kleidungsstücke aussortieren, die ihm zu klein geworden sind. Als er Dora trifft und sich in sie verliebt, fragt er sich, ob auch Mädchen ihre Haut wechseln müssen.
Mircea Cartarescu, einer der großen europäischen Schriftsteller der Gegenwart, gehört zu den begnadeten Visionären und Sprachkünstlern der Literatur. Sein frühes Meisterwerk Travestie, ein Adoleszenz- und Künstlerroman, erzählt von der Suche eines jungen Menschen nach sich selbst. Der sensible, verschlossene Victor könnte ein Geschöpf von Marcel Prousts sein, so rauschhaft erfährt er die Welt, die ihn im krisenhaften Sommer 1973 umgibt: das Guthaus in Budila, wo er mit seinen Mitschülern die Ferien verbringt, den geheimnisvollen Park und das »Tal des Paradieses«. Doch dieser kleine Kosmos bevölkert sich nachts mit den Gespenstern, die aus den Katakomben seines Bewußtseins aufsteigen. Die dreiste sexuelle Berührung seines Mitschülers »Lulu«, der sich beim Abschiedskarneval als Frau verkleidet hat, stößt ihn in eine Krise, die er erst nach vielen Jahren, buchstäblich auf der letzten Seite der »Travestie« überwunden hat.
Leichtfüßig zeigt sich Mircea Cărtărescu in diesen drei Erzählungen. Mit trockenem Humor erzählt er von einem angeblichen Anthrax- Kuvert, einem Telefoninterview mit Marilyn Monroe und von den Erlebnissen einer Reisegesellschaft, der er selbst angehörte: Zwölf Schriftsteller aus Rumänien – »die schönen Fremden« – sollen während einer dreiwöchigen Tour das literarisch interessierte Frankreich erobern. Mit anarchischem Witz protokolliert Cărtărescu die Erlebnisse dieser schrägen Reisegruppe und nimmt den alltäglichen Wahnsinn des Literaturbetriebs aufs Korn. Inhalt: - Anthrax - Die schönen Fremden (oder Wie ich ein Dutzendautor war) - Wie von Bacovia