Kleine Formen - wie das Exzerpt, die Liste, der Aphorismus, aber auch der Scherenschnitt - sind häufig Produkte von gezielten Zurichtungen des Kleinmachens. Manche dieser Operationen sind von Zeit- und Platzknappheit erzwungen, andere folgen dem ästhetischen Eigensinn, stehen im Dienst der Formalisierung oder der Konzentration auf Partikulares. Die hier versammelten Fallstudien nähern sich den Eigenheiten solcher Kleinformen über die zugrundeliegenden Verfahren der Reduktion, Selektion, Verdichtung und Transposition. Von einem dynamisierten Formkonzept ausgehend, suchen sie Antworten auf die Fragen: Wie wird das Kleine klein? Und wie wird es Form?
Maren Jäger Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Die Joyce-Rezeption in der deutschsprachigen Erzählliteratur nach 1945
- 495 Seiten
- 18 Lesestunden
Kein englischsprachiger Autor hat einen ähnlich intensiven und nachhaltigen Einfluss auf die Prosa des 20. Jahrhunderts ausgeübt wie James Joyce und sein Roman Ulysses. Alfred Döblin, Hermann Broch und Hans Henny Jahnn sind Vertreter einer ersten Generation deutschsprachiger Autoren, die für ihr Bemühen um eine adäquate narrative Repräsentation moderner Erfahrungswelten die radikalen Erzählexperimente des Iren fruchtbar gemacht haben. Nach der Epochenzäsur des Zweiten Weltkriegs stellte sich deutschen Erzählern das Problem der Darstellbarkeit einer drastisch gewandelten Realität und ihrer Erfahrung in verschärftem Maße. Vor allem durch den Rückgriff auf Joyce werden Wolfgang Koeppen, Arno Schmidt, Uwe Johnson und Wolfgang Hildesheimer zu Protagonisten einer „zweiten Avantgarde“, die aus der Wiederentdeckung und -belebung der internationalen Moderne produktive Impulse bezieht. Die Wege und Spuren des Einflusses biographisch und literarhistorisch anhand detaillierter Textanalysen herauszuarbeiten, die Kontinuität avantgardistischer Impulse über den „Nullpunkt der Literatur“ hinaus nachzuzeichnen und die spezifischen Positionen der behandelten Autoren schärfer als bisher zu konturieren, sind die Ziele dieser Studie.