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Markus Völkel

    Historiographie an europäischen Höfen (16. - 18. Jahrhundert)
    "Pyrrhonismus historicus" und "fides historica"
    Römische Kardinalshaushalte des 17. Jahrhunderts
    Die Wahrheit zeigt viele Gesichter
    Geschichtsschreibung
    • Geschichtsschreibung

      Eine Einführung in globaler Perspektive

      • 399 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Dieses Studienbuch macht mit den Erzeugnissen von 3.000 Jahren Geschichtsschreibung vertraut. Es zeichnet die Historiografiegeschichte von der Antike bis heute nach. Dabei erläutert es in chronologischer Vorgehensweise neben der europäischen Geschichtsschreibung auch viele bisher unbeachtete Historiografien. Byzanz, die arabischen Länder, Rußland, China, Japan, Süd- und Nordamerika werden ebenso behandelt wie Afrika, der Mittelmeerraum und Indien. Es wird deutlich, daß die zwei "europäischen Jahrhunderte", das 19. wie das 20. Jahrhundert, nicht mehr zwangsläufig als Endpunkt einer kontinuierlichen Entwicklung gelten müssen, sondern nur noch als methodische Plattform, von der aus andere Formen historischen Wissens als gleichberechtigt wahrgenommen werden können.

      Geschichtsschreibung
      3,5
    • In der 1905 begrndeten Reihe Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom erscheinen wissenschaftliche Monographien und Aufsatzbnde zur italienischen und deutschen Geschichte vom frhen Mittelalter bis zur jngsten Vergangenheit.

      Römische Kardinalshaushalte des 17. Jahrhunderts
    • Ziel dieser Arbeit ist es, die Literatur des «historischen Pyrrhonismus», wie sie in Deutschland im Zeitraum von 1670-1790 entstanden ist, zu erfassen und zu interpretieren. Anhand einer Kohärenztheorie historischen Argumentierens zeigt die Untersuchung, wie das traditionelle rhetorische Modell der Historie selbst schon zwischen den Polen Skepsis und kommunikative Begründung angesiedelt ist. Die an die rhetorischen Traktate anschliessende Literatur des «historischen Pyrrhonismus» stellt weit weniger als bisher angenommen den radikalen Zweifel an der Möglichkeit historischer Wahrheit dar. Sie erscheint vielmehr als der Versuch, auf dem Weg der Skepsis neue materiale und logische Kriterien in die herkömmliche Methode zu integrieren. Am Ende des 18. Jahrhunderts beweisen Kritik und pragmatischer Wissensanspruch, wie sehr die historische Methode ihr erstmals funktionsfähiges Netz von Kriterien der Skepsis verdankt.

      "Pyrrhonismus historicus" und "fides historica"
    • Die historische Forschung erachtet die hof- und staatsnahe Historiographie der frühen Neuzeit als parteiisch, methodisch veralteten Modellen verpflichtet und im Bereich der Öffentlichkeit als dysfunktional und ineffizient. Zurecht? Die europäischen Höfe erzeugten in der Genealogie und im Zeremoniell für die Geschichtsschreibung systemrelevantes historisches Wissen. Über Hof- und Staatshistoriker konnten „Geschichtsbilder“ entworfen werden, die im nationalen wie übernationalen Rahmen durchaus Erfolg hatten. Gerade die offiziöse Geschichtsschreibung erweist sich als präzises Meßinstrument für die Verfaßtheit der jeweiligen Öffentlichkeit. Aufschlußreich sind zudem die Strategien und Investitionen der Regierungen im Bereich der historischen Repräsentation. Es wird deutlich, daß die Geschichtsschreibung auch eine vielseitige Vermittlerin von politischen, ästhetischen und wissenschaftlichen Programmen war. Somit wirkt sie nicht nur bei der Artikulation eines gesamteuropäischen Geschichtsraumes mit, sie fordert auch zur Suche nach Parallelphänomenen in außereuropäischen Gesellschaften auf.

      Historiographie an europäischen Höfen (16. - 18. Jahrhundert)