Der Bildungsstreik und die Hörsaalbesetzungen im Jahr 2009 haben gezeigt, daß der Widerstand gegen Studiengebühren und die Bologna-Reform sich immer weiter aufheizt. Die Studierenden klagen über zunehmenden Streß, maßgebliche Ziele der Reform wurden verfehlt. Richard Münch, einer der renommiertesten Kritiker dieser Entwicklung, untersucht in seiner brisanten neuen Studie die Kräfte hinter dem neuen akademischen Kapitalismus. Er legt dar, wie sich die Hochschulen unter dem Einfluß von Beratungsfirmen in Unternehmen verwandeln und wie kurzfristige Nutzenerwartungen das Innovationspotential der Forschung untergraben.
Richard Münch Bücher






Globale Eliten, lokale Autoritäten
Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co.
- 266 Seiten
- 10 Lesestunden
Ob es um Lehrpläne für Gymnasien geht oder um die Privatisierung öffentlicher Leistungen: Überall auf der Welt sind lokale Autoritäten wie Kommunalpolitiker oder Lehrer mit standardisierten, angeblich wissenschaftlichen Rezepten konfrontiert. Vorgegeben werden sie von einer globalen Beraterelite. Mit den Problemen, die entstehen, wenn auf dem Land die Müllabfuhr privatisiert oder generell Bildung auf die Bereitstellung von Humankapital reduziert wird, müssen die Verantwortlichen jedoch alleine zurechtkommen. Richard Münch, einer der international renommiertesten deutschen Soziologen, untersucht die Mechanismen hinter der globalen Standardisierung lokaler Lebenswelten.
Globale Dynamik, lokale Lebenswelten
Der schwierige Weg in die Weltgesellschaft
- 458 Seiten
- 17 Lesestunden
Nach der Ersten Moderne des ökonomischen Liberalismus und des liberalen Rechtsstaates und der Zweiten Moderne der Wohlfahrtsökonomie und des demokratischen Rechtsstaates stehen wir jetzt an der Schwelle einer Dritten Moderne. Ob sie die Modernisierungsrisiken der Ersten und Zweiten Moderne besser bewältigen und gleichwohl ihre Errungenschaften bewahren kann, ist noch völlig offen. Die Dritte Moderne wird zunächst von einer Verschärfung ökologischer Risiken und von neuen sozialen Eruptionen geprägt sein. Ihre Bewältigung im Rahmen einer erst noch aufzubauenden globalen Mehr-Ebenen-Demokratie kann keineswegs als sicher gelten. Es handelt sich dabei um nicht mehr als ein Programm, dessen Verwirklichung sich in der Dritten Moderne nicht von allein einstellt.
Die Struktur der Moderne
Grundmuster und differentielle Gestaltung des institutionellen Aufbaus der modernen Gesellschaften
- 762 Seiten
- 27 Lesestunden
Die Moderne verstehen – dies ist ein prominentes Thema der Soziologie. Richard Münch versucht in seinem neuen Buch, durch die soziologische Analyse ihres institutionellen Aufbaus zu einem Verständnis der Grundstruktur und der Strukturprobleme der modernen Gesellschaften zu gelangen. Im Vordergrund der Analyse steht zunächst die gemeinsame institutionelle Tiefenstruktur moderner Gesellschaften. Diese generalisierende Betrachtung wird dann durch die Analyse ihrer unterschiedlichen institutionellen Oberflächenstruktur im inter- und intrakulturellen Vergleich konkretisiert.
Als im Oktober 2006 die Eliteuniversitäten in München und Karlsruhe gekürt wurden, sagte Annette Schavan, Deutschland könne nun mithalten im internationalen Wettbewerb. Doch wer entscheidet überhaupt darüber, wer sich zur Elite zählen darf? Ist die Errichtung universitärer »Leuchttürme« ein wirksames Mittel gegen die Hochschulmisere? Diesen Fragen widmet Richard Münch seine brisante Studie. Das Ergebnis: Viele Reformen sind kontraproduktiv, sie führen zu einer Verringerung der theoretischen Vielfalt. »Eine Forschungspolitik, die solche Strukturen stärkt, ist nicht auf der Höhe der Zeit und verpaßt die dynamisch voranschreitende internationale Entwicklung.«
Die Herrschaft der Inzidenzen und Evidenzen
Regieren in den Fallstricken des Szientismus
- 220 Seiten
- 8 Lesestunden
»Evidenzbasiertes« Regieren anhand von Statistiken ist schon immer ein Kennzeichen des modernen Staates. Der politisch-administrative Umgang mit der Corona-Pandemie, der von Inzidenzwerten des Infektionsgeschehens bestimmt ist, und zuvor schon die »datengetriebene« Bildungspolitik, insbesondere seit Einrichtung des Programme for International Student Assessment (PISA) der OECD im Jahr 2000, haben diese Praxis auf ein neues Niveau gehoben. Richard Münch zeigt, inwieweit diese Art des Regierens die Wissenschaft für die eigenen Legitimationszwecke instrumentalisiert, wie sie zu einer politisch-administrativen Kontrolle über alle Sektoren der Gesellschaft führt und wie sie sich in den Fallstricken des Szientismus verfängt. Zahlen und Modellrechnungen erzeugen - so die These - einen Schematismus des Entscheidens, der die Komplexität der konkreten Wirklichkeit verfehlt, sodass die gesetzten Ziele nicht erreicht werden und unerwünschte Nebenfolgen auftreten
Polarisierte Gesellschaft
Die postmodernen Kämpfe um Identität und Teilhabe
Die moderne Massenwohlstandsgesellschaft wird zunehmend von einer postmodernen, in Klassen und Identitätsgruppen gespaltenen Gesellschaft abgelöst. Konflikte um die Anerkennung von Identitäten und kulturellen Traditionen sowie um die Teilhabe an Wohlstand, Macht und Prestige verschärfen sich massiv. Richard Münch untersucht in diesem Buch die vielfältigen Spaltungslinien dieser Gesellschaft; die Untersuchung mündet in die Frage, wodurch sie überhaupt noch zusammengehalten werden kann. Seit langem lautet parteienübergreifend die Antwort: Bessere Bildung für alle! Aber was wurde auf diesem Weg bisher erreicht? Die Beantwortung dieser Frage ist Gegenstand der abschließenden Analyse dieses Buches.
„Bildung“ ist das Mantra der „Wissensgesellschaft“ unserer Gegenwart. Durch bessere Bildung sollen die großen Probleme unserer Zeit gelöst werden. Die Schule soll alle aus wachsender Heterogenität folgenden Verwerfungen, Ungleichheiten und Konflikte der Gesellschaft auflösen. Das ist die zentrale Agenda der Ablösung des Wohlfahrtsstaates durch den Wettbewerbsstaat. Richard Münch unterzieht diese Reformagenda einer kritischen Analyse mit Fokus auf der Pionierrolle der USA. Im Mittelpunkt steht dabei die Ablösung des pädagogischen Establishments in den Schaltzentralen der Kultusbürokratie durch einen bildungsindustriellen Komplex, in dem internationale Organisationen, Think Tanks, Beratungsunternehmen, missionarische Milliardärsstiftungen, Bildungsreformer und Bildungsforscher mit der Bildungs- und Testindustrie zusammenwirken, um den schulischen Bildungsprozess einer minutiösen externen Kontrolle zu unterwerfen.
Internationale Arbeitsteilung und grenzüberschreitende Mobilität, transnationale Netzwerke und globale Diskurse haben bisherige Unterscheidungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden aufgehoben. Das Credo des liberalen Pluralismus lautet: Anerkennung des Anderen und dessen Gleichstellung mit dem Eigenen. Richard Münch beleuchtet diese kosmopolitische Ethik und zeigt, dass sie vor allem von der transnational vernetzten Elite repräsentiert und gelebt wird, nicht aber vom Großteil der Gesellschaft. Der fortschreitende Pluralismus führt daher zu einem wachsenden Konflikt. Richard Münch untersucht diesen Konflikt in seiner historischen Entwicklung, seiner unterschiedlichen gesellschaftlichen Institutionalisierung und seinen europäischen sowie globalen Dimensionen.
Das Regime des liberalen Kapitalismus
Inklusion und Exklusion im neuen Wohlfahrtsstaat
- 373 Seiten
- 14 Lesestunden
Der globale wirtschaftliche Wettbewerb führte in allen Wohlfahrtsstaaten zum Abbau sozialer Sicherheit, zur Zunahme sozialer Ungleichheit und zu politischen Spannungen. Richard Münch beleuchtet die Ursachen dieser Entwicklung, aber auch deren weiteren Weg. Seine Prognose: Der globale Wettbewerb wird durch eine wachsende internationale Arbeitsteilung entschärft. Dadurch wird die transnationale Dimension von Solidarität und Gerechtigkeit an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig werden in Zukunft nicht mehr Gruppenzugehörigkeiten über Inklusion oder Exklusion entscheiden, sondern individuelle Fähigkeiten. Dementsprechend wird das neue Wohlfahrtsregime nicht mehr auf den Schutz des Individuums vor unwägbaren Risiken, sondern auf die Befähigung zu deren Bewältigung setzen.
Soziologische Theorie
- 327 Seiten
- 12 Lesestunden
Das Lehrbuch bietet die erste umfassende Einführung in die Werke der großen klassischen Denker der Soziologie: Spencer, Marx, Pareto, Simmel, Durkheim, Weber und Mead. Richard Münch erläutert ihre Sicht auf die Gesellschaft, den methodischen Gehalt ihrer Ansätze sowie ihre Wirkung auf die Entwicklung der Soziologie. Ein Glossar erklärt zentrale Begriffe, Fragen am Ende der Kapitel geben Anstöße zum eigenständigen Weiterdenken. Die Soziologischen Klassiker sind der erste Band des Lehrbuchs der Theoriegeschichte, dem noch zwei Bände zu mikro- bzw. makro- soziologischen Theorieansätzen folgen.
Dynamik der Kommunikationsgesellschaft
- 313 Seiten
- 11 Lesestunden
Das Wachstum, das Tempo, die Dichte und die globale Reichweite der gesellschaftlichen Kommunikation haben eine Schwelle erreicht, jenseits derer die Industriegesellschaft die Züge einer Kommunikationsgesellschaft annimmt. Diesen Strukturwandel gilt es zu begreifen, um verstehen zu können, welche Gesetzmäßigkeiten moderne Gesellschaften immer stärker beherrschen. Die vorliegende Untersuchung macht deutlich, in welchem Ausmaß wir in der Kommunikationsgesellschaft durch Kommunikation beherrscht werden, auf sie angewiesen sind und ihre Gesetzmäßigkeiten erfassen müssen, um uns in ihr zurechtzufinden.
Das Projekt Europa
Zwischen Nationalstaat, regionaler Autonomie und Weltgesellschaft
- 380 Seiten
- 14 Lesestunden
Europa befindet sich in einer der tiefgreifendsten Umwälzungen seiner Geschichte. Im Westen schickt sich die Europäische Gemeinschaft an, in eine neue Phase der Zusammenarbeit einzutreten. Die Nationalstaaten verlieren ein erhebliches Stück ihrer Souveränität. Gleichzeitig melden die Regionen unterhalb der Nationalstaaten neue Ansprüche auf Autonomie an. Die Umwälzungen ziehen uns weltweit in neue Widersprüche hinein. Wir steigern den Wohlstand und verschlechtern zugleich die materiellen Lebensverhältnisse, wir erweitern die Reichweite der Politik und verlieren zugleich an politischer Regulierungskraft. Das Projekt Europa verwirklicht sich im Spannungsfeld zwischen Nationalstaat, regionaler Autonomie und Weltgesellschaft.
Dialektik der Kommunikationsgesellschaft
- 397 Seiten
- 14 Lesestunden
Wir befinden uns mitten in der Zeit eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruchs. Aus dem Schoße der Industriegesellschaft entwickelt sich eine neue Gesellschaft: die Kommunikationsgesellschaft. Diese wird durch eine ungeheure Vermehrung, Beschleunigung, Verdichtung und Globalisierung von Kommunikation bestimmt. Wie die Entwicklung der modernen Gesellschaft überhaupt, wird auch diejenige der Kommunikationsgesellschaft durch eine Dialektik der Erzeugung, Abarbeitung und Wiedererzeugung von Widersprüchen vorangetrieben. Sie äußert sich auf drei Ebenen: auf den Ebenen von Kultur, Kommunikation und Gesellschaft: Die Widersprüche und die damit einhergehenden Konflikte und Krisen der Moderne erfassen immer mehr die Kommunikation über die tiefsten Sinngrundlagen unserer Kultur. Kommunikation erzeugt immer zugleich auch Zusammenbrüche von Kommunikation, Missverstehen und gewaltsame Auseinandersetzungen. Die gleichzeitige Expansion von Ökonomie, Politik, Gruppenleben und kulturellen Diskursen in der Gesellschaft verschärft ihren Widerstreit und macht die Einrichtung von neuen Verfahren der Verständigung zwischen ihnen erforderlich. Während die Gesellschaftstheorie die Dialektik der Industriegesellschaft schon vielfach beleuchtet hat, muß die Dialektik der Kommunikationsgesellschaft erst noch richtig erfaßt werden. Diese Dialektik sichtbar zu machen, ist Ziel dieses Buches.
Gesellschaftstheorie und Ideologiekritik
- 221 Seiten
- 8 Lesestunden
Focusing on the political economy of academic capitalism, the book explores the rise of capital accumulation within academia and its impact on the pursuit of recognition in the academic sphere. It delves into the implications for academic freedom and the development of scientific knowledge, highlighting the transformative effects of economic logic on educational institutions and scholarly practices.
Governing the School under Three Decades of Neoliberal Reform
From Educracy to the Education-Industrial Complex
- 252 Seiten
- 9 Lesestunden
The book critically examines the shift in educational governance driven by neoliberal reforms, particularly highlighting the United States' influence. It discusses how schools have transformed from traditional educational institutions into competitive enterprises within a market-driven framework, analyzing the implications of this change on the educational landscape.




