Als queere Menschen sind wir besonders durch Einsamkeit bedroht. Isolation vor und nach dem Coming-out, der lange, konfliktreiche Weg zu uns selbst und oft das Fehlen einer Familie, die uns unterstützt, wenn es hart auf hart kommt. Aber: Haben wir nicht eine besondere Fähigkeit zur Solidarität? Sind wir nicht besonders gut darin, Beziehungen neu zu erfinden? Wohnprojekte, Wahlfamilien, Bindungen jenseits der heterosexuellen Rollenmodelle – sie können alle Orte sein, die vor Einsamkeit schützen. In Queere Einsamkeit, Queere Gemeinschaft fragt Lennart Herberhold, was uns einsam werden lässt – ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen als Single, der nach drei Jahren Grindr ahnt, dass er den Mann fürs Leben vielleicht nicht mehr finden wird. Doch wie geht es zum Beispiel einer non-binären Person, die in der Provinz auf der Suche nach sich selbst ist? Wie erlebt eine 80jährige Lesbe Alleinsein? Und: Welche Wege gibt es aus der Einsamkeit heraus? Auf der Suche nach Antworten besucht der Autor Wohnprojekte und Menschen, die sich seit Jahrzehnten in un-klassischen Beziehungen umeinander kümmern. Dieses Buch ist sowohl ein Nachdenken über queere Lebensmodelle und queeres Alleinsein als auch eine Art Ratgeber, der zeigt: Es gibt viele Wege, nicht mehr einsam zu sein.
Lennart Herberhold Bücher


Ein solidarisches Dorf im niedersächsischen Wendland. Eine Hausgemeinschaft in Mannheim, die sich der Gentrifizierung ihres Stadtteils entgegenstellt. Ein preisgekröntes Projekt in München, das die Wohnung, wie wir sie kennen, abschaffen will. »Zusammen!« stellt Menschen vor, die jenseits der Logik von ›Mieten oder Besitzen!‹ leben wollen. Denn die Mieten, vor allem in den Ballungszentren, steigen, und die Frage, ob wir uns den Traum vom trauten Eigenheim in Zeiten des Klimawandels noch leisten können, erhitzt die Gemüter. Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen ist ein Abenteuer, eine Lebensaufgabe. Welche Hürden müssen solche Projekte meistern? Können sie Vorbilder für ein ganzes Land sein? Oder bleiben sie letztlich doch elitäre Ausnahmen? Journalist Lennart Herberhold sucht in seinem Sachbuch-Debüt nach Antworten auf diese Fragen.