Die Baugeschichte der Erfurter Altstadt im 19. Jahrhundert
Architektur und Denkmalpflege unter Preußen
- 375 Seiten
- 14 Lesestunden
Die Erfurter Altstadt wird oft als überwiegend mittelalterlich wahrgenommen, während bedeutende Beiträge jüngerer Epochen übersehen werden. Nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz wurde Erfurt 1802 Teil des Königreichs Preußen, was einen Wandel von der katholischen Ausrichtung des Rhein-Main-Gebiets hin zur protestantischen Prägung Berlins zur Folge hatte. Die Industrialisierung beeinflusste die städtische Entwicklung und führte zu grundlegenden Veränderungen in den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Clemens Peterseim beleuchtet die städtebaulichen und architektonischen Wandlungsprozesse in dieser wichtigen preußischen Provinzstadt. Er zeigt auf, wie gegen Ende des 19. Jahrhunderts, unter dem Einfluss der jungen Denkmalpflege, die Altstadt als ideelles Herz Erfurts anerkannt wurde. Der Autor erläutert den zeitgenössischen Blick auf die Stadtgeschichte, ihre soziale Struktur sowie die Rahmenbedingungen des Bauwesens von den Befreiungskriegen bis zur Jahrhundertwende. Im Hauptteil wird dargelegt, wie öffentliche Baumaßnahmen und eine strukturelle Neuordnung den Stadtraum modernisierten und gleichzeitig im Sinne der preußischen Staatsidee umgestaltet wurden. Anhand neuer Forschungsergebnisse wird die Vielfalt der öffentlichen Bauprojekte erörtert, von der Restauration bedeutender Kirchen bis hin zu Verwaltungsbauten, Eisenbahninfrastruktur, Brunnen- und Bäderwesen sowie der Platzges
