Der Name Feustel erscheint häufig in Biographien über Richard Wagner und in Veröffentlichungen zur Geschichte der Bayreuther Festspiele. Friedrich Feustel, ein Bankier und Politiker, wird in den Tagebüchern von Cosima Wagner mehrfach erwähnt, doch sein Leben außerhalb von Wahnfried bleibt weitgehend unbekannt. Der Roderer Verlag präsentiert eine umfassende Darstellung seines Lebens, ergänzt durch biographische Skizzen von Rudolf Elhardt, die sein politisches Wirken im Kontext der Zeitereignisse beleuchten. Egers Text beginnt mit Feustels Jugend, die er als Sohn einer Sennerin und eines königlichen Gutverwalters in bescheidenen Verhältnissen am Tegernsee verbrachte. Gerüchte über einen Wittelsbacher Prinzen als leiblichen Vater halten sich bis heute. In Bayreuth fand er familiäre Aufnahme und Förderung durch seinen Lehrherrn, was ihm einen raschen Aufstieg als Geschäftsmann ermöglichte. Er gründete profitable Unternehmen, darunter eine Bank, und war in der Stadtverordnetenversammlung, im bayerischen Landtag, im Zollparlament und im Reichstag aktiv. Während der Reichsgründung kam es zu einem Kontakt zwischen ihm und Richard Wagner, der zu einer lebenslangen Freundschaft führte. Feustel unterstützte Wagner als Ideengeber und Financier bei dessen Bestrebungen, in Bayreuth ein Festspielhaus zu errichten und regelmäßige Wagner-Festspiele zu veranstalten.
Barbara Froemel-Feustel Bücher
