Die Wiederentdeckung von Toni Morrisons einziger Erzählung, erstmals 1983 erschienen und nie zuvor ins Deutsche übersetzt, ist eine literarische Sensation und enthält die Quintessenz ihres Schaffens. Die Nobelpreisträgerin spielt darin mit unserer Wahrnehmung: Von Beginn an wissen wir, dass eine der beiden Hauptfiguren schwarz ist und die andere weiß – doch welche ist welche? Twyla und Roberta begegnen sich als Achtjährige im Kinderheim. Sie werden Vertraute, geben einander Halt und Trost. Sie sind unzertrennlich, doch später verlieren sie sich aus den Augen. Zufällig begegnen sie einander immer wieder, erst in einem Diner, dann im Supermarkt und bei einer Demonstration. Sie stehen in jeder Hinsicht auf verschiedenen Seiten und sind sich uneinig über die wichtigsten Fragen – trotzdem fühlen sich die beiden Frauen einander tief verbunden. Rezitativ erzählt eindrucksvoll und mit frappierender Aktualität über eine Mädchenfreundschaft und die Auswirkungen von Rassismus und Klassenzugehörigkeit auf die Beziehungen, die unser Leben prägen.
Toni Morrison Bücher
Toni Morrison war eine Autorin, die wesentlichen Aspekten der amerikanischen Realität eine Stimme verlieh. Ihre Romane zeichnen sich durch epische Themen, lebendige Dialoge und reich gezeichnete afroamerikanische Charaktere aus. Morrison setzte visionäre Kraft und poetischen Ausdruck ein, um tiefgreifende menschliche Erfahrungen und Geschichte zu erforschen. Ihre Werke werden für ihre literarische Tiefe und ihre Fähigkeit gefeiert, das Wesen der amerikanischen Erfahrung zu enthüllen.







Das Buch der Bösen
- 48 Seiten
- 2 Lesestunden
Über welche, die böse sind„ - Ein Bilderbuch der Nobelpreisträgerin Toni Morrison in einer Übersetzung von Harry Rowohlt Toni Morrison und ihr Sohn Slade zeigen in ihrem zweiten gemeinsamen Bilderbuch auf humoristische Weise, wie Kinder Bösartigkeit und Ärger in ihrer Umwelt erfahren. Für sie hat Bösartigkeit verschiedene Formen und Ausmaße. Sie kann sowohl geflüstert als auch laut geschrieen sein. Böse Leute können lächeln oder finster schauen. “Dies ist ein Buch über welche, die böse sind. Manche Bösen sind groß. Manche Kleinen sind böse."
Selbstachtung
Ausgewählte Essays
«Selbstachtung» ist das Vermächtnis der Nobelpreisträgerin. Rassismus, Gewalt gegen Schwarze, Diskriminierung von Afroamerikaner: innen sind die Lebensthemen der großen amerikanischen Schriftstellerin. Dieser Band versammelt Essays, Reden und Vorträge aus einem halben Jahrhundert.Toni Morrison befasst sich mit umstrittenen gesellschaftlichen Fragen, die zeitlebens ihre Themen gewesen sind: dem Alltagsrassismus in Amerika, der Assimilation des Fremden, dem Erbe des Sklaventums, der Gewalt gegen Schwarze, den Menschenrechten. Sie denkt über die Kunst, die Möglichkeiten der literarischen Phantasie, die Kraft der Sprache, die afroamerikanische Präsenz in der US-Literatur und in der Gesellschaft nach. Es geht um Achtung und Selbstachtung, um Leerstellen in der Geschichte und jahrzehntelang tradierte Vorurteile. Eine umfassende Bestandsaufnahme – manche Beobachtungen wiederholen sich in ihren Reden und Vorträgen im Lauf der Jahrzehnte, es sind die alten Fragen in einem neuen Kontext. Gibt es gesellschaftlichen Fortschritt? Gibt es Hoffnung?Die Eleganz ihres Denkens, die klare Schönheit ihrer Sprache und, vor allem, ihre aufrechte moralische Haltung waren ihre herausragenden Kennzeichen und maßgeblich dafür, dass Toni Morrison 1993 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wurde. Diese Texte sind eine Positionsbestimmung von brennender Aktualität und ein leidenschaftlicher Aufruf, sich gegen Unterdrückung zu wehren.
Die amerikanische Literaturnobelpreis-Trägerin Toni Morrison hat ihr Leben als Schriftstellerin der Rassenfrage und dem Rassismus gewidmet. Nun meldet sie sich mit klugen, schneidend klaren Worten zum Thema Rassismus in Amerika. Die sechs hier abgedruckten Texte basieren auf Vorlesungen an der Harvard University im Sommer 2016. Es sind Betrachtungen über Rasse und Rassismus, die die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft widerspiegeln und durch die Wahl eines das Land spaltenden Präsidenten sowie den zunehmenden, unverbrämten Alltagsrassismus eine brennende Aktualität bekommen. Wie und wann entsteht das Konzept des Andersseins? Angeboren ist es ja nicht. Toni Morrison beantwortet diese Frage mit persönlichen Erinnerungen aus ihrer Kindheit, erzählt von eigenen Familien- und Berufserfahrungen und spricht über reale Fälle, die sie zu ihren Romanen inspiriert haben. Zudem macht sich Toni Morrison Gedanken zur Geschichte und Funktion von Literatur in einer latent rassistischen Gesellschaft. Sie leitet den literarischen Rassismus aus der Romantisierung des Sklaventums her und belegt mit Beispielen von Faulkner bis Hemingway die ständige Angst vor den schwarzen Gesichtern. Dabei schlägt sie einen weltpolitischen Bogen, von der individuellen Herkunft bis hin zur Globalisierung, zu Grenzen und Fluchtbewegungen. Eine große Autorin erhebt ihre Stimme. Ein brisantes Buch, das Mut macht und Hoffnung gibt.
Amerika, Land der (immer noch) unbegrenzten Möglichkeiten, Hort der Demokratie, und doch zerrissen von einem unlösbar erscheinenden Rassenkonflikt: wie schlug sich das in der «weiß» dominierten amerikanischen Literatur nieder? Wie stellte sich das Bild der Schwarzen dar? Die Rassenfrage, so Toni Morrison in diesen glanzvollen Essays, ist zur Metapher geworden, mit deren Hilfe weiße Autoren über gesellschaftliche und ökonomische Probleme wie auch über private Ängste reden konnten, ohne sich selbst gemeint zu fühlen.
\"Ich zerstörte weiße Babypuppen.\" Die Reaktion eines kleinen Mädchens, das nicht versteht, warum es nicht so blaue Augen hat, wie die Puppen (die es nicht besitzt) oder wie die Kinder in der Schulfibel. Und warum haben alle, die das kleine Mädchen kennt, braune Augen und braune Haut - Mutter, Vater und Schwester, angesehene Gemeindemitglieder und Prostituierte? Nobelpreisträgerin Toni Morrison hat in ihrem Romandebüt mit eindringlicher Schlichtheit beschrieben, was es heißt, als Schwarze in einer schwarz-weißen Welt aufzuwachsen, einer Welt mit Ein- und Ausgrenzung, Wundern und Schrecken
Solomons Lied
- 348 Seiten
- 13 Lesestunden
"Solomons Lied", in den USA 1977 erschienen, war - nach "Sehr blaue Augen" und "Sula" - ihr dritter Roman, in dem sie mit magischer Klugheit und souveränder Phantasie die Familie der Deads heraufbeschwört: die in trister Ehe welkende Ruth, ihren Sohn Milchmann, der sich danach sehnt, fliegen zu lernen, und die Suche nach dem mythischen Familienschatz aufnimmt, begleitet von der zauberkräftigen Heilerin Pilate, verfolgt von ihrer liebeskranken Enkelin Hagar ... Eine große Erzählerin zeigt uns hier, daß noch zu dem unbegreiflichsten Geschehen ein verborgener Schlüssel existiert. Wer Toni Mossisons Gestalten einmal begegnet ist, dem bleiben sie für immer Gefährten.
Sula
- 202 Seiten
- 8 Lesestunden
Ein berührender Roman über die Freundschaft zweier Frauen. Die fügsame Nel und die Rebellin Sula sind sich seit der Kindheit nahe. Beide leben in ärmlichen Verhältnissen in einer Kleinstadt in Ohio, die ausgerechnet «Bottom» heißt. Sie teilen all ihre Sehnsüchte, Gefühle und Geheimnisse miteinander. Ihre Freundschaft scheint unerschütterbar zu sein, bis Sula eines Tages «Bottom» verlässt und erst nach zehn Jahren wieder zurückkehrt.



