In seinem Buch Globen unternimmt Peter Sloterdijk nichts Geringeres als den versuch, die philosophischen Grundlagen der politischen Geschichte, der Menschheitsgeschichte, der letzten zweieinhalbtausend Jahre freizulegen. Der erste, aufsehenerregende Band der Trilogie Sphären von Peter Sloterdijk handelt von Mikrosphären: davon, daß der Einzelne, von seinem Fötus-Stadium bis in die Kindheit, nie allein ist, sondern stets den anderen in sich einbezieht und auf ihn ausgerichtet ist. Mit dem zweiten Buch der Sphären , Globen , wird eine Geschichte der politischen Welt aufgeblättert anhand der morphologischen Leitbilder der Kugel und des Globus. Peter Sloterdijk zeigt, daß alle bisherigen Äußerungen zur Globallsierung unter Kurzsichtigkeit leiden. Für ihn beginnt Globalisierung bei den Griechen, bei denen das Weltganze durch die Gestalt der Kugel repräsentiert ist. Die Kugel liegt auch den Ordnungsvorstellungen der vor-modernen Imperien zugrunde. An deren Stelle tritt, mit der Entdeckung Amerikas und den ersten Weltumsegelungen, der Globus. Diese zweite wird gegenwärtig durch eine dritte Globalisierung abgelöst, da die generelle Virtualität aller Verhältnisse zu einer Raumkrise führt. Peter Sloterdijk erzählt somit die wahre Geschichte der Globalisierung - von der Geometrisierung des Himmels bei Platon und Aristoteles bis zur Umrundung der letzten Kugel, der Erde, durch Schiffe, Kapitale und Signale.
Peter Sloterdijk Bücher
Peter Sloterdijk ist ein deutscher Philosoph und Kulturtheoretiker, dessen Werke tiefgreifende Fragen der menschlichen Existenz und der modernen Gesellschaft untersuchen. Sein Stil zeichnet sich durch provokatives Denken und scharfsinnige Analysen zeitgenössischer kultureller Phänomene aus. Schlüsseltitel wie die Trilogie 'Sphären' erforschen die Beziehung zwischen Mensch und seiner Umwelt und betonen den Einfluss sozialer und technologischer Strukturen. Sloterdijks Schriften fordern die Leser heraus, traditionelle Konzepte neu zu bewerten und sich aktiv an der Gestaltung zukünftiger Gesellschaften zu beteiligen.







Sphären III
- 920 Seiten
- 33 Lesestunden
Mit dem Band Schäume hat Peter Sloterdijk den dritten Teil seiner Erzählung der Menschheitsgeschichte vollendet. Der Begriff der Sphäre, der der Trilogie den Titel gibt, verweist auf die zentrale These des Autors, dass Leben eine Formsache ist. Diese Idee deutet darauf hin, dass Leben, Sphärenbilden und Denken verschiedene Ausdrucksformen desselben Phänomens sind. Der erste Band, Blasen, rekonstruiert, wie das nahe Zusammen-Sein von Menschen ein besonderes Intérieur schafft, wobei das Paar als die wahrhaftigere Größe im Vergleich zum Individuum hervorgehoben wird. Im philosophischen Roman Globen wird das klassische metaphysische Denken als Kontemplation des großen Ganzen dargestellt, das mehrere Formen der Globalisierung in Gang setzt. Schäume bietet eine Theorie des gegenwärtigen Zeitalters, in der das Leben multifokal entfaltet wird. Das Bild des Schaums dient dazu, den Pluralismus der Welterfindungen zurückzugewinnen und eine philosophisch-anthropologische Deutung des modernen Individualismus zu formulieren, die über bestehende Beschreibungen hinausgeht. Zudem wird die Frage behandelt, wie das Band beschaffen ist, das Einzelne zu dem verbindet, was die Soziologie als „Gesellschaft“ bezeichnet. Aufgrund seiner Auseinandersetzung mit drängenden Fragen kann der dritte Teil wie der erste betrachtet werden.
Hrsg. von Peter Sloterdijk und Thomas H. Macho, umfasst 2 Bände mit insgesamt 800 Seiten.
Weltfremdheit
- 381 Seiten
- 14 Lesestunden
Das schöne, vielleicht ein wenig zu deutsch klingende Wort Weltfremdheit benennt eine so ursprüngliche wie unvermeidliche Stellung antiker Minderheiten und neuzeitlicher Mehrheiten zu einem Ganzen, dessen Liebenswürdigkeit den Test der Geschichte nicht unbeschädigt übersteht. Folglich könnte man das Buch Weltfremdheit als eine Expertise zur Strukturreform im Weltaufenthaltsraum bezeichnen. Seinem Grundzug nach gehört es nicht zur Kulturkritik, zur Moralphilosophie noch weniger. Seine Wissenschaft ist gewiß keine traurige, als fröhliche ist sie aber eine verhaltene. Worum es in ihm geht, ist eine Phänomenologie des weltlosen oder weltabgewandten Geistes. Diese entfaltet gleichsam ein großes Welttheater unter dem Aspekt des Fernseins von der Bühne. Wird das Interesse dieser Studien als ein anthropologisches beschrieben, so ist dies nur mit einer Einschränkung korrekt. Nicht die Menschen sind die Helden der Geschichte, sondern die Rhythmen und Gewalten des Weltaufgangs und -untergangs, in denen Menschen vorkommen.
Zur Rückkehr des Autors
- 125 Seiten
- 5 Lesestunden
Zwischen uns und Nietzsche steht die Tradition der Editoren. Nietzsches Schriften wurden nie in der von ihm gewünschten Form herausgegeben. Was er uns in welcher Form zu lesen geben wollte, wird die im L.S.D. Verlag erscheinende Edition 'Nietzsches Nietzsche' offenbaren: Sie präsentiert die handschriftlichen Druckmanuskripte seiner vollendeten Werke, faksimiliert in Originalgröße, gedruckt auf unterschiedlichen Papieren, jedes Werk in einer eigenen Schachtel.Nach der Textsammlung 'Friedrich Nietzsche. Lernt mich gut lesen! –' wird auch dieser Band auf die Edition einstimmen. Kam im vorherigen Band der Philosoph selbst zu Wort, äußern sich diesmal ausgewiesene Kenner über Friedrich Nietzsche und sein Werk. Gespräche zwischen Peter Sloterdijk, Bazon Brock, Renate Reschke und Rüdiger Schmidt-Grépály geben Aufschluss über den Philosophen Nietzsche als Autor.
Peter Sloterdijk unternimmt in seinem auf drei Bände angelegten Werk Sphären nichts Geringeres als den Versuch, die Geschichte der Menschheit zu erzählen. Dabei geht er von der einfachen Frage aus: Wo leben die Menschen, nachdem sie wissen, daß sie auf einer Kugel, einem Globus, zu Hause sind? Um sich einer Beantwortung dieser Frage anzunähern, entwickelt Peter Sloterdijk den Begriff der Sphären und spannt einen faszinierenden, perspektivenreichen Bogen von den frühesten Kulturen bis in unser globales Zeitalter. Dies erste Buch dieser Sphären -Trilogie handelt von mikro-sphärischen Größen, die Blasen genannt werden. Sie bilden die Basismoleküle der starken Beziehung. Peter Sloterdijks Analyse macht sich an die noch nie unternommene Aufgabe, das Epos der immer schon verlorenen und doch nie spurlos getilgten Zweieinigkeiten zu erzählen. »Wir durchqueren, mit der Einsicht in unsere unvermeidliche begriffliche Hilflosigkeit als einzigem sicheren Begleiter, Landschaften des prä-objektiven Daseins und der vorgängigen Beziehungen. Auf der Durchreise durch die ausweichende Unterwelt der Innenwelt entfaltet sich, wie eine klingende Landkarte, das phantomhafte Bild von einem flüssigen und auratischen Universum - ganz aus Resonanzen und Schwebstoffen gesponnen; in ihm bleibt die Urgeschichte des Seelischen zu suchen.«
In "Schäume" vollendet Peter Sloterdijk seine Trilogie zur Geschichte der Menschheit. Der Band untersucht, wie das Leben multifokal entfaltet ist und formuliert eine neue Theorie des modernen Individualismus. Sloterdijk beleuchtet das Zusammenspiel von Individuen und deren Einfluss auf die Gesellschaft und den Pluralismus der Welt.
René Girards Buch verteidigt das Christentum als programmatische Überwindung der Gewalt. Der Zentralbegriff aus Girards anthropologischer Theorie der Gewalt ist Mimesis, Nachahmung. Im Fall der Gewaltnachahmung droht eine Eskalation, in der für Girard das Wesen Satans besteht: der Zerfall der Gesellschaft, der Krieg aller gegen alle. Girards Buch zielt auf eine Radikalisierung des christlichen Glaubens, die von den Evangelien selbst vorgedacht wurde. Satan ist die Verkörperung des mimetischen Begehrens, kein verzichtbarer mythologischer Rest.
"Umwege sind die direktesten Wege zum Zentrum. Das neue Werk von Peter Sloterdijk ist ein Beleg für diese These: Außerhalb der Aktualität angesiedelt, handelt Theopoesie, auf den ersten Blick betrachtet, von den in der Bibliothek der Menschheit gespeicherten Versuchen, Gott oder die Götter zum Sprechen zu bringen: Entweder reden sie unmittelbar selbst oder sie werden von den Dichtern mittelbar in ihrem Tun und Denken wiedergegeben. Damit ist für Sloterdijk die Einsicht unausweichlich: Religionen berufen sich in ihren theopoetischen Gründungsdokumenten auf mehr oder weniger elaborierte literarische Verfahren, auch wenn die begleitende Dogmatik dazu dient, diese Tatsache vergessen zu machen. Religionen sind 'literarische Produkte, mit deren Hilfe die Autoren um Klienten auf dem engen Markt der Aufmerksamkeit von Gebildeten konkurrieren'. Ein Studium der poetischen Stilmittel, deren sich die Religionen in ihren Narrativen bedienen, erfordert eine Neubewertung der Religionen, die die Karl-Marxschen Thesen hinter sich lässt ..."--Publisher's website
Zeilen und Tage III
Notizen 2013-2016
Seit einem halben Jahrhundert hält Peter Sloterdijk jeden Morgen Gedanken, Erlebnisse und Kommentare zum Zeitgeschehen fest; seit 2012 hat er zwei Bücher mit datierten Notizen aus diesem Fundus publiziert – zur Begeisterung seiner Leser und der Kritik: »Ansichten, die zu verblüffen wissen, ein- und aufleuchten.« (FAZ) Mit der nun erscheinenden Fortsetzung decken die Aufzeichnungen einen großen Teil des langen Jahrzehnts zwischen der Lehman-Pleite und Wladimir Putins Angriff auf die Ukraine ab. Dabei bietet auch dieser Band weit mehr als die Chronik einer Abfolge politischer Krisen um Krim (2014), Migration (2015) und Brexit (2016). Zeilen und Tage III bleibt der polythematischen, weitwinkligen und mit dem Zufall sympathisierenden Grundhaltung des Notizen-Projekts verpflichtet. Sloterdijk ist beim Leben, Denken und Lesen stets in Bewegung, stellt Campusromanszenen neben Kurzrezensionen, funkelnde Aphorismen neben szintigrafisch protokollierte Vitalfunktionen. So drückt sich in diesem Band erneut eine chronische Reizbarkeit aus, die unabhängig von der Jahreszeit auf den Pollenflug der Themen reagiert.
Ich werde fünf Stadien oder Äonen des Prinzips Phantasie präsentieren und an jedem von ihnen zu zeigen versuchen, wie sie jeweils mit besonderen Mitteln in die Ontogenese des Wirklichen verstrickt waren.
Reflexionen eines nicht mehr Unpolitischen
- 63 Seiten
- 3 Lesestunden
Peter Sloterdijk nimmt als »Denker auf der Bühne« viele Funktionen wahr: Philosoph, Literat, Lehrer und Publizist. Ihm ist für seine kritischen Zeitdiagnosen zu Recht der Ludwig-Börne-Preis verliehen worden. Seine Stellungnahmen sind dadurch charakterisiert, dass sie das jeweils Aktuelle in den Zusammenhang der »langen Wellen« rücken. Dadurch wird seine Gegenwartsanalyse – wie in der hier abgedruckten Dankrede exemplifiziert an den Ereignissen des 11. September 2001 – einzigartig präzise und bringt Überraschendes, vorher Unbekanntes und Ungesehenes zum Vorschein.
Peter Sloterdijk hat in seinen Büchern gezeigt, wie sich Zeitphysiognomien zur Kenntlichkeit bringen lassen. Naheliegend genug also, ihm einmal eine Tour de force in Sachen Zeitdiagnostik abzuverlangen. Carlos Oliveira ist es zu verdanken, daß daraus ein fulminanter Dialog geworden ist, ebenso diszipliniert wie spielerisch, voll treffender Beobachtungen: ein Durchgang durch die unübersichtlichen Lebens-, Liebes- und Bewußtseinslagen kurz vor dem Jahrtausendende - und zugleich ein Rückblick auf Sloterdijks Biographie.
Der Denker auf der Bühne
- 190 Seiten
- 7 Lesestunden
Das vorliegende Buch von Peter Sloterdijk unternimmt - anhand einer Neulektüre von Nietzsches Frühwerk Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik - den Versuch, den Begriff Aufklärung auf eine neuartige Weise mit dem des Dramas zusammenzudenken, für den Nietzsche die ersten Hinweise geliefert hat. Wenn Aufklärung als Drama erkannt wird, dann zerfällt das theoretische Selbstmißverständnis der neuzeitlichen Philosophie.
Du mußt dein Leben ändern
- 723 Seiten
- 26 Lesestunden
In seinem neuen großen Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefaßt: »Du mußt dein Leben ändern.« In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden ... Es sind die ausdrücklich übenden Menschen, die diese Existenzweise am deutlichsten verkörpern: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt dieses Buch zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein.
Peter Sloterdijk ist einer der bekanntesten und zugleich umstrittensten deutschen Philosophen der Gegenwart. In seinem ersten großen Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ setzt er sich auf originelle Weise mit dem Erbe des skeptischen Rationalismus der Frankfurter Schule auseinander. Grundlage seiner Überlegungen ist die ernüchternde Diagnose der intellektuellen und kulturellen Verhältnisse in Westdeutschland nach dem Scheitern der revolutionären Erwartungen von 1968. Sloterdijk beschreibt den Cynismus als „erleuchtetes falsches Bewusstsein“ oder als Haltung von Menschen, die „bereits wissen, was sie tun“. Er sieht den Ausweg aus dieser Situation in der Rückkehr zum antiken Kynismus als Alternative zu einem „besseren“, anthropologisch integralen Verstand, der die Grundlage für ein sinnvolles und aktives Leben bildet. Das dialektische Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Begriffen, die sich auf den ersten Blick nur etymologisch unterscheiden, betrachtet Sloterdijk als Paradigma der Kulturgeschichte des Westens. Der zeitlose und provokante Gedanke dieser Arbeit wird durch den informellen Stil des Autors unterstrichen, der polemische Genres mit literarischen Essays kombiniert.
Gespräche über Gott, Geist und Geld
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Peter Sloterdijk und Thomas Macho im Gespräch mit Manfred Osten über Gott, Geist und Geld, über die Hölle als »Verfassungsorgan«, Gottvertrauen und Geldvertrauen, über Kapitalismus als Religion, über den Zusammenhang von Geist und Geld. Der bekannteste Philosoph Deutschlands und Thomas Macho, Berliner Kulturwissenschaftler und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, eröffnen neue Perspektiven über Gott, Geist und Geld abseits der vorgedachten Pfade.
Nach längerer (Bedenk-)Zeit hat sich Peter Sloterdijk dem Unabwendbaren gebeugt. Wer Zeilen und Tage veröffentlicht, kann den Forderungen nach einer Fortsetzung ebenso wenig entkommen wie den Verlockungen, Privates als Öffentliches auszuweisen und umgekehrt. Die Mischung aus Gesellschaftsroman und Gesellschaftsanalyse ist grandios. Heutzutage äußert jeder, der lesen und schreiben kann, seine Diagnose über die kranke „Gesellschaft der Gegenwart“. Diese wird zum meist-überdiagnostizierten Patienten. Sloterdijk reflektiert ironisch über den Sinn des täglichen Mitnotierens und fragt sich, wozu das Ganze dient. Sein innerer Beobachter ist kein Publizist, was seine Notizen von denen der Blogger unterscheidet. Sie zeichnen sich durch analytische Präzision, Wortmächtigkeit, Sprachbewusstsein, Gelehrtheit, Aphorismen, Humor und lyrischen Tonfall aus. In diesem Kontext könnte man sagen, dass Sloterdijk, ähnlich wie Goethe, Heine und Rilke, neue Werke veröffentlicht. Diese schaffen ein eigenes Genre, das die Archivierung des gelebten und reflektierten Tages bezeichnet und sich von Sudel- und Skizzenbüchern abhebt.
Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Über das anti-genealogische Experiment der Moderne
- 489 Seiten
- 18 Lesestunden
Was treibt die Menschheit voran? Entwickelt sie sich von Niederem zu Höherem? Orientiert sich Fortschritt an Lehren aus der Geschichte? Ist Geschichte als Progression der und in der Freiheit zu begreifen? Solche überkommenen Fragen und die korrespondierenden unpassenden Antworten blenden den Übergang von einer Generation zur nächsten aus, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer mehr gefährdet ist. Mit dem Gelingen oder Scheitern dieses Übergangsstadiums, in welchem teilweise kriegerische und mörderische, teilweise die Population ganzer Kontinente auslöschende Szenarien dominieren, steht der Fortbestand der uns bekannten Zivilisation auf dem Spiel. Deshalb ist das neue Buch von Peter Sloterdijk eines von der äußerst pessimistischen Sorte: ein Schwarzbuch über kommende Generationen. Denn da in der Moderne die Traditionsfäden chronisch reißen und immerfort neue Vektoren den Zug ins Kommende bestimmen, wandeln sich die Individuen zu »Kindern ihrer Zeit«, Nachkommen »schlagen aus der Art«. Da moderne Elterngenerationen selbst meist schon zivilisatorisch labil antreten, gerät die Formung ihres Nachwuchses zu einem unbeendbaren Match zwischen potenziell schrecklichen Eltern und potenziell schrecklichen Kindern.
Im Sommersemester 1988 hatte Peter Sloterdijk die Stiftungsdozentur für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt inne. Wie selbstverständlich ging er dabei aus von den Charakteristika dieser Poetik-Vorlesungen - und gelangte damit zugleich ins Zentrum seiner Reflexionen. »Wer von diesem Frankfurter Podium aus spricht, setzt sich in der Regel nicht aus, sondern blickt auf seine Aussetzungsgeschichte zurück. Man hat hier das Wort, weil man es anderswo schon einmal hatte. Man hatte es anderswo und früher, weil man es nicht unterlassen konnte, sich auszusetzen, und weil man eigensinnig darauf bestand, sich hörbar und lesbar zu machen. Wir stoßen hier auf das Leitmotiv dieser Vorlesungen: wenn es in ihnen einen roten Faden gibt, dann entrollt er sich aus der Idee, daß die Poetik des Sichaussetzens als eine Poetik des Anfangens entwickelt werden muß. Ich will die Frage, wie man es anfängt, anzufangen, so darlegen, daß sie zugleich eine persönliche und allgemeine Antwort erlaubt.«
Theorie der Nachkriegszeiten
Bemerkungen zu den deutsch-französischen Beziehungen seit 1945
- 72 Seiten
- 3 Lesestunden
Wenn Deutsche und Europäer für die übrige Welt einen Rat hätten, besonders für die heiß voneinander faszinierten Duellanten auf den aktuellen Konfliktbühnen: Indien und Pakistan, Israel und seine Nachbarn, die Islamisten und die Okzidentalisten und virtuell auch schon die USA und China – er könnte nur lauten: Macht es wie wir, interessiert euch nicht zu sehr füreinander!
Kopernikanische Mobilmachung und ptolemäische Abrüstung
- 126 Seiten
- 5 Lesestunden
Mit seinem neuen Buch interveniert Peter Sloterdijk auf dem Feld, auf dem sich der Zeitgeist gegenwärtig die heftigsten Auseinandersetzungen liefert: dem der Kontroverse um Modernismus und Postmodernismus. Postmodernismus, so die These Sloterdijks, ist Postkopernikanismus.
Nicht gerettet
- 403 Seiten
- 15 Lesestunden
Von Peter Sloterdijk kann man zu Recht sagen, daß jeder seiner Aufsätze, jeder seiner Vorträge auch ein ungeschriebenes Buch ist. Deshalb sind die hier vorgelegten Texte, die eine philosophische Physiognomie Martin Heideggers skizzieren, auch als gesammelter Verzicht auf Ausführlichkeit zu bezeichnen.Um Heideggers Denken in der Ideen- und Problemgeschichte zu verorten, nähert sich Peter Sloterdijk dessen Werk durch Fragen: Wenn die westliche Philosophie aus dem Geist der Polis entstand, wie steht es dann um die Philosophietauglichkeit eines Mannes, der aus seiner trotzigen Anhänglichkeit an die ländliche Welt nie ein Geheimnis gemacht hat? Gibt es eine Provinzwahrheit, von der die weltoffene Stadt nichts weiß? Gibt es eine Feldweg- und Hüttenwahrheit, die imstande wäre, die Universitäten mitsamt ihren Hochsprachen und weltmächtigen Diskursen zu unterhöhlen? Von wo her redet dieser seltsame Professor, wenn er von seinem Freiburger Lehrstuhl aus den Anspruch erhebt, über die Geschichte abendländischer Metaphysik hinauszufragen?
Der Verknüpfung von Erzählung und Philosophieren, dem hervorstechenden Merkmal der Bücher Peter Sloterdijks, ist es zu verdanken, daß zu Beginn des 21. Jahrhunderts etwas Grundstürzendes über Globalisierung zu erfahren ist. Denn der Autor nimmt die mit der Erde als Kugel verbundenen historisch-philosophischen Eigenarten ernst und gelangt zur These: Was als Globalisierung gelobt oder verschrien wird, ist die Endphase eines mit der ersten Erdumrundung einsetzenden Prozesses. Und: Es lassen sich bereits Elemente für eine neue Epoche jenseits der Globalisierung registrieren. In der Endphase der terrestrischen Globalisierung hat sich das Weltsystem vollständig entwickelt und bestimmt als kapitalistisches die gesamten Lebensverhältnisse. Der Londoner Kristallpalast, Ort der ersten Weltausstellung 1851, dient Peter Sloterdijk als ausdrucksstärkste Metapher für diese Situation: Er stellt die unvermeidliche Exklusivität der Globalisierung vor Augen. Dieser Begriff meint demnach die Errichtung eines Komfortgebildes, also den Auf- und Ausbau eines Weltinnenraums, dessen Grenzen unsichtbar, von außen jedoch nahezu unüberwindbar sind und der von anderthalb Milliarden Globalisierungsgewinnern bewohnt wird – die dreifache Zahl von Menschen steht vor der Tür.
Versprechen auf Deutsch bietet die erweiterte Version der Rede, die Peter Sloterdijk in einer Matinee der Münchner Kammerspiele am Sonntag, dem 10. Dezember 1989, gehalten hat. Es versteht sich von selbst, daß die dramatischen Vorgänge des November 1989 den Bezugsrahmen für sämtliche Aussagen des vorliegenden Textes bilden. Die aktuellen Ergebnisse haben es unvermeidlich gemacht, diese Rede über das eigene Land als Rede an die deutsche Nation vorzutragen. Eine solche Adressierung folgt nicht so sehr dem fragwürdigen rhetorischen Vorbild Fichtes; sie ergibt sich vielmehr aus den Überlegungen des Autors über den Zusammenhang zwischen Sprache und Nationalität. Die historischen Umstände von 1989 sind nicht weniger bemerkenswert als die von 1808. Aber es liegt heute in der Natur der Sache, daß man sich an die Angehörigen einer wieder unruhig gewordenen Nation wenden muß, um etwas über die zu sagen.
Der Staat streift seine Samthandschuhe ab
Ausgewählte Gespräche und Beiträge 2020-2021
- 199 Seiten
- 7 Lesestunden
Peter Sloterdijk ist einer der bekanntesten und wirkungsmächtigsten Denker unserer Zeit. Seine philosophischen Zeitdiagnosen und politischen Interventionen sind risikofreudig, streitbar und mindestens so erhellend wie überraschend. Dies konnte man einmal mehr im letzten Jahr mitverfolgen, als er in zahlreichen Interviews über die Pandemie und ihre sozialen, politischen und existentiellen Konsequenzen befragt wurde. Die wichtigsten Interviews und Beiträge liegen hier nun versammelt vor und dokumentieren einen Lernprozess, in dem sich der Ernst der Situation und die Suche nach angemessenen Deutungen zunehmend ausprägen. Für Peter Sloterdijk ist die Corona-Krise nicht bloß eine wirtschafts- oder sozialpolitische Zäsur. Sie markiert vielmehr den »Beginn eines Zeitalters, dessen basale ethische Evidenz Ko-Immunismus lautet, das Einschwören der Individuen auf wechselseitigen Schutz«. Dies erfordert eine neue Definition von Zusammensein, eine »veränderte Grammatik unseres Verhaltens« und eine globale immunitäre Vernunft. Welche Konsequenzen sich daraus für uns ableiten – auch das ist diesen hellsichtigen, zukunftsweisenden Gesprächen zu entnehmen.
Die hier versammelten mehr als fünfzig Interviews aus fast dreißig Jahren bilden den Kern des Sloterdijk'schen Denkens. Seine Dialoge in und mit der Öffentlichkeit handeln vom Doping und der »doxa«, von Gott und der Welt, vom Design und dem Dogma. Hier ist nachzulesen, wie Peter Sloterdijk die philosophische Tradition und deren neueste Strömungen beurteilt, welche Diagnosen er dem Zeitgeist stellt, wie alltägliche Phänomene durch eine überraschende Perspektivierung einen völlig neuen Sinn erhalten. Für alle Leser, die Peter Sloterdijk kennen oder kennenlernen wollen, bieten diese Dialoge eine ebenso aufschlussreiche wie überraschende und zugleich amüsante Lektüre der geistigen und politischen Ereignisse der letzten drei Jahrzehnte.
Am Anfang war der Zorn. Im ersten Satz von Homers Ilias ist von ihm die Rede, und Peter Sloterdijk beschreibt ihn in seinem Bestseller als zentrale Triebkraft von Entwicklung und Veränderung. Dabei wurde der ungestüme Impuls schon während der Antike in geregelte Bahnen gelenkt. Judentum und Christentum, aber auch die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts lassen sich als Ökonomisierungen beschreiben, als große Ideologien, die den Zorn sammeln und organisieren. Sloterdijks erhellende Analyse, mit der er einmal mehr Fragen der Gegenwart in ihre lange Geschichte einbettet, behandelt auch das aktuelle Phänomen des Islamismus – der Wiederkehr des Zorns als ungelenktes Ressentiment.
1983 trat der »philosophische Schriftsteller« Peter Sloterdijk mit der zweibändigen Kritik der zynischen Vernunft hervor. Seitdem hat er Untersuchungen zu so unterschiedlichen Themen wie Europa und Eurotaoismus, Nietzsche und Heidegger, Psychologie und Politik veröffentlicht. 2004 ist der letzte Band seines großen Sphären- Projekts erschienen. In sechs großen Wechselreden mit Hans-Jürgen Heinrichs legt Sloterdijk hier den roten Faden frei, der sein Werk durchzieht, erläutert die existenziellen und philosophischen Beweggründe seiner Entdeckungsreisen und erklärt die wichtigsten Thesen seiner Bücher. Somit erlaubt Die Sonne und der Tod nicht nur eine genaue Verfolgung der Sloterdijkschen Denkbewegung, sondern bietet auch die Möglichkeit einer ersten kompakten Orientierung in seinem Gesamtwerk. »Eine unerhört anregende, auf höchster Reflexionsstufe angesiedelte tour d’horizon durch nahezu alle großen Themen der Gegenwart.« Albert von Schirnding, Süddeutsche Zeitung
Für Peter Sloterdijk läßt sich die Frage, wie man in kürzestmöglicher Form den Beitrag des 20. Jahrhunderts zur Geschichte der Zivilisation charakterisieren könnte, durch drei Kriterien beantworten: die Praxis des Terrorismus, das Konzept des Designs und den Umweltgedanken. Durch das Erste wurden die Interaktionen zwischen Feinden auf postmilitärische Grundlagen gestellt; durch das Zweite gelang dem Funktionalismus der Wiederanschluß an die Wahrnehmungswelt; durch das Dritte wurden Lebens- und Erkenntnis-Phänomene in einer bisher nicht gekannten Tiefe aneinandergeknüpft. Damit ist klar, daß für Peter Sloterdijk das 20. Jahrhundert im April 1915 begann – mit dem ersten Großeinsatz von Chlorgasen der deutschen West-Armee gegen französische Infanteriestellungen. In seinem Essay verfolgt Peter Sloterdijk, wie sich die Praxis des Terrors, des staatlichen wie des nicht-staatlichen, im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte: von den ersten Gasangriffen bis zum Abwurf der ersten beiden Atombomben findet buchstäblich ein Luftbeben statt – ein Luftbeben, das auch im 21. Jahrhundert anhält …
Im selben Boot
- 80 Seiten
- 3 Lesestunden
Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Sloterdijk ist emeritierter Professor für Philosophie und Ästhetik der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und war in Nachfolge von Heinrich Klotz von 2001 bis 2015 deren Rektor.
Die Geschichte spielt vor fast genau zweihundert Jahren - am Vorabend einer Serie von Ereignissen, die unter dem Namen Französische Revolution in die Geschichtsbücher eingegangen sind. Doch handelt es sich hier nicht um einen historischen Roman. Es wird von der Gegenwart die Rede sein, der reinen Gegenwart und nichts als der Gegenwart. Das Buch unternimmt eine Expedition in eine unvergangene Vergangenheit, die in den Bestand der heutigen Verhältnisse eingebrannt ist. Die Geschichte, die zu erzählen ist, spielt bereits in dem erweiterten Jetzt, das wir Modernität nennen. Alles, was sich in dieser größeren Gegenwart zuträgt, ist gewissermaßen von heute und könnte von beliebigen Zeitungen als Nachricht vom Tage gemeldet werden, falls Zeitungen von dem berichteten, worauf es ankommt.
Der starke Grund, zusammen zu sein
Erinnerungen an die Erfindung des Volkes
Die Angst des Tormanns beim Elfmeter - bk1134; Suhrkamp Verlag; Peter Handke; pocket_book; 1979
Polyloquien
Ein Brevier
Bei Kolloquien treffen mehrere Personen aufeinander, um sich um über ein vorgegebenes Thema zu unterhalten. Bei den hier versammelten Statements zu Fragen über Gott und die Welt tritt an die Stelle der vielen Stimmen die eine, die von Peter Sloterdijk. Polyloquien präsentiert, mal zum Einzelsatz geschrumpft, mal als ausführliche Auslassung, jene plötzlich aufblitzenden Maximen, in denen sich Werk wie Denken in der größtmöglichen Zuspitzung zeigen. Bei einem philosophierenden Literaten und literarischen Philosophen zeigen sich die Aussagen als überraschende wie riskante Pointen, überzeugen durch ihre Klarsicht, irritieren durch ihre kategorische Bestimmtheit, stacheln durch ihre Schärfe an. Die An- und Einsichten Peter Sloterdijks reichen von den alltäglichsten Erfahrungen (»Zu den Geheimnissen des Verhältnisses zwischen Frau und Auge gehört der Umstand, daß Frauen fast nie wissen, welches das Auge ist, in dem sie am meisten leuchten.«) über politische Kommentare (»Hätte der Neoliberalismus Titten aus Zement, er sähe aus wie Heidi Klum«) bis zu . philosophischen Erwägungen („Wirkliche Autoren sind nur diejenigen, die die Entstehung eines Diskurses verhindert haben.«). Es versteht sich bei diesem Autor von selbst, dass seine Äußerungen im Modus der ironischen Übertreibung auftreten – und als solche gelesen werden müssen.
Daß die Domestikation des Menschen das große Ungedachte ist, vor dem der Humanismus von der Antike bis in die Gegenwart die Augen abwandte - dies einzusehen genügt, um in tiefes Wasser zu geraten.
Kurz bevor er starb, gab Jacques Derrida zwei paradoxe Überzeugungen zu Protokoll: Zwar sei er sicher, noch am Tag seines Todes vergessen zu werden, gleichzeitig würde jedoch das kulturelle Gedächtnis etwas von seinem Werk bewahren. Dazu tut die Rede, die Peter Sloterdijk am ersten Todestag des französischen Philosophen hielt, das Ihre. Sloterdijk nähert sich dem Dekonstruktivisten, indem er das Gebirge des Denkens vermißt, »in dem la montagne Derrida als eine der höchsten Erhebungen aufsteigt«. In sieben kurzen Vignetten arrangiert Sloterdijk mit philosophischer Imagination Begegnungen Hegels, Freuds und anderer mit dem Mann, dessen Grabkammer »an einen hohen Himmel rührt«.
Peter Sloterdijk untersucht in "Europa" die Unsicherheiten der Europäer über ihre Identität und Zukunft. Er beleuchtet verschiedene kulturelle Perspektiven, darunter die Ideen von Eugen Rosenstock-Huessy, und fragt, was Europa wirklich ist. Sloterdijk sieht das wahre Europa dort, wo kreative Leidenschaften Ressentiments übertreffen.
Nach Gott
- 364 Seiten
- 13 Lesestunden
In seinem epochemachenden Buch Globen, in dem die Globalisierung von ihren Anfängen bis zur (vorläufigen) Entfaltung Ende des 20. Jahrhunderts beschrieben wird, kennzeichnet Peter Sloterdijk Gott »als schlechthin höchste Quelle von Versicherungsschutz«. Diese in allen (zumindest monotheistischen) Religionen gültige Annahme setzt Paradoxien frei, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit verheerende Konsequenzen hatten: der seit der Jahrhundertwende triumphierende Fundamentalismus ist die schlimmste Auswirkung. Welche Entwicklungen sind jedoch mit dem spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts virulenten Satz »Gott ist tot« verbunden? Ist er ein Philosophem ohne reale Effekte? Ist er die Beschreibung eines Mentalitätswandels? Ist er eine Diagnose des Geschehenden? Ist er als Prognose zu begreifen, die alle interreligiös begründeten Auseinandersetzungen beendet?
Die Konflikte zwischen den abrahamischen Religionen prägen unsere Gegenwart in bisher unbekanntem Ausmaß. Peter Sloterdijk untersucht in seinem Essay die politisch-sozialen und psychodynamischen Voraussetzungen für die Entstehung des Monotheismus. Der jüdische Monotheismus entwickelte sich als Protesttheologie gegen den Polytheismus der antiken Hochkulturen und war eine Religion des Triumphs in der Niederlage, insbesondere während des babylonischen Exils. Während das Judentum auf das eigene Volk beschränkt blieb, verbreitete das Christentum seine universelle Botschaft, und der Islam verstärkte diesen Universalismus durch militärisch-politische Expansion. Sloterdijk analysiert die Konfliktformen zwischen den drei Monotheismen und beschreibt deren Fronten und Feldzüge in einem System von Anti-Paganismus, Anti-Judaismus, Anti-Islamismus und Anti-Christianismus, ergänzt durch interne Spaltungen. Die Reaktionen auf gegenseitige und äußere Angriffe variieren: Das Judentum entwickelte souveränistischen Separatismus, das Christentum setzte auf missionarische Expansion, und der Islam auf den Heiligen Krieg. Sloterdijk zeigt, dass die drei Religionen heute gefordert sind, von friedlicher Koexistenz zu einem Dialog überzugehen, wobei Eiferkollektive Teil einer Zivilgesellschaft werden müssen.
Streß und Freiheit
- 59 Seiten
- 3 Lesestunden
Wie sind individuelle Freiheit und Gemeinwohl heute miteinander vereinbar? Um dieses akute und aktuelle Thema zu durchleuchten, skizziert Peter Sloterdijk in seinem Vortrag die Entstehung und Entwicklung von Freiheit und Subjektivität als Reaktionen auf Mechanismen, die sich als Varianten von Streß-Erleben beschreiben lassen. Auf seine bekannt spannende, amüsante und zugleich überraschende Weise spannt der Autor einen Bogen von der römischen Lucretia hin zu Becketts Victor aus »Eleutheria«, und er folgt Rousseau auf den Bieler See, auf dem dieser, im Boot meditierend, nichts »außer sich selbst und die eigene Existenz« genoß. Seitdem ist es eine der Hauptaufgaben der Moderne, einzelne in psychopolitischen Großkörpern zu integrieren – eine real existierende Höchstunwahrscheinlichkeit. Und tatsächlich ist jener Großkörper namens Gesellschaft nichts anderes als eine von Streß-Themen in Schwingung versetzte und gehaltene Sorgengemeinschaft. Peter Sloterdijks Berliner Rede zur Freiheit mündet schließlich in pointierte Neubestimmungen von Zivilisation und Liberalität, mit denen Freiheit im 21. Jahrhundert neu gedacht werden könnte.
Von jeher muss der Mensch seinen »Stoffwechsel mit der Natur« organisieren. Für Marx war der wichtigste Faktor dabei die Arbeit. Als Prometheus, dem Mythos zufolge, das Feuer auf die Erde brachte, kam ein weiterer entscheidender Input hinzu. Seit Hunderttausenden Jahren wird es genutzt, um Nahrung zu garen und Werkzeuge zu härten. In diesem Sinne lässt sich sagen: Alle Geschichte bedeutet die Geschichte von Applikationen des Feuers. Doch wo Bäume sich vormals nur je einmal verbrennen ließen, verschoben sich die Gewichte der Faktoren Arbeit und Feuer mit der Entdeckung unterirdischer Lagerstätten von Kohle und Öl. Die moderne Menschheit, so Peter Sloterdijk, kann als ein Kollektiv von Brandstiftern gelten, die an die unterirdischen Wälder und Moore Feuer legen. Kehrte Prometheus heute auf die Erde zurück, würde er seine Gabe womöglich bereuen, schließlich droht nicht weniger als die Ekpyrosis, der Untergang der Welt im Feuer. Die Katastrophe verhindern kann nur ein neuer energetischer Pazifismus.
Zeilen und Tage
- 639 Seiten
- 23 Lesestunden
Über vier Jahrzehnte hinweg widmete sich Peter Sloterdijk Morgen für Morgen einem Tagebuch besonderen Typs: In linierten DIN A4 Heften hielt er handschriftlich fest, was ihm am vergangenen Tag aufgefallen war und was ihm bevorstand. Eine Veröffentlichung der Notate zog er nicht in Betracht. „Datierte Notizen“ entstanden durch dieses Schreiben-für-sich-selbst, eine melancholisch-fröhliche Zeitgenossenschaft zeigt sich in ihnen die Denktagebuch, intellektuelle Komödie und gesellschaftliche Tragödie auf einzigartige Weise miteinander verknüpfen. Peter Sloterdijk schrieb in den wie um ihrer selbst geführten Tagebüchern mit und gegen die Ereignisse, richtete seine Aufmerksamkeit auf die großen Zusammenhänge und die versteckten Details; zur frühen Stunde entstanden außergewöhnliche Kurzessays und ironische Aphorismen, bissige Kommentare und zurückhaltende Lobgesänge. Ende des Jahres 2011 entschloß sich der Tagebuchschreiber, seine Notizen öffentlich zu machen: Er nahm sich Heft 100 aus dem Jahre 2008 vor und transkribierte seine Niederschriften, Zeilen und Tage, bis zum Ende des Jahres 2010.
Mein Frankreich
- 248 Seiten
- 9 Lesestunden
Die selbst gestellte Frage, wie man sein Werk am knappsten charakterisieren könne, beantwortete Peter Sloterdijk mit dem Hinweis, er sei ein »philosophierender Schriftsteller«. Damit ist der Erfolg seiner Bücher erklärt. Seine Überlegungen, seine Reflektionen und Analysen sind von einem einzigartigen Stil durchdrungen: Sie plausibilisieren durch die geschliffene Form, die Formulierung, die treffende Metapher, die ironische Übertreibung. Diese Art des Philosophierens hat ihre Ursprünge in Frankreich. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn die Kapitel seines Werkes, in denen er sich mit Frankreich, dem Land und seinen Denkern auseinandersetzt, besonders fulminant sind. Der vorliegende Band versammelt Betrachtungen Peter Sloterdijks zur französischen Geschichte und Philosophie vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Voltaire bis Derrida, von der Französischen Revolution bis Sarkozy, und er erklärt, warum die Erbfeinde Deutschland und Frankreich sich politisch und kulturell immer weiter voneinander entfernen.
Solange man kein Grau gemalt habe, sagte Paul Cézanne einmal, sei man kein Maler. Wenn Peter Sloterdijk diesen Satz auf die Philosophie überträgt, mag dies als unerläutertes Behauptungsereignis wie eine maßlose Provokation klingen. Warum sollten Philosophen eine einzelne Farbe denken, anstatt sich mit Ethik, Metaphysik oder Logik zu beschäftigen? Doch schon eine erste historische Grabung verschafft der Intuition Plausibilität: Welche Farbe haben die Schatten in Platons Höhlengleichnis? Malt die Philosophie laut Hegel nicht stets Grisaillen? Und impliziert Heideggers In-der-Welt-sein nicht den Aufenthalt in einem diffusen Grau? Peter Sloterdijk folgt dem grauen Faden durch die Philosophie-, Kunst- und Mentalitätsgeschichte. Er befasst sich mit der Rotvergrauung der Deutschen Demokratischen Republik, mit Graustufenphotographie und lebensfeindlichen Landschaften in der Literatur. Indem er das Grau als Metapher, als Stimmungsindikator und als Anzeige politisch-moralischer Zweideutigkeit erkundet, liefert er eine Vielzahl bestechender Belege für die titelgebende These.
Das Phänomen Kulturkampf als solches ist der Streit, in dem über die Legitimität und Herkunft von Unterschieden überhaupt gerungen wird. Wie die religiöse Metaphysik von der Frage beunruhigt wurde, woher das Böse stamme, so die säkulare Gesellschaft von der Frage, woher sie ihre Unterschiede nehmen soll.
Falls Europa erwacht
Gedanken zum Programm einer Weltmacht am Ende des Zeitalters ihrer politischen Absence
- 66 Seiten
- 3 Lesestunden
Europa wurde 1945 durch die Alliierten von der nationalsozialistischen Diktatur befreit – zugleich aber von neuen Weltmächten im Westen und im Osten in die Zange genommen: Diese Doppelerfahrung der Befreiung und der endgültigen Aufgabe der einstigen Vormachtstellung Europas zieht sich über zwei Generationen hinweg. Erst nach der Lösung der Supermächteklammer sind die Europäer imstande, die Fragen nach den prägenden Merkmalen okzidentaler Identität mit neuer Verbindlichkeit zu stellen.Es ist, so argumentiert Peter Sloterdijk, täglich bedrängender eine Situation entstanden, in der Europas Politiker aus ihrer Verwirrung nicht mehr herausfinden, wenn sie nicht geschichtsphilosophische Informationen und klare prophetische Orientierungen suchen.Wie kann Europas Stellung heute beurteilt werden? Haben Europäer wieder gelernt, »Großes von sich zu fordern«, um einen Wiedereintritt in einen Horizont großer und größter Herausforderungen zu gewährleisten?
Peter Sloterdijk ist erwiesenermaßen ein Schriftsteller von Rang. Was nicht jedermann vertraut ist: Er ist ein brillanter Rhetor. Seine in diesem Band gedruckten Vorträge thematisieren, aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Anlässen, welche Lasten, welche Lehren, welche Hoffnungen das 20. dem folgenden Jahrhundert vermacht hat. Kein einzelner Begriff, kein einprägsamer Slogan, von »Atomzeitalter« bis »Globalisierung«, beantwortet die im Titel aufgeworfene Frage. Eine reine Ereignis- oder Ideengeschichte kann die Bedeutung dieses Jahrhunderts für die Nachwelt ebenfalls nicht erfassen. Deshalb, so die These von Peter Sloterdijk, sind völlig neue Vorgehensweisen auf allen Feldern notwendig, von der Ökonomie bis zur Philosophie. Und dabei kommt, nicht ohne Sloterdijks Ironie und Metaphernkunst, dem Schatz eine zentrale Stellung zu: Diesen Schatz, also die Natur, die Heimat, das Raumschiff Erde, gilt es zu bewahren gegen die extremistische Vernunft, die das vergangene Jahrhundert prägte. »Der Mensch ist für die Bewohnung und Geschäftsführung der Erde im ganzen verantwortlich geworden, seit seine Anwesenheit auf ihr sich nicht länger im Modus der mehr oder weniger spurlosen Integration vollzieht.«
Scheintod im Denken: von Philosophie und Wissenschaft als Übung
- 146 Seiten
- 6 Lesestunden
In seinem vielgelesenen und vielgepriesenen Buch Du mußt dein Leben ändern hat Peter Sloterdijk das Üben als entscheidende conditio humana herausgestellt. In seinem neuen Buch analysiert er die von dieser neuen Perspektive auf menschliches Denken und Handeln grundlegend verändernde Beobachtung auf Wissenschaft und das Tun des Wissenschaftlers. Peter Sloterdijk begreift Wissenschaft als eine Art und Weise, mit Hilfe von wissenschaftserzeugenden Übungsverfahren den Wissenschaftler selber ins Leben zu rufen. Diese Geschichte umspannt eine mehr als 2000 Jahre währende Entwicklung. Sie setzt ein mit Platons Berichten über seinen athenischen Lehrer: Der litt darunter, daß er einen starken inneren Monolog mit sich führte, der ihn disponierte, in der Akademie einfach stehenzubleiben. Die ursprüngliche Akademie ist also ein Übungszentrum, in dem die Menschen es lernen, der Welt nach den Regeln der Kunst abhanden zu kommen. Selbst die heutigen Universitäten haben auf diesem Gebiet einiges geleistet. Auch sie stehen in der Tradition dieser platonischen »Absencenbeherbergungen«, auch sie stellen die Liaison her zwischen der Andersartigkeit des Denkens und der Andersortigkeit des Denkens, welche die Einübung der Wissenschaft allererst ermöglicht.
Eurotaoismus
- 346 Seiten
- 13 Lesestunden
Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik . In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution . Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Sloterdijk ist emeritierter Professor für Philosophie und Ästhetik der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und war in Nachfolge von Heinrich Klotz von 2001 bis 2015 deren Rektor.
Die großen Denker im Portrait Vierzig Jahre nach Wolfgang Weischedels „Philosophischer Hintertreppe” präsentiert Peter Sloterdijk philosophische Temperamente von Platon bis Foucault und öffnet damit einen neuen Zugang zu den Meisterdenkern des Abendlandes. Seine Toasts auf die zwanzig bedeutendsten Köpfe der Geistesgeschichte sind die perfekte philosophische Einstiegsdroge. Prägnanter und treffender wurden Platon, Marx & Co. noch nicht porträtiert.
Eine in die Jahre gekommene Fünferbande, bestehend aus drei Männern und zwei Frauen, beantragt bei einer Bonner Institution die Förderung eines Projekts, das sich mit der Entfaltung weiblicher Sexualität aus evolutionstheoretischer Perspektive auseinandersetzt. Peer Sloterdijk skizziert das Vorhaben in einem klassischen Brief, woraufhin die Mitstreiter per E-Mail antworten und einen regen Austausch von intimen Überzeugungen und Geständnissen initiieren. Persönliche Begegnungen in Bonn und Karlsruhe nach dem erwartbaren Ablehnungsbescheid führen zu unerwarteten Situationen. Die (kulturellen und erotischen) Abenteuer dieser Gruppe, die angeblich nur auf das Projekt fokussiert ist, entfalten sich in subjektiv gefärbten Erzählungen, die von den (intimen) Lehrjahren nach 1968 geprägt sind. Geschichte und persönliche Erfahrungen sind eng miteinander verwoben. Der Leser genießt die Selbstentblößung der Beteiligten in allen menschlichen Belangen, während die erotischen Geschichten mit Sloterdijks überraschenden Pointen und Übertreibungen angereichert sind. Die Erzählweise wechselt zwischen Ironie und Direktheit und schafft eine Liaison zwischen philosophischen Überlegungen und literarischem Ausdruck, die die Leser fesselt und zum Nachdenken anregt.
Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie / Die Kunst des Zweifelns
- 116 Seiten
- 5 Lesestunden
Der zivilisierte Mensch
- 116 Seiten
- 5 Lesestunden
Zurück zu einer naturnahen Lebensweise oder bessere Technik, bessere Computer und mehr Internet? Die Debatten um Fortschritt und Zivilisation bewegen sich in allen Facetten zwischen den Extremen unreflektierter Fortschrittsgläubigkeit und einer nicht besser durchdachten, von Jean-Jacques Rousseaus friedlichem Naturzustand inspirierten Wildnisromantik. Angesichts der Destruktivität des 20. wie des 21. Jahrhunderts ist es nicht verfehlt, die Frage nach der Zivilisierung des Menschen auch philosophisch zu stellen.
Literatur und Organisation von Lebenserfahrung
- 350 Seiten
- 13 Lesestunden
Die nehmende Hand und die gebende Seite
Beiträge zu einer Debatte über die demokratische Neubegründung von Steuern
- 165 Seiten
- 6 Lesestunden
»Ich möchte in diesem Band meine konfliktträchtige These noch einmal erläutern, wonach in einer demokratischen Gesellschaft Steuern aus Zwangserhebungen in freiwillig erbrachte Bürgerspenden für das Gemeinwesen umgewandelt werden müßten – für eine Anfangszeit zu einem bescheidenen Prozentsatz, später progressiv in höheren Proportionen. Nur eine solche Transformation, behaupte ich, könnte die in Routinen mechanisierter Solidarität erstarrte Gesellschaft reanimieren und einen neuen Hauch von Gemeinwesenbewußtsein in die selbstbezüglich gewordenen Funktionssysteme tragen.«
Mystische Zeugnisse aller Zeiten und Völker
- 296 Seiten
- 11 Lesestunden
Reden über Film - 1: Bilder der Gewalt
Reden über Film 1. Mit einer Kontroverse zwischen Günter Pflaum und Klaus Schreyer
- 107 Seiten
- 4 Lesestunden
„Reden über Film“, die hochgerühmte Münchner Vortragsreihe in 5 Bänden, „lässt neue, ungewohnte Sichtweisen jenseits gängiger Kinorezensionen erwarten. Sie enttäuscht den Leser nicht - nach der Lektüre der Texte werden sowohl Kenner der Filme als auch neugierige Novizen beim Wieder- oder Erstbetrachten ästhetische und substanzielle Dimensionen wahrnehmen, die ihnen bisher verborgen geblieben waren.“ (Freiburger Universitätsblätter) INHALT DES 1. BANDES: Peter Sloterdijk, "Sendboten der Gewalt. Zur Metaphysik des Action-Kinos. Am Beispiel von James Camerons 'Terminator 2'„. Klaus Theweleit, “Sirenenschweigen, Polizistengesänge. Zu Jonathan Demmes 'Das Schweigen der Lämmer'„. Robert Fischer, “Der Schrecken des Voyeurs. Gewalt, Lust und Schönheit in David Lynchs 'Blue Velvet'„. Hans Günther Pflaum, “Der Triumph des Effekthaschers. Kritische Anmerkungen zu Lynchs 'Blue Velvet'„. Klaus Schreyer, “Die Matinee der Meisterkritiker und die Medienkunde. Plädoyer für den Beklagten Lynch".
Ende der Kunst - Zukunft der Kunst
- 135 Seiten
- 5 Lesestunden
Nietzsche apostle
- 87 Seiten
- 4 Lesestunden
Prometheus's Remorse
- 104 Seiten
- 4 Lesestunden
The stirring speech given by Peter Sloterdijk in Lucerne in October 2022. From time immemorial, humanity has had to organize their “metabolism with nature.” For Marx, the most important factor in this process was labor. When Prometheus, according to the myth, brought fire to earth, another crucial input was added. Fire has been used to cook food and harden tools for hundreds of thousands of years. In this sense, it can be said that all history implies the history of the uses of fire. But whereas trees could only be burnt once, labor and fire shifted with the discovery of underground deposits of coal and oil. Modern humanity, according to Peter Sloterdijk, can be considered a collective of arsonists who set fire to the underground forests and moors. If Prometheus were to return to earth today, he might regret his gift; after all, what looms is nothing less than Ekpyrosis, the demise of the world in fire. And only a new, energetic pacifism can prevent this catastrophe.
The Terrible Children of Modernity
- 360 Seiten
- 13 Lesestunden
Exploring the complexities of historical change and the essence of modernity, Peter Sloterdijk presents a deep philosophical analysis that challenges conventional perspectives. His work delves into the interplay between societal transformations and individual experiences, offering insights that provoke thought and reflection on the nature of contemporary life.
Exploring the philosophical significance of the color grey, Peter Sloterdijk delves into its historical and cultural implications. He argues that grey serves as a metaphor for moral and political ambiguity, drawing connections to notable philosophers like Plato, Hegel, and Heidegger. Through a narrative rich in imagery, he examines how grey reflects the complexities of human existence and public perception, positioning it as essential for understanding philosophical thought. The book invites readers to reconsider the interplay between color, philosophy, and the nuances of life.
Making the Heavens Speak - Religion as Poetry
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
Art and Philosophy
- 173 Seiten
- 7 Lesestunden
Book by Jean Baudrillard, Hans-Goerg Gadamer, Fredric Jameson, Julia Kristeva, Jean-Francois Lyotard, Louis Marin, Mario Perniola, Cornel West, Philippe Sollers, Paul Virilio
Serious Games - Zur Ausstellung in der Mathildenhöhe Darmstadt, 2011. Dtsch.-Engl.
- 207 Seiten
- 8 Lesestunden
Im Irak-Krieg 1992 fiel die Kriegsführung mit der Berichterstattung zusammen: Das zivile Fernsehen zeigte Bilder, die kurz zuvor noch auf militärischen Kontroll-Monitoren zu sehen waren. Mittlerweile liefern Dienststellen der US-Armee komplette Datensätze für Computerspiele. Virtuelle Wüstenlandschaften mit Betonpisten und Strommasten prägen heute die Fantasie von Kindern und Jugendlichen wie früher einmal die Tunnel und Bergdörfer von Spielzeugeisenbahnen. Das lexikalisch aufgebaute Kompendium untersucht die permanente Umwandlung von Kriegsbildern zu Unterhaltungsbildern und damit die Militarisierung der Imagination. Es geht darum, welche Bilder Kriege erzeugen und wie diese in der Kunst der Gegenwart aufgegriffen und gespiegelt werden. Beleuchtet wird diese Frage anhand von Fotografien, Videos, Computerspielen, Gemälden und Rauminstallationen, unter anderem von Peggy Ahwesh, Oliver van den Berg, Kota Ezawa, Harun Farocki, Jean-Luc Godard, Richard Hamilton, Walid Raad, Martha Rosler, Allan Sekula und Hito Steyerl. Ausstellung: Mathildenhöhe Darmstadt 27.3.–24.7.2011
Publikace, jež vyšla k 220. výročí založení Společnosti vlasteneckých přátel umění, předchůdkyně Národní galerie v Praze, je souborem esejů představujících jakousi autobiografii Národní galerie v Praze, jejíž existence je mimo jiné založená na aktu velkorysých gest dávání a sdílení. Eseje vzdávají hold otcům zakladatelům, jednotlivým donátorům a institucím, umělcům a sběratelům, kteří galerijním sbírkám poskytli ničím nepodmíněný dar či dočasnou výpůjčku, provedli směnu nebo galerijním sbírkám – od starých mistrů přes grafiku a kresbu, umění Asie a Afriky až po umění 19. století a moderní a současné umění včetně architektury – a návštěvníkům prospěli jakýmkoli jiným způsobem. Kniha zahrnuje také texty věnované historii sběratelství a formativní roli štědrosti a velkorysosti v procesu vzniku sbírkových institucí. Komplexní obrázek dokreslují výňatky z filozofických, literárních a básnických děl, které problematiku velkorysosti zasazují do širších ideových souvislostí.
La domestication de l'être : pour un éclaircissement de la clairière
- 111 Seiten
- 4 Lesestunden
S'inspirant à nouveau du motif de la « clairière » de Martin Heidegger comme il l'avait fait dans Règles pour le parc humain (resté inachevé en raison de la polémique que ce texte a suscité) l'auteur propose de renouveler l'approche de l'auteur de Sein und Zeit en l'ouvrant à l'anthropologie, voire à une paléoanthropologie. Cette « ontoanthropologie » se propose de réfléchir sur la production de l'homme par lui-même en insistant notamment sur son rapport indissociable à l'espace ou l'environnement (Umwelt, selon le concept introduit par Jakob von Uexküll).Selon Sloterdijk, la domestication de l'Être passe par la distanciation de l'homme à l'égard de la nature, notamment par l'usage des outils. Cette thèse fait écho aux théories de Paul Alsberg et, avant lui, de Hugh Miller qui avait proposé le concept d'« insulation » par lequel il désignait la protection d'êtres vivants de l'extérieur par leurs semblables, notamment de la femme et des enfants.Ces « anthropotechniques » se prolongent dans les technologies génétiques actuelles qui remettent en question la définition de l'homme et mettent en évidence l'idée d'une autoproduction de l'homme que le philosophe jésuite Karl Rahner avait désigné durant les années 1960 par l'expression d'« homme opérable » (Operable Mensch).
Co się zdarzyło w XX wieku?
- 384 Seiten
- 14 Lesestunden
Główny niemiecki filozof-diagnosta Peter Sloterdijk (ur. 1947) w swoim tomie tekstów bada tematykę końca historii. Zamiast pytać, czy istnieje nadzieja na koniec historii jako walki o optymalny kształt życia, zastanawia się, czy istnieje możliwość, że historia nie dobiegnie końca, a nasza planeta przetrwa wbrew instynktom samozagłady. W swoim eseju nawiązuje do wcześniejszego dzieła, Krytyka cynicznego rozumu (1983), krytykując ekstremistyczny rozum. Autor, znany z publikacji takich jak Gorliwość Boga czy Stres a wolność, podejmuje kluczowe kwestie współczesnego monogeizmu, czyli świadomości, że Ziemia jako jedna całość wymaga ochrony. Rozważa filozoficzne problemy globalizacji w kontekście antropocenu, sięgając do różnych epok i myślicieli, od Odyseusza przez Boccaccia, Kolumba po Heideggera i Derridę. Analizuje literaturę, ekonomię, geografię, ekologię oraz prawo konstytucyjne. Sloterdijk, nazywany alchemikiem ducha, oferuje czytelnikowi głęboki, duchowy destylat, który skłania do refleksji nad współczesnym światem.
I figli impossibili della nuova era
- 416 Seiten
- 15 Lesestunden

































































