Das 19. Jahrhundert in München
Gemälde und Zeichnungen aus dem Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig






Gemälde und Zeichnungen aus dem Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig
Die humoristischen Lügengeschichten des Hieronymus Freiherr von Münchhausen, bekannt als Lügenbaron, begeistern seit über zwei Jahrhunderten Leser weltweit. Im Gegensatz zu heutigen Fake News, die täuschen und manipulieren, bieten Münchhausens haarsträubende Abenteuer Amüsement und Unterhaltung. Obwohl viele Geschichten nicht von ihm stammen und er im Alter unglücklich über seinen Ruf war, ist sein Name sprichwörtlich geworden. Anlässlich seines 300. Geburtstags im Mai 2020 ehrte die Galerie im Quellenhof Garbisdorf ihn mit einer Sonderausstellung. Die Vielfalt an Literatur, die seit dem späten 18. Jahrhundert unter seinem Namen veröffentlicht wurde, ist erstaunlich. Dieter Gleisberg konnte für das Projekt innerhalb kurzer Zeit 100 illustrierte Münchhausen-Ausgaben zusammentragen, die Teil der Ausstellung wurden. Zudem wurden zeitgenössische Künstler ermutigt, neue Werke zu schaffen, was auf großes Interesse stieß. Die Ausgabe Nr. 16 der Göpfersdorfer Kunstblätter dokumentiert im Katalogstil das "Münchhausen-Projekt" und beinhaltet eine exklusive Grafikmappe mit ausgewählten neuen Werken, die nur über die Galerie erhältlich ist. (Basiert auf dem Vorwort von Günter Lichtenstein) Ausstellung: Galerie im Quellenhof Garbisdorf, Deutschland (27.03. - 17.05.2020)
Beiträge zu Kunst und Künstlern
Max Klingers (1857–1920) umfangreiches graphisches Werk zählt zu den besten Leistungen der deutschen Graphik. Er entwickelte die Tiefdruckverfahren Radierung und Aquatinta zur Perfektion, variierte sie mit anderen Techniken wie Kupferstich, Schabkunst oder Lithographie. Wegen seiner stark subjektiven, mythologisierenden bis psychologisierenden Tiefenschau und der Kombination aus realistischer und symbolisch verschlüsselter Bildsprache zählt man ihn zu Recht zu einem der Hauptmeister des deutschen Symbolismus. Die Ausstellung zeigt bisher unveröffentlichte Zeichnungen Max Klingers aus einer sächsischen Privatsammlung. Erstmals überhaupt wird in Stendal die bisher als verschollen geglaubte, 1886 entstandene erste Entwurfszeichnung des Thrones für das Leipziger Beethoven-Denkmal gezeigt. Thematisiert ist auch Klingers Affinität für die Antike. Schon in seinen jungen Jahren beschäftigte er sich mit antiken Göttern, Helden und Mythen, wenngleich auf ironische, zuweilen respektlose Weise. Später dienten ihm antike und christliche Elemente als Bausteine seiner Werke.