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Georg Morris Cohen Brandes

    Georg Brandes war ein dänischer Kritiker und Gelehrter, dessen Theorien für einen neuen Realismus und Naturalismus eintraten und sich von rein ästhetischem oder fantastischem Schreiben abwandten. Er glaubte, dass Literatur ein Vehikel für die großen Gedanken der Freiheit und den Fortschritt der Menschheit sein sollte. Als führender Theoretiker des „Modernen Durchbruchs“ in der skandinavischen Kultur prägten seine einflussreichen Vorträge und Schriften den literarischen Diskurs ab den 1870er Jahren. Brandes' intellektueller und kritischer Ansatz beeinflusste die europäische Literatur maßgeblich und förderte eine sozial engagiertere künstlerische Vision.

    Nietzsche
    • Nietzsche

      • 126 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Georg Brandes ist Nietzsches Entdecker - nicht mehr und nicht weniger. Der Kritiker und Publizist war einer der ersten, die auf die Bedeutung des bis dahin unbekannten Philosophen hinwiesen, und dies so nüchtern und klar, dass sein 1888 erschienener Nietzsche-Essay längst ein berühmtes Zeitdokument und immer noch lesenswert ist. Alles, was Nietzsche bis heute wichtig und skandalös erscheinen lässt, ist hier angeschnitten: Moralkritik, Umwertung aller Werte, Übermensch. Brandes, Jude aus Kopenhagen, Weltbürger, Pazifist, ist Ahnherr einer zivilisierten Aneignung Nietzsches geworden. Nietzsche selbst war begeistert, dass sich der damals viel berühmtere Däne zu seinem Fürsprecher gemacht hatte. Seine Briefe an ihn hat Brandes 1895 in die Nachschrift zu seinem Essay aufgenommen.

      Nietzsche