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Melinda Nadj Abonji

    22. Juni 1968

    Melinda Nadj Abonji widmet sich in ihrem Werk den Themen Identität und kulturellem Übergang, wobei sie sich oft auf Familien der ungarischen Minderheit in Serbien und deren Leben in der Schweiz konzentriert. Ihre Schrift zeichnet sich durch scharfen Einblick in Sprache und interkulturelle Unterschiede aus, die sie mit autobiografischen Elementen in erzählerische Strukturen einwebt. Die Autorin untersucht Generationendynamiken und den Prozess der Assimilation mit Sensibilität und poetischer Präzision. Ihre literarische Stimme hallt durch die Auseinandersetzung mit der Komplexität von Zugehörigkeit und Heimat wider.

    Melinda Nadj Abonji
    Galambok röppennek föl
    Im Schaufenster im Frühling
    Schildkrötensoldat
    Tauben fliegen auf
    • Zoltán Kertész, blauäugiger Sohn eines »Halbzigeuners« und einer Tagelöhnerin, ist der Außenseiter in einem kleinen Ort in Serbien. Als Kind ist er dem Vater vom Motorrad gefallen, und der Bäcker, dem er die Mehlsäcke nicht schnell genug schleppte, hat ihm den Kopf blutig geschlagen. Seither hat er das »Schläfenflattern«, sitzt am liebsten in seiner Scheune und löst Kreuzworträtsel. Als 1991 der jugoslawische Bürgerkrieg ausbricht, soll der »Taugenichts« in der Volksarmee zuerst zum Mann und dann zum Helden werden. Aber Zoltán passt auch dort nicht ins System. Als sein einziger Freund bei einem Trainingsmarsch in der Folge sinnloser Schleiferei tot zusammenbricht, verweigert sich Zoltán endgültig einer Ordnung, die alle Macht dem Stärkeren zugesteht. Vom sanften Widerstand der Phantasie erzählt Melinda Nadj Abonji in einer schwingenden, musikalischen Sprache und in eindringlichen, die Kraft des vogelwilden Denkens beschwörenden Bildern.

      Schildkrötensoldat2017
      3,7
    • Tauben fliegen auf

      • 314 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Ildikos Familie gehört zur ungarischen Minderheit in Serbien, lebt aber in der Schweiz. Hier sind sie und ihre Schwester aufgewachsen, aber heimisch fühlt sie sich nicht. Heimat bleibt die Vojvodina, der Landstrich in Serbien, in dem der Vater es nicht mehr ausgehalten hat, von dem er aber auch nicht loskommt.

      Tauben fliegen auf2010
      3,8
    • Im Schaufenster im Frühling

      Roman

      • 138 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Der Sound des Schmerzes Am liebsten hält Luisa sich im Friseursalon von Herrn Zamboni auf. Für sie ist er der Inbegriff von Geborgenheit. Dort duftet es nach Shampoo und Schönheit, es gibt Tee und Geschichten, und im Schaufenster schläft der kleine Hund des Friseurs. Dort ist es friedlich – ganz anders als bei ihr zu Hause. In eindringlichen Szenen erzählt Melinda Nadj Abonji von Gewalt in der Familie, von Verletzungen und einer Ahnung vom Glück.

      Im Schaufenster im Frühling2004
      3,4