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Witold Marian Gombrowicz

    4. August 1904 – 24. Juli 1969

    Witold Gombrowicz war ein polnischer Romanautor und Dramatiker, dessen Werke sich durch tiefe psychologische Analysen, einen Sinn für Paradoxie und einen absurden, antinationalistischen Unterton auszeichnen. Seine Schriften untersuchen häufig Themen wie Unreife, die Identitätsbildung durch soziale Interaktionen und eine ironische Betrachtung gesellschaftlicher Rollen. Obwohl er erst in den letzten Jahren seines Lebens Berühmtheit erlangte, gilt Gombrowicz heute als eine herausragende Figur der polnischen Literatur, geschätzt für seine einzigartige Stimme und provokanten Einblicke in die menschliche Existenz.

    Witold Marian Gombrowicz
    Die Besessenen
    Kosmos
    Yvonne, die Burgunderprinzessin
    Tagebuch
    Tagebuch 1953 - 1969
    Theaterstücke
    • Theaterstücke

      • 400 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Witold Gombrowicz ist bekannt als aggressiv-persönlicher Tagebuchschreiber, von nicht wenigen wird er als »Montaigne des 20. Jahrhunderts« bezeichnet. Sein Rang als Romancier von Weltformat ist unbestritten, seine philosophisch-satirischen Romane wie Ferdydurke oder Pornographie gehören zum ewigen Kanon der Moderne des 20. Jahrhunderts. Die dritte wichtige Facette dieses Autors sind seine Bühnenwerke, in denen sich Tradition und Avantgardismus, Familiendrama und Königsdrama parodistisch verbinden und die eines seiner Leitthemen problematisieren: die Form. Gombrowicz' Paradestücke wie etwa Yvonne, die Burgunderprinzessin haben in den Inszenierungen von Luc Bondy Theatergeschichte geschrieben und werden auch heute noch weltweit aufgeführt. Dieser Band lädt ein, das gesamte dramatische Werk Witold Gombrowicz' zu entdecken oder wiederzuentdecken.

      Theaterstücke
      4,6
    • Ein Buch ohne Ende, ein Meisterwerk des Denkens und Beobachtens: Witold Gombrowicz' ›Tagebuch‹ gehört zu den bedeutendsten Beispielen dieses Genres.In seinen Aufzeichnungen setzt Witold Gombrowicz sich mit »einem Maximum an Frechheit« mit der Welt auseinander, sie sind der »Versuch einer extremen Revidierung der Kultur«. Die Reflexionen, Analysen, Paradoxien und Provokationen des eigensinnigen und äußerst gebildeten Denkers reizen den Leser zu Gelächter, Zustimmung und Nachdenken. Gombrowicz' Überlegungen zu philosophischen historischen und aktuellen Themen wie Marxismus, Katholizismus oder Homosexualität sind unerwartet und weisen auf verblüffende Zusammenhänge – sie sind aufschlussreiche Pamphlete gegen jedwede Lüge und Ideologie.

      Tagebuch 1953 - 1969
      4,5
    • »Ich muss mein eigener Kommentator, besser noch mein eigener Regisseur werden. Ich muss einen Gombrowicz-Denker schmieden, zusammen mit einem Gombrowicz-Genie, einem Gombrowicz-Kulturdemagogen und vielen anderen unverzichtbaren Gombrowiczen«, beschreibt der polnische Schriftsteller sein Tagebuch-Projekt, das er seit 1952 als eigenständiges literarisches Werk konzipierte und das zu einem seinem Hauptwerk heranwuchs. Darin setzt sich Gombrowicz mit »einem Maximum an Frechheit« mit der Welt auseinander, äußert sich zu philosophischen, historischen, kulturellen, religiösen, gesellschaftlichen Themen, aber auch zu seinem Emigrantenschicksal und seiner Homosexualität.Die über 1000 Seiten sind ein Thesaurus aus Reflexionen, Analysen, Paradoxien und Provokationen, aus Erlebtem und Erfundenem, die den Leser zu Gelächter, Zustimmung und Widerspruch reizen und damit zum Nachdenken provozieren. Das Tagebuch von Witold Gombrowicz ist Autobiographie, Essay und Kunstwerk in einem. Vor allem aber ein Pamphlet gegen jedwede Unterdrückung und ideologischen Dogmatismus und das Manifest einer gnadenlosen Individualität. Maßlos und über- bordend, ein Buch ohne Ende, ein einzigartiges literarisches Monument des 20. Jahrhunderts.

      Tagebuch
      4,3
    • Mehr als vierzig Jahre nach seinem ersten Bühnenwerk standen die Dramen und Operetten von Witold Gombrowicz im Schatten seiner Romane. Erst 1980/81 brachte Luc Bondy mit seiner Inszenierung von ›Yvonne, die Burgunderprinzessin‹ in Köln einen Wendepunkt. Diese Aufführung verkörpert Gombrowiczs »Theater der Peinlichkeit« und reflektiert das Dilemma des Individuums in einer absurden Situation: »Nicht ich bin der Dumme, sondern die Situation, in der ich mich befinde, ist dumm.« Gombrowicz thematisiert das »Theatralische der menschlichen Existenz« und verbindet Reflexion mit Spiel, wobei Yvonnes Schicksal am märchenhaften Hof von Burgund als Chiffre fungiert. 1994 präsentierte Tamás Ascher am Wiener Akademietheater mit Anne Bennent in der Titelrolle eine alternative Lesart, die Yvonnes Anders-Sein und ihre Präsenz im Kontext des Hofstaats beleuchtet. Sie stellt die Identität der Gesellschaft in Frage, während sie in ihrer Zurückgezogenheit das Fremde verkörpert und sich gegen eine Gesellschaft behauptet, die an ihren eigenen Ritualen zu zerbrechen droht. Im Fischer Taschenbuch Verlag sind zudem ›Operette‹ (Bd. 7075) und ›Die Trauung. Geschichte.‹ erschienen.

      Yvonne, die Burgunderprinzessin
      3,8
    • Kosmos

      • 256 Seiten
      • 9 Lesestunden

      »Ich bezeichne dieses Werk gern als ›Roman über die Erschaffung von Wirklichkeit‹. Und da der Kriminalroman genau das ist – nämlich der Versuch, das Chaos zu organisieren –, hat auch Kosmos ein wenig die Form des Kriminalromans«, so Gombrowicz über seinen letzten Roman. Doch natürlich ist Kosmos kein klassischer Krimi. Witold, der junge Erzähler, und Fuks, Büroangestellter, beide aus Warschau, brauchen dringend Erholung, der eine von seiner Familie und von seinen anstrengenden Studien, der andere von seinem schrecklichen Chef. Aber die Ferienidylle in den Karpaten ist bald getrübt. Es beginnt mit einem Spatzen, mit einem Spatzen an einem Draht: einem erhängten Spatzen. Seltsam, aber vermutlich bedeutet das gar nichts. Allerdings folgen ein erhängtes Hähnchen, auch eine Katze muss dran glauben und schließlich … Witold und Fuks versuchen die Geschehnisse zu enträtseln - aber werden sie Erfolg haben? Oder wird die überbordende »Wirklichkeit« sie verschlingen? Ein aberwitziger Roman, durchsetzt mit reichlich Nonsens und verdrehten Aphorismen, über die Suche nach Sinn in einer kontingenten Welt, die Grenzen des freien Willens, das klapprige Konstrukt des menschlichen Geistes, über Paranoia, Irrsinn und das Nichts. Das wohl schwärzeste und vielschichtigste Buch des Existenzialisten Witold Gombrowicz.

      Kosmos
      3,9
    • Ein geheimnisvolles, halbverfallenes Schloss ist der Schauplatz dieses Schauerromans. Ein greiser Fürst, ein intriganter Erbschleicher, eine ebenso schöne wie berechnende Dame und ihr undurchsichtiger Tennislehrer sind die Schlossbewohner. Je weiter sie in die Gemächer und unterirdischen Gänge des Schlosses vordringen, desto verhängnisvoller werden ihre Beziehungen untereinander. Sie werden alle durch eine Geschichte getrieben, die rätselhaft, spannend und provozierend ist.

      Die Besessenen
      3,8
    • In "Transatlantik" von Witold Gombrowicz wird die Geschichte des Autors erzählt, der 1939 während der Jungfernfahrt des Chobry nach Buenos Aires strandet, als Polen überfallen wird. Im Exil konfrontiert er skurrile Situationen und grotesken Patriotismus, während er sich in absurde und paradoxe Abenteuer verwickelt.

      Transatlantik
      3,8
    • Polen zur Zeit der deutschen Besatzung: Witold und Fryderyk, der fürchterlichen Zustände in der Hauptstadt Warschau überdrüssig, reisen auf das Landgut ihres adeligen Freundes Hipolit. Doch in der ländlichen Idylle lauert die Langweile. Warum nicht eine Intrige spinnen? So wird Hipolits sechszehnjährige Tochter Henia zum Gegenstand eines frivolen Verführungsspiels, das den beiden Intellektuellen als Jungbrunnen dienen soll. Unter ihrer Anleitung verlässt Henia ihren faden Verlobten Waclaw, einen Advokaten, und fällt dem unschuldigen Landarbeiter Karol in die Arme. (Fast) jeder verrät hier jeden, und es kommt noch schlimmer: Was als eine Art erotisches Schachpartie mit lebenden Figuren beginnt, wird zum bitterernsten Spiel mit tödlichem Ausgang. Alle wichtigen Themen des großen polnischen Autors sind hier versammelt: die Sehnsucht nach Jugend, die Lust der Reife an der Unreife, die Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge und tradierte Formen. Ein klassischer Gombrowicz, vielleicht gar der ebenso brillante wie beklemmende Höhepunkt im Werk dieses großen Stilisten und Provokateurs. Allemal ein Meilenstein der Literatur des 20. Jahrhunderts.

      Pornographie
      3,8
    • Der dreißigjährige Josi Kowalski hat ein Buch mit dem Titel Memoiren aus der Epoche des Reifens geschrieben, aber niemand nimmt ihn für voll. Da steht eines Nachts ein Geist in Josis Zimmer: ein Doppelgänger - und doch auch wieder nicht. Josi fühlt sich seiner Identität beraubt, verscheucht den Geist und beschließt, umgehend etwas wirklich Eigenes zu verfassen, »mit mir identisch, direkt aus mir hervorgehend«. Da steht schon der nächste Besucher in der Tür, Herr Pimko, Philologe aus Krakau. In Pimkos Anwesenheit wird Josi zu einem unreifen siebzehnjährigen Rotzbengel. Er findet sich in einer Schule für verkleinerte Erwachsene wieder, dann im Haus der sehr aufgeklärten Familie Jungmann und schließlich bei sehr vornehmen Adligen auf dem Land. Als Teenager hat Josi endlich die nötige Distanz, um sich über die »Reife« seiner Umgebung zu mokieren - und dastut er mit Leidenschaft und Wortwitz. Witold Gombrowicz stellt in seinem Rückentwicklungsroman alles auf den Kopf, was nicht nur im Polen der zwanziger und dreißiger Jahre als heilig galt - Nation, Religion, Familie. Gleich bei Erscheinen 1937 war Ferdydurke eine Sensation, ein Skandal und dann wie alle Werke Gombrowiczs jahrzehntelang in Polen verboten. Heute gilt seine Ode an die Unreife als Meisterwerk der europäischen Moderne.

      Ferdydurke
      3,8