>>Denn nur im zweifachen Erinnern, vorwärts und rückwärts gewandt, sind die Ereignisse zu erkennen, wir leben nicht in der Gegenwart, leben in einem Nebel aus geronnener Zeit, gefrorenem Blut.<< >>Wanders letzter Roman ist ebenso ein grosser Emigranten- wie ein ergreifender Liebesroman. (...) ein ebenso reiches und atmosphärisch dichtes Buch voller Leben wie Wandere KZ-Roman >Der siebente Brunnen<.<<
Fred Wander Bücher
Fred Wander, geboren als Fritz Rosenblatt, war ein Romanautor und Journalist, dessen Überleben in den Konzentrationslagern des Zweiten Weltkriegs seine literarische Stimme maßgeblich prägte. Seine Werke tauchen oft in die Tiefen menschlicher Traumata und die Widerstandsfähigkeit des Geistes ein und spiegeln ein tiefes Verständnis für Leid und Hoffnung wider. Nach seiner Übersiedlung aus der DDR im Jahr 1983 ließ er sich in Wien nieder und setzte seine Auseinandersetzung mit diesen Themen in einem rohen, introspektiven Stil fort. Sein Schreiben zeichnet sich durch unerschrockene Ehrlichkeit und seine kraftvolle Erkundung der menschlichen Verfassung aus.







Das gute Leben oder von der Fröhlichkeit im Schrecken
- 399 Seiten
- 14 Lesestunden
Ohne Bitterkeit, ohne Selbstheroisierung und vollkommen uneitel erzählt Fred Wander von seinem Leben. 'Ich bin unterwegs, mein Gepäck ist leicht', lautet der letzte Satz dieser Lebenserinnerungen. Fred Wander schreibt ihn als fast Neunzigjähriger, gleichermaßen eine lange und fürwahr bewegte Lebensstrecke bilanzierend und einen Blick nach vorn werfend. Dieser Satz kann vielleicht als eine Art Lebensmotto Wanders gelesen werden: Er hat sich eine durch nichts zu erschütternde Neugier auf das Leben bewahrt, trotz aller Demütigungen, die er schon als jüdischer Junge im Wien der zwanziger Jahre erfahren mußte, trotz aller existentiellen Gefährdungen, denen er an den wechselnden Exilorten der Enddreißiger und schließlich in den Konzentrationslagern Buchenwald und Auschwitz ausgesetzt war. Er, der allen Grund zu Bitterkeit hätte, erzählt mit einer fast fröhlichen Leichtigkeit von den 'kleinen Leuten', bei denen er immer wieder Solidarität und Hilfe fand: etwa als er 1938 ohne Gepäck und ohne Geld in Paris ankam, später auf den Stationen der Flucht durch Europa und in den Lagern. Er erzählt von den Nachkriegsjahren in Wien, von den Freunden, die er in der DDR und auf den Reisen als Schriftsteller fand, und von der Zeit seit 1983 wieder in Wien. Wander will weder als Held bewundert noch als Opfer bemitleidet werden, sondern sich und uns Zeugnis ablegen.
Der siebente Brunnen
- 120 Seiten
- 5 Lesestunden
Von 5 Konzentrationslagern wird hier erzählt – Perpignan, Drancy, Auschwitz, Hirschberg (Riesengebirge), Buchenwald, in die Fred Wander nacheinander verschleppt wurde. Wander, der Überlebende, hat einen Roman darüber geschrieben. Da ist Mendel Teichmann, der Geschichtenerzähler, der bald sterben wird, da sind ein paar verwahrloste Kinder, die zusammenhalten und leben werden, und da ist Pechmann aus Wien, der Musik machen kann mit fünf Fingern auf einem Brett, und über den Teichmann sagt »Er ist ein Versuch der Natur, den guten Menschen zu backen. Sie versucht es immer wieder, es gibt Millionen solcher Versuche.«
Leben wär' eine prima Alternative Tagebuchaufzeichnungen und Briefe
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Geschichte einer krebskranken Frau, zusammengestellt aus Tagebuchblättern und Briefen der 44jährigen, die in aller Öffentlichkeit über die einzelnen Stationen der Krankheit berichtet
Hôtel Baalbek ist der letzte Roman von Fred Wander, einem bedeutenden Erzähler der Shoa, der nun in Neuauflage mit einem Nachwort von Erich Hackl erscheint. Die Handlung spielt in Marseille 1942, wo über der schönen, verkommenen Stadt ein Dunst von Rausch und Gewalt liegt. Im drittklassigen Hotel Baalbek kursieren Gerüchte über einen möglichen Einmarsch der Deutschen in den unbesetzten Teil Frankreichs. Jüdische Emigranten suchen verzweifelt nach Fluchtmöglichkeiten aus Europa. Im Foyer des Hotels wird leidenschaftlich gestritten und diskutiert, während ein junger, schüchterner Mann von Katja und Lily träumt und das heftige Leben, das ihm noch fremd ist. „Alle lebten wenigstens stundenweise in der Fiktion, es gäbe noch menschliches Glück... alle lebten in Rage, heißblütig lebten sie.“ Jahrzehnte später erzählt er die Geschichten von Jablonsky, Sascha, Jossip, dem Feuerschlucker, und David Stern, dem Musikprofessor mit seiner blonden Frau, aus der Erinnerung eines Menschen, der das Unvorstellbare gesehen hat. Er beschwört die damalige Welt in unmittelbarer Präsenz herauf und zeigt, dass nur im zweifachen Erinnern, vorwärts und rückwärts, die Ereignisse zu erkennen sind. Wir leben nicht in der Gegenwart, sondern in einem Nebel aus geronnener Zeit und gefrorenem Blut.
Román, těžící z autentických zážitků východoněmeckého autora (nar. 1917), poctěného r. 1972 cenou Heinricha Manna, zachycuje osudy židovských vězňů v koncentračních táborech a zamýšlí se nad základními hodnotami lidství vtragických podmínkách nacistické zvůle.
Reportáž vypráví o exotické přírodě ostrova, jeho bouřlivých dějinách, svérázných obyvatelích, o krevní mstě, o korsických partyzánech za druhé světové války, o pašeráctví, hospodářské zaostalosti, životě v přístavech a městech.
Cestopisné reportáže východoněmeckého autora zavádějí čtenáře do Nizozemí, Belgie a Lucemburska. Nepopisují však pouze významné historické památky, charakteristické větrné mlýny, nesčetné kanály a tulipánová pole, ale snaží se proniknout pod povrch turisticky atraktivní kulisy a ukázat život dnešních obyvatel těchto zemí a jejich problémy. Vyprávění doplňují barevné a černobílé fotografie.











